Eishockey-DEL-2: Es ist nicht allzu lange her, da herrschte bei den Ravensburg Towerstars eher miese Stimmung. Mitte November rangierte das Team von Trainer Jiri Ehrenberg auf Platz zehn, meilenweit von den primären Saisonzielen entfernt. Nach sieben Siegen aus den vergangenen acht Spielen sieht die Lage schon wieder ganz anders aus. Inzwischen sind die Towerstars auf Platz sechs geklettert, und weil die Konkurrenz davor zuletzt geschwächelt hat, schrumpfte der Abstand auf Platz drei auf nur noch sechs Punkte.

Zwar haben die Towerstars zwei Spiele mehr absolviert als manch anderer Konkurrent, dennoch ist dieser Zwischenspurt beachtlich. Die Gründe für den Erfolg sind auf den ersten Blick klar. Da reicht schon ein Auge auf der Torausbeute. Mit 106 Treffern stellen die Towerstars die zweitbeste Offensive der Liga, lediglich der amtierende Meister und Tabellenzweite Frankfurt hat ein Tor mehr erzielt.

Das neue Selbstvertrauen geht allerdings tiefer und basiert auch auf Zuversicht und Geduld, wie Defensivroutinier Lukas Slavetinsky betont. „Wir haben von Beginn der Saison an gesehen, was unser Team für Potenzial hat und für uns ist noch einiges möglich“, sagt der 36-Jährige, der bislang eine starke Saison spielt. Slavetinsky schiebt allerdings ein „aber“ hinterher: „Wir sollten natürlich auch mal über einen längeren Zeitpunkt frei von Ausfällen bleiben.“ Auch Trainer Jiri Ehrenberger sieht der aktuellen Lage etwas mit Sorge entgegen. Hatte sein Team am vergangenen Wochenende gerade einmal drei Reihen aufgeboten, und die waren nur deshalb komplett, weil EVR-Nachwuchstalent Julian Tischendorf vom Regionalligateam abberufen wurde. „Dass die Jungs trotz allem die Kraft und Moral abrufen, macht mich schon stolz auf meine Mannschaft“, erklärt der Ravensburger Trainer.

Nur: Mit Stephan Vogt, Raphael Kapzan und Ondrej Pozivil fehlen zwei gestandene Akteure längerfristig. Immerhin soll der zuletzt kranke Robin Just wohl nächstes Wochenende wieder eingreifen können. Am Freitag im Topspiel beim TabellennachbarnSC Riessersee wird auf jeden Fall Stürmer David Zucker fehlen. Der 30-jährige Deutsch-Tscheche kassierte am Sonntag in Kaufbeuren seine dritte Disziplinarstrafe der laufenden Saison und wird für ein Spiel gesperrt. Es bleibt bei einem Spiel, denn nach seinem Check gegen Kopf und Nacken wurde er nach dem Ermittlungsverfahren für eine Partie plus Geldstrafe belegt. Das Ergebnis lag am späten Montagnachmittag den Towerstars vor. Sowohl für den 30-jährigen Stürmer selbst als auch für die Towerstars ein Dämpfer. David Zucker alleine erzielte in den beiden Spielen vergangenes Wochenende fünf Treffer. Ob die Towerstars im Zuge der kniffligen Personallage auf dem Transfermarkt nachlegen werden, ist völlig offen. Bislang gab es hier von offizieller Seite noch keine Signale.