3. Liga Frauen: Die Drittliga-Handballerinnen des SV Allensbach sind in die Vorbereitung auf die neue Saison gestartet. Zunächst zwei Wochen lang individuell auf Anweisung von Athletiktrainer Tillman Lantzsch. Ab 15. Juni hat das Trainerteam dann bereits Konzepte für die Halle und Outdooranlagen erstellt – unter Einhaltung der aktuellen Verordnungen.

„Auch wenn es noch keine verbindlichen Aussagen gibt, wann wir wieder in den Wettkampf einsteigen können, wollen wir an den Grundlagen arbeiten und parat sein“, erklärt der Vorstand des Handball Sportmanagement Allensbach, Andreas Spiegel. Zwei der bekanntesten Gesichter, die den Allensbacher Frauenhandball über Jahre mitgeprägt haben, werden dann fehlen: Die Urgesteine Sarah Rothmund und Julia Willauer beenden ihre Karrieren.

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Sarah Rothmund trug seit der Kooperation Schule-Verein schon immer das gelb-blaue Trikot des SV Allensbach. Sie spielte nie bei einem anderen Verein und ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich eine Spielerin mit Fleiß, Ehrgeiz und Talent über die erfolgreiche Jugendarbeit und das Perspektivteam in die erste Mannschaft spielen kann. Nun möchte die 28-jährige Kreisläuferin kürzertreten und freut sich auf die Zeit nach dem Handball.

„Nach einer so langen Zeit beim SV Allensbach ist es mir schwergefallen, nach dieser Saison nicht mehr für meinen Heimatverein aufzulaufen. Mein Karriereende habe ich mir zwar anders vorgestellt als durch einen Saisonabbruch. Mir bleiben aber viele schöne Erinnerungen, egal ob es der Aufstieg in die Zweite Liga war oder die alljährlichen Saisonabschlüsse auf Mallorca„, sagt Sarah Rothmund.

Sarah Rothmund im Einsatz.
Sarah Rothmund im Einsatz. | Bild: Fotodesignts

Andreas Spiegel sagt: „Mit Sarah verlieren wir eine verdiente Akteurin und ein absolutes Vorbild für alle jungen Spielerinnen. Sie war jahrelang eine der tragenden Säulen des Teams auf und neben dem Spielfeld und hat auch in der vergangenen Saison noch einmal gezeigt, dass sie den entscheidenden Unterscheid zwischen Sieg und Niederlage ausmachen kann.“

Julia Willauer kam in der Jugend vom TV Ehingen nach Allensbach und schaffte dann den Sprung über die zweite Mannschaft in die erste. Früh zeigte die heute 27-Jährige, dass sie eine schnelle Außenspielerin ist, aber auch über ein enormes Wurfrepertoire verfügt, weshalb sie in den letzten Jahren fast ausschließlich im Rückraum auflief.

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„Julia hat sich sowohl als Handballerin als auch als Persönlichkeit während ihrer Zeit beim SV Allensbach enorm entwickelt. Zudem wird uns ihre emotionale Art auf der Platte fehlen“, erklärt Andreas Spiegel.

Auch Julia Willauer blickt auf eine tolle Zeit zurück: „In den zwölf Jahren beim SV Allensbach habe ich viele sportliche Höhepunkte, wie zum Beispiel den Aufstieg in die 2. Bundesliga, erleben dürfen. Nach drei Kreuzbandrissen und beruflichen Veränderungen ist es mir jedoch nicht mehr möglich, den Aufwand zu betreiben, den der Leistungssport auf dieser Ebene mit sich bringt.“

Julia Willauer im Einsatz.
Julia Willauer im Einsatz. | Bild: Fotodesignts

Neben den beiden Urgesteinen werden auch Hannah Person und Katja Allgaier den SV Allensbach verlassen. Person verschlägt es nach drei Jahren am Bodensee aufgrund ihres Studiums wieder zurück in ihre Heimatregion Freiburg.

„Hannah hat eine sehr tolle Entwicklung bei uns genommen. Sowohl aus dem Positionsangriff als auch im Tempospiel der ersten Welle spielte sie ihre Stärken aus und war zuletzt auch auf der Halbposition in der Abwehr einsetzbar“, sagt Vorstand Andreas Spiegel. Hannah Person selbst sieht es so: „Die Entscheidung fiel mir nicht leicht, da ich mich sportlich sowie menschlich in Allensbach wohlgefühlt habe. In den drei Jahren am Bodensee habe ich viel lernen können.“

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Katja Allgaier spielte seit der B-Jugend beim SV Allensbach, und auch sie schaffte den Sprung über das Perspektivteam in den Drittligakader. Die 20-jährige Allrounderin wechselt zurück zu ihrem Heimatverein HSG Mimmenhausen-Mühlhofen in die Südbadenliga und erklärt: „Ich hatte unglaublich schöne Jahre in Allensbach. Ich feierte Erfolge, lernte viele Freunde kennen und war immer gerne Teil dieser Familie. Nun habe ich mich dafür entschieden, einen neuen Weg zu gehen.“

Mit Leonie Scholl und Jennifer Grathwohl standen bereits zwei Abgänge zu Beginn des Jahres fest. Die 22-jährige Scholl beendet ihre Ausbildung und geht zurück in ihre Heimat, wo sie künftig für den Drittliga-Aufsteiger HSG St. Leon/Reilingen auflaufen wird. Kreisläuferin Grathwohl wird sich ebenfalls wieder ihrem vorherigen Verein HSG Mimmenhausen-Mühlhofen, anschließen.