Turnen: Spagat, Überschlag und Flugeinlagen am Stufenbarren – alles kein Problem für Petra Ruggaber und ihre Turn-Kameraden beim TV Güttingen. Dort betreiben sie zwar auf dem Papier Seniorenturnen, doch so gemächlich, wie es die Bezeichnung vermuten lässt, geht es nicht zu. Die Senioren gehören noch lange nicht zum alten Eisen.

Ruggaber organisiert die Seniorenturngruppe

„Mit 30 fühlt man sich zwar noch nicht als Senior, aber es ist so“, schmunzelt Petra Ruggaber. Sie organisiert die Seniorenturngruppe des TV Güttingen, die derzeit zwölf Personen umfasst – zehn Frauen und zwei Männer. Eine Obergrenze beim Alter gibt es nicht. Jeder und jede darf turnen, solange man sich fit und gesund fühlt. Dass rüstige Rentner noch mit weit über 70 Jahren noch auf der Matte stehen, sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Den Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde als älteste Wettkampfturnerin hat die Deutsche Johanna Quaas mit 91 Jahren inne.

Petra Ruggaber, TV Güttingen
Petra Ruggaber, TV Güttingen | Bild: privat

Etwas jünger sind die Turner in Güttingen. Dort ist das älteste Mitglied der Seniorengruppe 65 Jahre alt. Kommt ihnen keine Pandemie dazwischen, trifft sich die Gruppe unter der Aufsicht von Trainer Konrad Wiggenhauser zweimal wöchentlich in der Güttinger Turnhalle. Dabei geht es nicht nur um den Spaß an der Bewegung an sich, sondern auch um sportliche Ziele. Jedes Jahr finden Seniorenturnmeisterschaften statt. Auf badischer, dann auf süddeutscher und schließlich auf bundesweiter Ebene. Um an diesen Wettkämpfen teilzunehmen, trainieren die Senioren hart – und das mit Erfolg.

TV Güttingen regelmäßig bei Deutschen Meisterschaften

Regelmäßig sind Turner des TV Güttingen bei Deutschen Meisterschaften dabei, zuletzt qualifizierte sich Petra Ruggaber für die Titelkämpfe im Oktober. Die Badische Auswahl, der Ruggaber und auch Sabine Hild häufig angehören, gewinnt regelmäßig den Mannschaftswettbewerb beim Deutschland-Pokal.

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Es sind jedoch nicht nur die sportlichen Erfolge, weshalb die Turnerinnen regelmäßig auf der Matte stehen. „Mir gefällt am Turnen nicht nur die Mischung aus Kraft und Beweglichkeit, sondern auch die Gemeinschaft mit den anderen Turnern“, sagt Sabine Hild. „Ich werde es machen, solange ich keine Schmerzen habe.“

Der Schlüssel ist es, keine längeren Pausen einzulegen

Die körperliche Verfassung spielt im fortgeschrittenen Alter eine immer größere Rolle. Petra Ruggaber spricht dabei aus Erfahrung, sie turnt bereits seit Kindesalter, schaffte es in ihrer aktiven Zeit sogar in den Landeskader und trainiert nun die Leistungsturngruppe des Vereins. „Turnen ist eine gute Sportart, um sich fit zu halten. Es fördert Beweglichkeit, Koordination und Kraft. Wir machen einfach alles. Es ist gut für jedes Alter, von Kindern bis zu den Senioren.“ Dabei liegt der Schlüssel in der Regelmäßigkeit. „Am wichtigsten ist es, keine längeren Pausen zu machen, sondern kontinuierlich dranzubleiben“, weiß Ruggaber. „Dann sieht man bei diesen älteren Personen, dass sie auch im Kopf fit sind. Turnen kann ich also nur gutheißen.“

Das Video zum Seniorenturnen und weitere Beiträge zum Turngau-Jubiläum gibt es hier