Fußball-Kreisliga A-West:

SV Karsau – FV Degerfelden 2:0 (2:0). – Tore: 1:0 (15.) Keller; 2:0 (34.) Moser. – SR: Rudi Fehrenbach (Höchenschwand). – Z.: 300.

Für Alexander Loritz war es eine Herzensangelegenheit: „Wenigstens einen Punkt wünsche ich mir“, gab der Vorsitzende des SV Karsau an diesem besonderen Nachmittag seiner Mannschaft mit auf den Weg ins Derby gegen den FV Degerfelden. Der Nachbar war allerdings nicht gekommen, um zum schmucken neuen „Kickerhüsli“ zu gratulieren: „Wir wollten an die gute Leistung aus dem letzten Spiel gegen den FV Lörrach-Brombach III anknüpfen“, so Spielertrainer Patrick Streule.

Dieser Plan ging allerdings völlig daneben. Und das war dem tief enttäuschten Streule nach der 0:2-Pleite wohl spätestens nach zwölf Minute selbst klar. Er war völlig frei auf der Torraumlinie zum Einschuss bereit, doch Teufelskerl Vadim Herz bekam irgendwie die Hand an den Ball. „Der hat ihnen den Sieg gerettet“, gab Streule später zu Protokoll.

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Seine Großchance war die dritte Einschussmöglichkeit, die der 37-jährige Schlussmann vereitelt hatte. Zuvor hatte Herz zwei Mal gegen Jan Steininger bravourös gehalten. Danach war er gegen Swen Neugebauer zur Stelle.

Bis dahin hatte der SV Karsau überhaupt nicht stattgefunden. Die Mannschaft von Eike Elsasser schien angesichts der bisher sechs sieglosen Spiele völlig irritiert. Und ausgerechnet in diese Orientierungslosigkeit hinein schlug Kapitän Christian Keller zu. Er erwischte den Gast nach einem Freistoß eiskalt und bestätigte die alte Fußballerweisheit: „Wenn vorn nichts klappt, dann kassierst du hinten das Tor.“ Andreas Falkus schoss einen Freistoß vors Tor, der Ball wurde abgefälscht und Keller spritzte per Kopfball dazwischen. Steffen Birlin war machtlos.

Und als ob das nicht schon genug Frust-Potenzial barg, erhöhte Daniel Moser nach einem erneuten Freistoß aus dem Gewühl heraus auf 2:0. Dass das zerfahrene Spiel damit bereits entschieden war, wollten die rund 300 Zuschauer nicht glauben. Doch das Niveau sank von Minute zu Minute.

Beim FV Degerfelden häuften sich die Fehler, die Ideen gingen flöten und er SV Karsau verwaltete den Vorsprung recht geschickt: „Endlich hatten wir mal das nötige Glück auf unserer Seite“, strahlte Vadim Herz, der mit seinen Paraden die Herzen der Einheimischen höher schlagen ließ: „Wir haben alles gegeben. Die Null steht, die ersten Punkte sind so wichtig.“

Interview mit Vadim Herz (SV Karsau):

Für Vadim Herz war es ein Saisoneinstand nach Maß, denn bislang stand Marco Trapp zwischen den Karsauer Pfosten: „Nach den letzten Spielen mussten wir mal etwas ändern“, war Eike Elsasser nach seinem ersten Sieg als Trainer überglücklich: „Vielleicht brauchen wir diesen Druck? Nun müssen wir in Todtnau nachlegen, dort stehen wir wieder unter Druck.“

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