Handball, 2. Bundesliga: HBW Balingen-Weil. – HSG Konstanz 36:30 (16:10). – Lange konnte die HSG Konstanz mit der überragenden Unterstützung von über 200 lautstarken Fans den bislang so souveränen Ligaprimus mächtig ärgern, am Ende setzte sich allerdings die extrem hohe individuelle Qualität des Bundesliga-Absteigers HBW Balingen-Weilstetten durch. Auch der HSG gelang es nicht, den HBW das erste Mal in dieser Saison zu schlagen und verlor letztlich etwas zu hoch mit 30:36 (10:16).

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Lützelberger begeistert

Lange war das heiß umkämpfte, aber überaus faire Derby ein Duell auf Augenhöhe. Insbesondere die Anfangsphase brachte Jörg Lützelberger ins Schwärmen. „Das waren die wohl besten 20 Minuten, die ich als Trainer dieser Mannschaft mit begleiten durfte“, sagte der HSG-Coach.

Ingenpaß am Kreis nicht zu stoppen

Hatten die Konstanzer Fans die Halle bei Anpfiff längst fest im Griff, so taten es ihnen ihre Lieblinge auf dem Spielfeld gleich. Hinten formierte die HSG eine dicht gestaffelte, sehr aggressive 6:0-Deckung, vorne zeigte sie sich sehr abgezockt. Gregor Thomann besorgte an alter Wirkungsstätte die erste Führung, David Knezevic legte nach zum 2:0.

Das gab weiter Auftrieb und Knezevic besorgte mit einem seiner acht Tore nach knapp 18 Zeigerumdrehungen die erneute Zwei-Tore-Führung (6:8). Auch nach 22 Minuten war der Stresslevel für den Favoriten hoch. Der starke Niklas Ingenpaß war am Kreis nicht zu stoppen und setzte mit einem seiner vier Tore bei vier Versuchen den nächsten Nadelstich: 9:8 – für den Underdog vom Bodensee.

Ein gebürtiger Konstanzer dreht beim HBW auf

Als Lars Michelberger zum 10:10 traf, war es damit aber zunächst vorbei. Innerhalb von sechs Minuten erhöhte der HBW auf 16:10. Vor allem der gebürtige Konstanzer Patrick Volz, der bei der HSG die komplette Jugend durchlaufen hatte, legte mit zehn Treffern richtig los.

Doch auch nach der Halbzeit bastelten die Gelb-Blauen weiter an der möglichen Sensation und wurden von der fantastischen Atmosphäre, an der die 200 Gästefans einen großen Anteil hatten, getragen. Lützelberger setzte nun wieder auf den siebten Feldspieler und hatte damit Erfolg. 20 Minuten vor Schluss war sein Team damit so weit, dass das Spiel hätte noch einmal eine Wendung nehmen können.

Ausgeglichene zweite Halbzeit

Lukas Köder hatte auf 18:21 verkürzt, dazu gab es eine Überzahlsituation für die Gäste. Lützelberger: „Es gibt Highscoring-Spiele, in denen kann man es nur drehen, wenn man den Zugriff in der Abwehr findet. Das ist uns gegen tolle Spieler nicht in ausreichendem Maß gelungen. Die Fehler, die die Jungs machen sind für mich alle nachvollziehbar, weil sie solche Spiele auf dieser Bühne noch nicht oft gespielt haben.“

Insbesondere war damit auch jener Moment gemeint, als das ein richtig enges Spiel greifbar war. „Das sind genau die Dinger, die mich und die Jungs ärgern, aber auch eine Frage der Coolness und Routine sind“, erklärte der ehemalige Bundesligaprofi. „Da läuft die Überzahl und du willst sie noch schnell nutzen. Das sind Sachen, die machst du Mitte, Ende 20 nicht mehr, mit Anfang 20 manchmal noch – weil du es gut machen und dem Team helfen möchtest.“

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Letztlich gab es nach einer ausgeglichen zweiten Halbzeit, die 20:20 endete, keinen Zweifel am verdienten Erfolg des HBW Balingen-Weilstetten, der am Ende vielleicht um ein paar Tore zu hoch ausfiel. Trotzdem feierten die HSG-Fans minutenlang vor Abpfiff und noch lange danach ihre Mannschaft. Lützelberger konnte sich so über „ein gutes Spiel“ freuen und bilanzierte: „Mit unseren Fans zusammen haben wir hier ein tolles Spiel und eine tolle Show vor einer schönen Kulisse geboten.“

Am Freitag, 20 Uhr, steht für die HSG in der Schänzlehalle gegen den HC Empor Rostock das nächste wichtige Spiel an. Tickets sind unter www.hsgkonstanz.de/tickets erhältlich.

HSG Konstanz: Ebert, Grabenstein (Tor); Stotz (2), Czako, Foege (3), Michelberger (2), Thomann (2/1), Erifopoulos (1), Mauch (1), Beckmann (2), Wendel (3), Ingenpaß (4), Köder (2/1), Knezevic (8), Hutecek.