Segeln: Michael Zittlau, Frederik Schaal, Sven Heßberger und Dominic Fritze reißen die Arme hoch, schreien sich die Anspannung aus der Kehle und fallen sich in die Arme. Die vier jungen Segler des Segel- und Motorbootclub Überlingen (SMCÜ) haben gerade die Sailing Champions League in einem unglaublich spannenden Finale mit nur knapp zwei Metern Vorsprung gewonnen – und das, obwohl sie alles andere als damit gerechnet hatten und sogar fast auf den Start verzichtet hätten.

Die Sailing Champions League fand im Yacht Club Costa Smeralda auf Sardinien unter besonderen Hygienerichtlinien statt. 27 Boote aus 13 Nationen waren am Start, und sie mussten Corona-Tests nachweisen. „Wir haben uns dann aber gesagt, dass wir die Chance nutzen müssen, um Erfahrung zu sammeln, wenn wir es schon so weit geschafft haben“, so Steuermann Michael Zittlau. Schließlich habe man nicht so oft die Möglichkeit, gegen die besten Segler aus Europa anzutreten. Die Mannschaft kam erst kurz vor dem Start in Sardinien an. Als die Vorrunde beendet war, gehörte der SMCÜ zu den vier besten Booten und durfte im Final Four noch einmal ran. Jetzt ging es um den Titel. „Allein das war für uns schon der Oberhammer“, sagt Zittlau. „Dann haben wir die erste Wettfahrt mit einigem Abstand gegen die Italiener, die Schweizer und die Russen gewonnen.“

Als jedes Team einmal gewonnen hatte, entschied das letzte Rennen: Wer als Erster über die Ziellinie segelt, ist Champions-League-Sieger. „Wir haben bewusst auf Risiko gesetzt“, erklärt der Steuermann. „Wir haben uns ausschließlich auf uns konzentriert, Ruhe bewahrt und sind cool geblieben“, so Michael Zittlau. „Das war letztlich der Grund, warum wir knapp zwei Meter Vorsprung über die Ziellinie gerettet haben.“ Danach gab es kein Halten mehr. „Es ist einfach mega krass, was wir für Überlingen geschafft haben“, resümiert Michael Zittlau.

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