Eishockey-DEL-2: Nur zwei Punkte konnten die Ravensburg Towerstars am vergangenen Wochenende auf der Habenseite buchen, damit musste der Angriff auf den fünften oder sogar vierten Tabellenplatz erst einmal verschoben werden. Die Ursachen hierfür sind letztlichen wieder einmal vielschichtig.

Zum einen war da vor allem die fehlende Effektivität im Abschluss, teils war es auch einfach nur Pech. Dieses lässt sich nur wenig besser personalisieren als an Adam Lapsansky. Der slowakische Stürmer war bereits im zweiten Spielabschnitt gegen Bad Nauheim alleine auf den gegnerischen Torhüter zugefahren und nach einem sehenswerten Stocktrick rutschte der Puck um Millimeter am linken Pfosten vorbei. Im entscheidenden Penaltyschießen musste Lapsansky seinen Penalty zwingend für einen dritten Durchlauf verwandeln. Die Körpertäuschung war vor dem Tor dieselbe, doch diesmal entschied er sich für den Anlauf über links. Ihm gelang wieder kein Tor. Der Puck rutschte an den rechten Bad Nauheimer Innenpfosten und blieb exakt auf der Torlinie liegen.

Ein Spieler, der in den vergangenen Wochen besonders effektiv im Torabschluss gewesen war, stand am Sonntag nicht in der Aufstellung: Jakub Svoboda. Der drittbeste Scorer im Team wurde im Spiel gegen den SC Riessersee am Freitag vor dem gegnerischen Tor so hart und mit hohem Tempo gegen den Kopf gecheckt, dass er mehrfach auf dem Weg in die Klinik die Besinnung verlor. Eine Kernspinuntersuchung gab nach der schlimmsten Befürchtung Entwarnung: kein Halswirbel verletzt. Ein brummender Schädel erinnert den Top-Stürmer dennoch an die Szene. Jakub Svoboda selbst nahm die Sache trocken. „Ich habe es überlebt, immerhin.“

Wie lange er jetzt ausfällt, ist völlig offen. Auch nach Tagen erst können sich Symptome einer Gehirnerschütterung einstellen. „Es wird diese Woche weitere neurologische Untersuchungen geben, wir können nur hoffen, dass das alles nicht so schlimm ist“, sagte Towerstars-Coach Jiri Ehrenberger. Für den Vorfall wurde der Garmischer Verteidiger Stephan Wilhelm vom Disziplinarausschuss für zwei Spiele gesperrt, verbunden mit einer Geldstrafe. Für die Towerstars-Klubführung ist diese Strafe zu milde. „Solche Checks will im Eishockey kein Mensch sehen“, schimpfte der Ravensburger Trainer auch noch drei Tage danach.

Dieser hat durch den nächsten Spielerausfall nicht nur weniger Qualität in der Offensive auf dem Eis, sondern ist auch weit weg von der Möglichkeit, im harten Programm zwischen Weihnachten und Dreikönig mit vier Sturmreihen auflaufen zu können. Wie prekär die personelle Lage derzeit ist, machte eine Einblendung auf der LED-Wand in der Eissporthalle während des Spiels am Sonntag deutlich. Da fing die Kamera das komplette Towerstars-Lazarett ein, und als Jakub Svoboda, Stephan Vogt, Raphael Kapzan und Ondrej Pozivil leicht schüchtern zurückwinkten, ging ein Raunen durch die Zuschauerränge. Vielen Fans war erst in diesem Moment bewusst geworden, wer unten auf dem Eis so alles fehlte.

Damit wurde auch ihnen klar, warum den Towerstars am vergangenen Wochenende jeweils im Schlussdrittel die Extraportion Kraft gefehlt hatte, um das Spiel doch nach zu ihren Gunsten umzubiegen.