Fußball-Landesliga: FSV RheinfeldenSV 08 Laufenburg 0:2 (0:0)

Video: Welte, Gerd

Tore: 0:1 (47./FE) Halili; 0:2 (90.) D‘Accurso. – SR: Michael Speh (Walbertsweiler). – Z.: 230. – Bes.: Rot für Gashi (FSV/44.) wg. Notbremse.

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Wer gedacht hatte, dass es in der Partie des Tabellenletzten FSV Rheinfelden gegen den Liga-Primus SV 08 Laufenburg nur darum geht, wie hoch die Null-Achter die Rheinfelder abstrafen würden, hatte sich getäuscht. „Mir war schon vor der Partie klar, dass das kein Spaziergang für uns wird“, hatte Gäste-Trainer Michael Wasmer seine Männer gewarnt.

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So kam es dann auch: Es war ein hartes Stück Arbeit, bis dieser Pflichtsieg des SV 08 Laufenburg unter Dach und Fach war.

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Es hätte auch ganz anders kommen können. In einer zerfahrenen Partie vor der Pause hatte der FSV Rheinfelden bereits ein kleines Chancenplus. Die beste Gelegenheit vergab Eren Salli, als er nach 20 Minuten allein vor Torwart Diego Cambero auftauchte. Dieser parierte allerdings Sallis Schuss aus halbrechter Position.

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Hitzig wurde es kurz vor der Pause, als der Rheinfelder Arben Gashi wegen einer Notbremse außerhalb des Strafraums vom Platz musste. FSV-Trainer Giuseppe Stabile nahm es sportlich: „Die Rote Karte geht in Ordnung.“

Langes Bein: Der Laufenburger Angelo Armenio (links) sichert sich den Ball gegen den Rheinfelder Fabian Venturiero.
Langes Bein: Der Laufenburger Angelo Armenio (links) sichert sich den Ball gegen den Rheinfelder Fabian Venturiero. | Bild: Neithard Schleier

Um so beachtlicher, dass der FSV Rheinfelden dem Favoriten auch in der zweiten Hälfte Paroli bot. „Die Rheinfelder hatten auch in Unterzahl die besseren Chancen als wir“, gab SV 08-Coach Wasmer zu.

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„Die ersten zehn Minuten nach der Pause haben wir verschlafen“, musste auf der Gegenseite Giuseppe Stabile feststellen. Kaum war die Partie nämlich wieder angepfiffen, holte Jeremy Stangl die Laufenburger Sturmspitze Sandro D‘Accurso im Strafraum von den Beinen. Den fälligen Strafstoß verwandelte Bujar Halili sicher zur Führung für die Gäste. Vom Punkt hat Halili in dieser Saison noch nie gepatzt.

Es spricht für die Moral der Gastgeber, dass sie auch nach dem Rückstand die Köpfe nicht hängen ließen. Vor allem kamen sie mit den Platzbedingungen auf dem Naturrasen des Eurpastadions besser zurecht. „Wir hatten viel mehr Schwierigkeiten mit dem glitschigen Boden“, sagte auch Gäste-Trainer Wasmer, der bis zum Schlusspfiff zittern musste. So scheiterte Sascha Rueb aus halbrechter Position nur knapp, ein Schuss von Jeremy Stangl wurde gerade noch abgeblockt, und auch Vincent Kittel zielte knapp vorbei.

Als die Gastgeber schon ein Tor von Stangl bejubelten, griff Schiedsrichter Michael Speh nach einem Zeichen seines Linienrichters ein und verweigerte dem Treffer die Anerkennung. Vor der Aktion soll der Ball im Toraus gewesen sein, was Stabile überhaupt nicht verstand. „Das war eine glatte Fehlentscheidung“, klagte der Trainer der Gastgeber. Statt Tor gab es nur Ecke – der Torjubel war umsonst gewesen.

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Die beste und einzige Chance für die Gäste hatte Angelo Armenio, dessen flacher Schuss zwölf Minuten vor dem Ende das Tor von Dany Quintero nur um Zentimeter verfehlte.

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Besser machte es in der Schlussminute Sandro D‘Accurso: Nach einem langen Ball war er halbrechts durchgebrochen und zog dann vom Strafraumeck ab. Der Ball schlug – unhaltbar für Quintero – zum 2:0 im Toreck ein.

Stabile war trotz der Niederlage seiner Mannschaft nicht enttäuscht: „Ich bin stolz auf meine Jungs. Die Leistung hat gestimmt, die Leidenschaft war da.“ Alles gut – aber die Punkte hatte wieder einmal der Gegner.

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FSV Rheinfelden: Quintero – Jäger, Venturiero, Gashi, Salli – Metaj, F. Cam (59. Veider), Smailji (72. Contorno), Rueb (79. Jilg) – Kittel, Stangl.

SV 08 Laufenburg: Cambero – Mendy, Bouhouch, Nowak, Zölle (16. Schmidt) – Armenio (79. Ferrara), Kapidzija (66. Seidita), Mathis, Esser (66. Ristic) – Halili, D‘Accurso.

Michael Wasmer, Trainer SV 08 Laufenburg
Michael Wasmer, Trainer SV 08 Laufenburg | Bild: Jürgen Rudigier

„Mental sind wir bärenstark“

Nach dem 2:0-Sieg seiner Mannschaft im Hochrhein-Derby der Landesliga beim FSV Rheinfelden war Trainer Michael Wasmer vom SV 08 Laufenburg richtig erleichtert.

Michael, als Spitzenreiter sind Sie heute beim Tabellenletzten noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Haben Sie den Gegner unterschätzt?

Das glaube ich nicht. In der ersten Hälfte sind wir aber doch etwas zu selbstsicher aufgetreten. Nach der Pause hatte der Gegner nach unserer Führung auch die besseren Chancen.

Verlieren ist für den SV 08 Laufenburg zur Zeit keine Option. Stimmt‘s?

Wir haben einen guten Lauf, sind seit zehn Spielen ohne Niederlage.

Woran liegt‘s? Nur an den Toren von Bujar Halili und Sandro D‘Accurso?

Sie sind schon große Klasse. Aber es liegt an der ganzen Mannschaft. Mental sind wir bärenstark. Das ist unglaublich.

Sie sind als Aufsteiger an der Tabellenspitze. Ihr Saisonziel ist im Ernst nur der Ligaverbleib, wie sie es immer formuliert haben?

Na ja. Heute ist es nicht so gut gelaufen, und dennoch haben wir gewonnen. Wir wollen versuchen, uns bis zur Winterpause an der Spitze zu halten. Dann werden wir unsere Ziele neu formulieren. Ich weiß natürlich, dass die Ansprüche von außen schon höher gesetzt werden.

Fragen: Gerd Welte