Volleyball-Bundesliga, Halbfinal-Play-offs, drittes Spiel: Hop oder top, Sekt oder Selters, wer dieses Spiel verliert wird von der Deutschen Volleyball Liga mit einer Bronzemedaille geehrt. Simon Tischer (Zuspiel), Adrian Gontariu (Diagonal), Björn Andrae, Baptiste Geiler (beide Annahme und Außenangriff), Maximiliano Gauna, Alexej Nalobin (beide Mittelblock) und Libero Luke Perry hatten keine Lust auf Blech, sie wollten ihren Titel verteidigen. „Das haben sie gebraucht“, sagte ein zufriedener VfB-Coach Stelian Moculescu nach dem Schlusspfiff. „Das haben sie gut gemacht.“

Erst aber als alle Friedrichshafener mindestens einmal die Kugel im Spiel berührt hatten, löste sich ihre Nervosität und Anspannung. Gute Aufschläge, schnelle Blockspieler, ein stabiles Side out führten zur komfortablen Führung (8:5, 16:11). Und dazu ein Baptiste Geiler in Topform. „Batou“ hatte großen Spaß, machte auch aus den unmöglichsten Situationen Punkte (18:13). Der Abstand blieb bis zum Satzende deutlich (25:19).

Ähnlich hatte auch das erste Halbfinale vor acht Tage in der ZF-Arena begonnen. Die Fans waren gespannt, welches Gesicht ihre Lieblinge nach dem Wechsel zeigen würden. Kein schlechteres. Aber RheinMain legte zu, nicht nur im Aufschlag. Und so wurde aus dem 5:2 ein 6:6. Die aus dem ersten Durchgang bekannte Rallye: der VfB ein Punkt, dann RheinMain einer, begann. Bis der Argentinier Gauna zur Grundlinie schritt und zwei Asse später seine Mannschaft 12:9 in Führung gebracht hatte.

Dennoch blieb das Duell spannend, weil die Gäste aus Hessen ihre Chance auf den Einzug ins Finale noch lange nicht zu den Akten gelegt hatten (14:16). Auch dann nicht, als der VfB Friedrichshafen souverän auf 22:17 davonzog. Jan Zimmermann, Georg Escher und ein Zimmermann-As brachte die Sechs von Michael Warm auf zwei Punkte heran (20:22). Warum der Satz dennoch an Friedrichshafen ging? Kapitän Tischer und Crew blieben cool, Geiler mit einem Hinterfeldangriff (funktionierte bis dahin problemlos) und der zuverlässige Gontariu sorgten für den Satzball (24:20). Jan Zimmermann missriet ein Zuspiel, selten gesehen, und der VfB führte 2:0.

Soweit war die Mannschaft von Trainer Stelian Moculescu schon vor einer Woche gewesen, hatte dann noch die Partie sich aus der Hand nehmen lassen. Oder anders gefragt: Werden die United Volleys noch einmal jene Energie aufbringen können? Im ersten Spiel hatte Friedrichshafen immer wieder Nerven gezeigt. Gestern Abend nicht. Nur kurz der heftige und wütende Protest der Blau-Weißen, als der erste Schiedsrichter den Hinterfeldangriff von Moritz Reichert zwar im Aus gesehen, aber als Einziger in der Halle ihn von einem Friedrichshafener berührt gesehen hatte. Da stand es 4:0 für den Titelverteidiger, der sich aber Dank seiner guten Aufschläge – stets ein Ass zur rechten Zeit – schnell wieder auf vier Punkte absetzte (12:8, 15:9 ).

Spätestens mit dem 16:9 war „die Messe gelesen“ (Moculescu). Jetzt wurde ein munteres Scheibenschießen veranstaltet. Mit RheinMain-Volleyballern, die das nicht verdient, aber mit dem ersten Spiel selbst für so viel Frust beim VfB Friedrichshafen gesorgt hatten. Und der musste jetzt raus. Mit dem 25:15 beendet Friedrichshafen die Frage nach dem Gegner für die Berlin Recycling Volleys. Am Sonntag folgt in Berlin die nächste Runde. Und dort geht es dann um eine schwere Bronzeschale.