Einen unrühmlichen Abschluss nahm die Partie des FC Weizen gegen den SC Lauchringen in der Fußball-Kreisliga A, Ost: Schiedsrichter Gregor Huber (Erzingen) musste das Spiel nach 85 Minuten beim Stand von 4:1 für die Weizener vorzeitig beenden. Die Lauchringer hatten aus Protest den Platz verlassen.

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"Ein Zuschauer hat unseren Spieler Kebba Mamadou rassistisch beleidigt. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, vom Platz zu gehen", erklärte der sichtlich aufgebrachte SC-Vorsitzender Thomas Kummer. Schiedsrichter Huber dazu: "Was bleibt mir anderes übrig, als das Spiel zu beenden, wenn die Lauchringer Spieler vom Platz laufen?"

Ein Zweikampf im Spiel war der Auslöser des Vorfalls

Auslöser war ein Zweikampf, in den Mamadou verwickelt war, an der Außenlinie auf der Seite des Vereinsheims des FC Weizen. Eigentlich eine normale Szene in einem bis dahin normalen Fußballspiel. Hätte nicht der Lauchringer Spieler diese Beleidigung von draußen gehört. Auf dem Platz war es bis dato ruhig gewesen.

Es wurde nun heftig diskutiert, Huber nahm sich die Kapitäne Tobias Kummer (SC Lauchringen) und Adrian Scheu (FC Weizen) zur Brust. Mamadou war sichtlich geknickt, lief weinend zur Auswechselbank der Lauchringer.

Nach einigen Augenblicken kamen die Gäste mit ihren Siebensachen zurück und marschierten zur Umkleide. Auf dem Weg dorthin entfachten einige Lauchringer Spieler Wortgefechte mit dem Publikum, bis SC-Trainer Carmine Marinaro seine Fußballer in die Kabine schickte. Die Gäste verließen sofort das Sportgelände und fuhren nach Hause. "Wir stehen hinter unserem Spieler", betonte Tobias Kummer im SÜDKURIER-Interview und ging ebenfalls.

Wir sprachen im Anschluss des Spiels mit zwei Spielern der beiden Mannschaften, so sahen sie den Vorfall: 

Interview mit Adrian Scheu (FC Weizen):

Interview mit Tobias Kummer (SC Lauchringen):

Das Ergebnis und der Fußball gerieten in den Hintergrund. Alles war nur noch Nebensache. Die Weizener konnten sich nicht so richtig über das 4:1 freuen. Es wäre zu schön gewesen, den fünften Sieg und einen Traumstart zu feiern. Trainer Michael Gallmann war trotz der den Spielabbruch auslösenden Szene zunächst einmal stolz auf sein Team. Sein Spieler und Vereinsvorsitzender Jannik Boma schüttelte indes den Kopf und sagte: "So etwas geht natürlich nicht. Wir werden die Sache im Verein klären."

Schade um ein schönes Spiel. Mathias Korhummel (24.) brachte mit einem sehenswerten Heber den FC Weizen in Führung. Manuel Scherble (27.) erhöhte mit einem fulminanten Schuss. Murat Aydogan (41.) verwandelte einen Strafstoß – 2:1. Nach der Pause war Scheu (68.) mit dem Kopf da, Marc Müllek (81.) traf vom Punkt. Das ist nur noch wertlose Statistik.

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