Fußball: Die 29-jährige Fußball-Schiedsrichterin Svenja Neugebauer vom FV Langenargen ist seit kurzem in den Stab der Lehrwarte des Württembergischen Fußballverbandes aufgenommen worden, wie die Schiedsrichtergruppe Friedrichshafen berichtet. „Sie ist die erste Frau im Verband, der diese anspruchsvolle Aufgabe übertragen wurde“, ergänzt Schiedsrichterobmann Uwe Schramm mit Stolz.

„Ich dachte, was ein Mann kann, kann ich auch“, lautete die spaßige Antwort der frischgebackenen Lehrwartin auf die Frage nach dem Motiv, sich dafür zu bewerben. Sie ergänzt: „Mich interessiert diese Aufgabe sehr. Zusätzlich braucht es im Bereich der Schiedsrichteraus- und fortbildung dringend Nachwuchs, der zum Beispiel auch mit den modernen Präsentationsmethoden gut vertraut ist. Als Betriebswirtschaftlerin ist mir das nicht fremd.“ An drei Wochenenden habe sie sich „in einer Art Casting“ für die Lehrwart-Aufgabe empfehlen müssen. Nachdem sie sicher über die ersten zwei Runden gekommen war, hat sie die Auswahlkommission im dritten Abschnitt durch einen 60-minütigen Vortrag zum Thema „Rund um den Strafstoß“ endgültig von ihren Fähigkeiten überzeugt.

Ihre Premiere, sich vor gestandenen Schiedsrichtern präsentieren zu müssen, die hat sie am 25. September in Tuttlingen prima gemeistert. Am 23. Oktober wird sie eine Schulung bei der Schiedsrichtergruppe Friedrichshafen durchführen. Wie sie selbst sagt, wird die Betreuung eines kompletten Neuling-Lehrgangs im Frühjahr „eine große Herausforderung. Ich weiß, dass ich nicht nur von der Regelkunde her topp sein muss, ich muss auch methodisch sauber arbeiten, um die Inhalte jedem verständlich zu machen. Der dringend benötigte Nachwuchs soll gut auf die Prüfung vorbereitet werden.“

Schiedsrichterin Svenja Neugebauer hat einen steilen Aufstieg hinter sich. Sie leitet bei den Damen Spiele bis zur Regionalliga und bei den Herren bis zur Bezirksliga. 2016 war sie verletzt, hatte den Aufstieg in die Landesliga knapp verpasst, hofft aber, dieses Jahr die Punkte zu sammeln. Die gebürtige Hildesheimerin, die es beruflich nach Oberschwaben verschlagen hat, sei nicht über die Familie zum Fußball und zur Schiedsrichterei gekommen, wie man vielleicht hätte vermuten können. „Mein damaliger Freund hat mich dazu gebracht. Ihm wollte ich beweisen, dass ich das kann und habe gedacht, es einfach mal zu probieren. Den Freund habe ich nicht mehr, aber der Fußball ist mir geblieben“, ergänzt Neugebauer lachend.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €