Handball, 3. Liga: HC Oppenweiler/Backnang – HSG Konstanz (Samstag, 20 Uhr, Livestream auf www.hsgkonstanz.de/livestream). – Der bange Blick nach Stuttgart zur Landesregierung scheint heute mit einem blauen Auge für die Handball-Clubs in der 3. Liga auszugehen. Geisterspiele, so scheint es, sind vorerst vom Tisch und bis zu einer harten Obergrenze von 750 Zuschauern dürfen Sportveranstaltungen mit maximal 50 Prozent der Hallenkapazität weiter stattfinden. So werden sich für die Partie am Samstag beim HC Oppenweiler/Backnang wider einige HSG-Fans auf den Weg machen. Es gelten Maskenpflicht und die 2G+-Regel, nach der Geimpfte und Genesene mit digitalem Nachweis und Lichtbildausweis zusätzlich einen tagesaktuellen Schnelltest vorweisen müssen.

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HSG-Trainer Jörg Lützelberger hat seiner Mannschaft von der Zuschauer-Unsicherheit jedoch nichts angemerkt, sondern ein Team beobachtet, das in dieser Hinsicht bereits in der letzten so schwierigen Spielzeit in der 2. Bundesliga mit fast ausschließlich Geisterspielen viele Erfahrungen gesammelt hatte. Ruhig und gelassen sei deshalb der Umgang mit der unklaren Lage. „Wir hatten dies schon vor der Saison besprochen und Corona als potenziellen Gefährder auf der Liste“, sagt er. „Wir konzentrieren uns auf das, was wir beeinflussen und an dem wir aktiv arbeiten können.“ Das sei eine Menge, versichert der 36-Jährige.

Großer Tordrang beim Gegner

Insofern bereitet sich der EHF-Mastercoach auf einen heißen Tanz in Oppenweiler vor. Auch wenn es die Tabelle aktuell nicht auf den ersten Blick hergibt, für Lützelberger ist das Duell beim Tabellensechsten ein Topspiel. Dafür sprechen sowohl die individuelle Klasse des Gegners als auch dessen gute Form mit zuletzt drei Siegen in Folge. Beeindruckend ist der Tordrang in den letzten Wochen: 38, 37, 39 Treffer legte der HCOB seinen Gegnern zuletzt ins Netz.

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Somit deutet alles auf ein attraktives und intensives Spiel hin, denn in dieser Hinsicht haben die Württemberger ebenso einiges aufzubieten. Tobias Gehrke als starken Eins-gegen-Eins-Spieler, Ruben Sigle mit viel Torgefahr und guter Form aus dem Rückraum und starke Kreisläufer etwa. Schon beim 40:31-Sieg im Hinspiel war der HC Oppenweiler/Backnang ein gefährlicher Gegner.

Peter Schramm wird vermisst

Seit diesem Duell im September hat sich auf beiden Seiten viel getan. Lützelberger sieht sein Team auf einem anderen Niveau und „dass wir nun einiges besser machen. Ich sehe aber auch, dass im Hinspiel ein Peter Schramm dem Spiel seinen Stempel mit seiner Torgefahr und Präsenz aufgedrückt hat.“ Schramm wird wie Carlos Marquis, Christos Erifopouls und Moritz Ebert in diesem Jahr nicht mehr spielen können, dafür erscheint ein Einsatz von Samuel Wendel wieder möglich.

Der verletzte Peter Schramm (am Ball) wird in diesem Jahr nicht mehr zum Einsatz kommen.
Der verletzte Peter Schramm (am Ball) wird in diesem Jahr nicht mehr zum Einsatz kommen. | Bild: Peter Pisa

Damit tritt die HSG mit einer der jüngsten Mannschaften der Liga an, die durch den Einbau der beiden 19-Jährigen Gianluca Herbel und Jo Knipp sowie Lars Michelberger aus der U23 noch jünger wurde. Lützelberger freut sich über die hohe Qualität und Quantität, die es ihm ermöglichen, erfolgreich zu improvisieren. Auf der Gegenseite ist Isaiah Klein wieder zurück. Eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte wird es für Lukas Köder. Von 2016 bis 2020 war der Rechtsaußen in Oppenweiler/Backnang aktiv.