Volleyball-Bundesliga: Trotz des klaren 3:0 (25:20, 25:23, 26:24) im Spitzenspiel zwischen Tabellenführer VfB Friedrichshafen und den SWD powervolleys Düren, trotz der gelungenen Revanche für das 0:3 im Hinspiel: Beim Gastgeber wollte keine Euphorie aufkommen. Eher nachdenkliche Gesichter bestimmten die Minuten nach dem Schlusspfiff.

Die Erkenntnis, einem Fehlstart ins Jahr 2017 nur knapp entronnen zu sein, bestimmte die Gefühlslage bei den Gastgebern. Nicht nur beim Friedrichshafener Michal Finger. „Wir wussten“, sagt der Hauptangreifer, „dass Düren sehr stark ist.“ Die glatte 0:3-Niederlage im Hinspiel hat ihren Teil dazu beigetragen. Zeitweise „ängstlich“ sei der VfB im Oktober in Nordrhein-Westfalen aufgetreten, erinnert sich der junge Tscheche, der derzeit die Nummer 1 auf der Diagonalen beim VfB ist. Angst aber ist keine Grundlage für den angestrebten Erfolg im Rückspiel.

Mit „Respekt“ also habe der VfB die Partie am Samstag in der ZF-Arena begonnen, sagt der Mann mit der Nummer 6 auf dem Trikot. Angst? Keine Spur! Trotz des katastrophalen Starts (3:8) blieben er und seine Kollegen mutig. Ihr Schneid wurde nicht nur mit dem Gewinn des ersten Satzes belohnt. Finger hatte gehörigen Anteil daran. 32 Mal schmetterte er den Ball übers Netz, 17 dieser Angriffe wurden zu Punkten. 53 Prozent erfolgreiche Attacken: eine der besten Statistiken aller Akteure. Zum Vergleich: Sein Gegenüber, Rudolf „Rudy“ Verhoeff, ein 28-jähriger Kanadier aus Calgary, hatte 20 seiner 40 Angriffe erfolgreich abgeschlossen. 17 der gesamten 76 VfB-Punkte machte alleine Finger gegen einen unglaublich starken Dürener Abwehrverband. Der ließ sich weder von Auswechselbänken noch Bandenwerbung oder anderen Hindernissen aufhalten, brachte auch viele jener Bälle irgendwie doch noch übers Netz, die die 1600 Fans in der ZF-Arena schon als Friedrichshafener Punkt voreilig bejubelt hatten.

Tommi Tiilikainen war deshalb stolz darauf, wie sich seine Jungs beim VfB Friedrichshafen präsentiert hatten. Entsprechend enttäuscht war der Dürener Trainer auf der anderen Seite aber auch, weil seine Truppe nicht auch das zweite Duell gewonnen hatte. Möglich sei das gewesen, obwohl er auf zwei seiner Besten auf der Annahmeposition und im Außenangriff hatte verzichten müssen: Romans Sauss und Ossi Rumpunen sind verletzt. Der VfB dagegen schöpfte aus dem Vollen. Mit Erfolg. Ein Pluspunkt für Friedrichshafen, ein weiterer – seine Fans. „Den Heimvorteil haben wir genutzt“, freut sich Kapitän Simon Tischer nach dem glücklichen Sieg. Die tolle Unterstützung durch die 1600 habe für „zwei oder drei erfolgreiche Aktionen pro Satz“ gesorgt. Sie halfen stimmgewaltig mit, dass sich in diesem sehr engen Duell zweier „gleichwertiger Mannschaften“ (Tischer) die Waage zugunsten der Friedrichshafener neigte – Tischer & Co. nach dem Spitzenspiel nicht mehr als ein paar Minuten zu grübeln hatten.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €