Als die Skigebiete in Österreich ihre Tore für Touristen und Freizeitfahrer schlossen, wurde es Mitte dieser Woche ruhig um die wenigen Spitzensportler, die bleiben durften. Eine davon ist Olivia Wenk, die aus Schienen auf der Höri kommt, seit Ende September aber ihre Zelte in Feichten im Kaunertal aufgeschlagen hat.

Auf dem dortigen Gletscher bereitet die 20-Jährige sich akribisch vor auf eine Saison, von der noch niemand weiß, wie oder ob sie überhaupt stattfinden wird. „Wir machen einfach weiter, egal, was kommt“, sagt Wenks Trainer Thomas Burda voller Optimismus.

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Die junge Athletin ist jedenfalls trotz der ungewöhnlichen Umstände aktuell in einer hervorragenden Form. Mehr als 70 Trainingstage hat Olivia Wenk in dieser von der Coronapandemie geprägten Vorbereitung absolviert.

„Und an jedem Tag, an dem sie nicht im Schnee war, hat Olivia auf dem Mountainbike ihre Kondition verbessert“, berichtet Trainer Burda aus Österreich. „Wir haben alles in den Beinen, was wir in den Beinen haben wollten, weil wir den Sommer über durchtrainiert haben“, fährt Burda fort.

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Bis Sonntag noch können die Leistungssportler drei Lifte im Kaunertal nutzen. Danach drohen auch sie bis Anfang Dezember ausgesperrt zu werden.

„Plan A sind die Rennen. Wir warten gerade von Tag zu Tag ab, was Südtirol plant. Stand jetzt startet Olivia dort Anfang kommender Woche bei den Italienischen Meisterschaften im Riesenslalom. Das wäre ihr erstes Rennen seit acht Monaten“, erklärt ihr Coach am Telefon. „Wenn die Rennen nicht stattfinden, werden wir überlegen, wo wir wie weiter trainieren können.“

Sollte kein Schneetraining möglich sein, dann legen Wenk und ihr kleines Privatteam vom Verein IG alpiner Rennsport Hochschwarzwald eben einen weiteren zweiwöchigen Konditionsblock ein.

Sobald es dann möglich ist, feilen sie wieder auf den Pisten gemeinsam mit dem norwegischen Team um die zweifache Olympiasilber-Gewinnerin Ragnhild Mowinckel oder den Tschechen mit der Doppel-Olympiasiegerin Ester Ledecka am perfekten Schwung.

Bild: privat

Schließlich hat Olivia Wenk weiter große Pläne. In drei Jahren will die heute 20-Jährige an den Weltmeisterschaften in Courchevel teilnehmen. In diesem Winter hofft sie über Starts bei Fis-Rennen und im Europacup einen Platz in der Vorausscheidung beim Heimweltcup in Garmisch zu bekommen. Dort hatte sie im vergangenen Winter bereits als Vorläuferin überzeugt.

Sollte entgegen der Hoffnungen doch wieder alles anders kommen als geplant, hat Olivia Wenk ja noch ihr zweites Standbein. Wenn sie sich nicht gerade auf den Gletschern dem eisigen Rausch der Geschwindigkeit hingibt oder im Sattel die Berge erklimmt, dann büffelt die junge Frau für ihr Fernstudium im Fach Wirtschaftsingenieurwesen.

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