Handball, Oberliga: HSG Konstanz II – TuS Steißlingen 29:33 (12:18). – Jonas Hadlich und Lukas Herrmann kauerten nach dem Schlusspfiff am Torpfosten. Leere, große Enttäuschung und etwas Sprachlosigkeit machten sich bei den Spielern der HSG Konstanz II breit nach einer ersten Halbzeit, die viele Fragen offen lässt. In den ersten Minuten war nur eine Mannschaft eines Derbys angemessen mit der nötigen Aggressivität und Entschlossenheit zu erkennen: der TuS Steißlingen. Die Hegauer spielten leidenschaftlich und mit viel Einsatz und brachten alles auf die Platte, was sie hatten. Viel Bewegung, viele Emotionen und vor allem Konsequenz. Immer wieder stach der TuS in die Schnittstellen der HSG und kam so relativ unbedrängt zu guten Abschlüssen. Daniel Hipp besorgte nach etwas mehr als elf Minuten so schon die 9:4-Führung für die Gäste. Wirklich besser wurde es trotz einiger Korrekturen zunächst nicht. Matthias Biedermann war es, der gar auf 15:8 stellte (22.). Es bahnte sich ein Debakel für die Gelb-Blauen an.

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In der Halbzeit jedoch fanden die Trainer Vitor Baricelli und Benjamin Schweda die richtigen Worte. Konstanz kam wie verwandelt aus der Kabine, wirkte nun richtig im Derby angekommen. Mit mehr Galligkeit und Entschlossenheit und deutlich stabilerer Defensive starte die Aufholjagd. Jens Koester ließ die Drittliga-Reserve jubeln und hoffen. Beim 19:20 war nach 41 Minuten der Anschluss geschafft.

Nun gab es einen intensiven Schlagabtausch. Immer wieder hatten die Konstanzer klarste Chancen zum Ausgleich – doch reihenweise ließen sie freie Gelegenheiten aus. Und es kam noch schlimmer. Acht Minuten vor Schluss hatte Steißlingen die Konstanzer Nachlässigkeiten in der Chancenverwertung mit der 27:23-Führung bestraft. Danach lief der HSG die Zeit davon und die Hegauer bejubelten schließlich den ersten Erfolg gegen Konstanz in der Oberliga überhaupt.

„In der zweiten Halbzeit haben wir 15 Minuten gut gespielt. Machen wir ein Tor mehr in dieser Phase, wird das Spiel anders. Aber dieses eine Tor schaffen wir nicht“, sagte HSG-Trainer Baricelli enttäuscht. „Wir müssen weiterarbeiten und nach vorne sehen. Aber es tut richtig weh, so zu verlieren.“

HSG Konstanz II: Herrmann, Ebert (beide Tor); Böhlefeld (3), Mack, Stotten (5), Koch (3), Herbel (10/9), Merz (3), Eich, Knipp (2), Koester (2), Lioi, Hadlich (1), Czako.

TuS Steißlingen: Seeger, Walter (Tor); Biedermann (4), Wildöer, Storz (1), M. Wangler (9/1), Weber (2), Maier (4), Klotz (1), Gattinger, Hipp (6), Glock, F. Wangler (6/2), Müller.

Die nächsten Oberliga-Spiele

HSG Konstanz II – TSV Schmiden (Samstag, 20 Uhr, Schänzlehalle). – Die HSG Konstanz II möchte am Samstag, 20 Uhr, im dritten Heimspiel innerhalb von sieben Tagen gegen den TSV Schmiden den Bock umstoßen. Trainer Vitor Baricelli: „Wir möchten nun auf uns schauen. Wir müssen uns an die richtig gute Leistung gegen Schutterwald vor der Spielpause erinnern. Aus den letzten beiden Spielen müssen wir lernen und wieder mit dieser Spielfreude auftreten.“ Einfacher wird die Aufgabe gegen einen Gegner, der wieder alles im Kampf um den Klassenerhalt investieren wird, jedoch nicht.

TuS Steißlingen – SG Köndringen-Teningen (Samstag, 20 Uhr, Mindlestalhalle). – Nach dem Erfolg im Derby unter der Woche will der TuS Steißlingen, erneut in eigener Halle, nachlegen. Zu Gast in der Mindlestalhalle ist mit der SG Köndringen-Teningen allerdings der aktuelle Tabellendritte.