Volleyball, 2. Bundesliga: TSV Mimmenhausen – TV/DJK Hammelburg (Samstag, 19 Uhr, BZ-Arena). – Wie gerne hätte der TSV die 14 Tage spielfreier Zeit über Ostern dazu genutzt, die kleinen und größeren Wehwehchen seiner Spieler auszukurieren, um mit vollen Segeln und allen Mann an Bord ein „tolles Duell“ gegen Hammelburg zu bestreiten. Leider wurde daraus nichts, fügt Christian Pampel, Spielertrainer des TSV Mimmenhausen an. „Die Personaldecke“, was sonst, sei Schuld daran. Lukas Ott und Jonas Hoffmann hatten sich schwer verletzt, keiner der beiden Stammspieler tritt zum Saisonende vor eigenen Fans noch einmal an.

Mimmenhausener Mannschaft stellt sich von selbst auf

Und nichts würde das vorletzte Match nach einer selten so zerfahrenen und von Hiobsbotschaften geprägten Punkterunde süßer machen, als dem Tabellenzweiten Hammelburg die sprichwörtlichen Beine lang zu ziehen. Statt aber mit den Besten aus Mimmenhausen das Spitzenspiel angehen zu können, stellt sich das TSV-Team aus Mangel an gesunden Spielern selbst auf, weiß Christian Pampel (mal wieder) erst kurzfristig, wer fit ist. Pascal Zippel sei zuletzt krank gewesen (nein, kein Corona). Er wisse nicht, ob der Mittelblocker bis Samstag wieder hergestellt ist. Mit Tobias Streibl und Tim Knaus hat der Spielertrainer noch zwei Männer für die Mitte. Auf den Außenbahnen sieht es nicht üppiger aus: Tim Frings, Heiko Schlag und Joshua Müller (statt Libero nun Außenangreifer), das ist die Mimmenhausener Herrlichkeit. Spaß mache das unter diesen Umständen nicht, sagt Pampel, ohne zu klagen. „Wir arbeiten nur noch Aufgaben ab.“

Keine gründliche und effektive Vorbereitung möglich

Eine gründliche und effektive Vorbereitung, so wie sie der ehemalige Top-Volleyballer geradezu liebt, ginge auch aus einem anderen Grunde nicht. „Wir wissen nicht, wie es bei Hammelburg aussieht“, sagt er. Es gelte abzuwarten, wer tatsächlich an den Bodensee komme. „Wir bereiten uns auf bestimmte Spieler vor“, erläutert er, „und müssen dann flexibel reagieren, wenn andere auf dem Feld stehen.“ Das sei die Wochen zuvor nicht anderes gewesen.

Mimmenhausen hat Spaß am Volleyball nicht verloren

Dennoch: Sowie der Anpfiff ertönt, die ersten Ballwechsel erfolgreich verlaufen sind, kehrt bei den Spielern in Blau-Gelb die unbändige Lust an ihrem Sport zurück, sind alle Ärgernisse vergessen. Mit großem Spaß und großem Erfolg besiegte die Rumpftruppe zuletzt Leipzig und Delitzsch. „Wir freuen uns, wenn wir punkten“, so Pampel. Mimmenhausen winkt deshalb noch immer – trotz der vielen Knüppel, die es im Laufe der Wochen zwischen die Beine geworfen bekam – ein erstrebenswerter Lohn: „Es ist nicht wegzudiskutieren“, sagt selbst Pampel, dem Tabellenstände eigentlich herzlich egal sind, „dass wir noch Vizemeister werden könnten.“ Aber nur, wenn für einmal in dieser Saison alles optimal läuft für Mimmenhausen.

Saisonabschlussfeier nach dem Hammelburg-Spiel

Wie immer die Partie enden wird. Verein und Fans feiern am Samstag ihr offizielles Saisonabschlussfest mit Pauken, Trompeten und traditionellen Thüringischen Bratwürsten. Vielleicht feiert Mimmenhausen nach dem Nachholspiel gegen Schwaig am 30. April aber noch einmal: dann als Vizemeister.