Volleyball, 2. Bundesliga: TSV Mimmenhausen – L. E. Volleys 3:0 (25:21, 25:20, 25:19), TSV Mimmenhausen – GSVE Delitzsch 3:1 (26:28, 25:20, 25:15, 25:12). – Mit dem souveränen 3:0 gegen Leipzig und dem nur zu Beginn umkämpften 3:1 gegen Delitzsch steht die Mannschaft von Christian Pampel als Dritter wieder oben in der Tabelle. Trotz personeller Probleme. „Wir werden eine Mannschaft auf dem Feld haben“, hatte Pampel vor den beiden Partien alle Bedenken vom Tisch gewischt, mit einer Notsechs antreten zu müssen. Und die holte trotz Trainingsrückstand unerwartet das Maximale heraus. Ihr Spielertrainer hätte sich auch „über vier oder fünf Punkte gefreut“.

Eiskalt im Eiskeller BZ-Arena

Die Stammsieben, mit Jonas Hoffmann und Bogdan Birkenberg, schlug am Samstag im Eiskeller BZ-Arena (die Heizung ist schon längere Zeit defekt) eiskalt zu und ließ die Sachsen, die auf ein paar wichtige Akteure verzichten mussten, nur im zweiten Satz ein wenig am möglichen Teilerfolg schnuppern. Ansonsten hatten die Gäste nicht viel zu bestellen, zu souverän der TSV in der Annahme (im zweiten Satz jedoch nur teilweise), im Block und Blocksicherung sowie in der Feldabwehr. „Wir hatten relativ früh ein paar gute Block-Abwehr-Aktionen“, kennt Pampel einen Grund für den klaren Sieg. „Da wurden sie vorhersehbar, daraus haben sie sich nicht mehr befreien können.“ Kaum ein Leipziger Angriff führte direkt zu Punkten. Sehr viele Bälle, die Kapitän Lukas Ott und seine Crew im Spiel hielten, münzte allen voran Christian Pampel Punkt um Punkt um. 26 mal, teilweise in unnachahmlicher Art, und bestens bedient von Zuspieler Federico Cipollone, dem logischen MVP. Gegen ein Leipzig, das sich für seine engagierte Leistung zu selten belohnte, oft mit Eigenfehlern Mimmenhausen in die Karten spielte.

Delitzsch war der härtere Brocken

„Delitzsch ist der härtere Brocken“, hatte Pampel im Vorfeld des Doppelspieltages geurteilt. Der Spielertrainer behielt Recht. Teilweise. Hatte aber im ersten Satz den Schiri nicht auf dem Schirm. Illia Matjiev aus Stuttgart hatte sein Visier nicht optimiert, pfiff in eigentlich nicht umstrittenen Situationen oft gegen Mimmenhausen, das beim knappen 26:28 nicht immer die Fassung bewahren konnte. Der Schiedsrichter sei aber nicht Schuld am Satzverlust gewesen, relativiert Pampel. „Wir haben ein paar schwerwiegende Punkte liegen lassen, keinen Druck auf den Gegner aufgebaut.“ Dazu kamen „viele Aufschlagfehler“ – im Gegensatz zu Delitzsch – und ein paar „unforced errors“ und dahin war der Durchgang.

Mimmenhausen blieb konzentriert

Bewundernswert, dass sich der TSV vom ärgerlichen Satzverlust nicht aus der Ruhe bringen ließ. Bei weitem nicht alles klappte am Sonntagnachmittag, trotzdem holten sich Pampel & Co. mit dem 25:20 den Satzausgleich. In den entscheidenden Situationen unterstützt von einigen GSVE-Eigenfehlern. „Das war harte Arbeit“, war Pampel nur einfach froh, dass „wir das noch geschafft“ haben.

Delitzsch blieb zwar lange Zeit auch der bessere Aufschläger im dritten Durchgang. Mimmenhausen aber stabilisierte seine Annahme und hatte jetzt die effektiveren und selbstbewussten Angreifer, die mit viel Mut (und Wut) viel weniger Fehler machten (8:6, 18:11, 22:13) beim 25:15.

Mimmenhausen wurde immer sicherer

Die unerwartete Abreibung verunsicherte die Delitzscher, die nicht mehr so richtig an eine Wende glaubten. Fortan häuften sich ihre Fehler in dem Maße, in dem Mimmenhausen sicherer wurde (8:4, 16:7). Selbst blockfrei gingen die Delitzscher Bälle nun ins Aus. Kein Wunder, dass sich die Hausherren klar absetzten (23:9). Zwar benötigten sie drei Matchbälle, bei dem Spielstand aber keine große Sache. Symptomatisch das Ende einer Partie, in der die Sachsen weit unter Wert geschlagen wurden: Tom Pietzonka drosch seinen Angriff zum 12:25 ins Netz. Sehr zur Freude des TSV, der ein Sechs-Punkte-Wochenende feierte.

„Das war einfach schön, Balsam für die Seele“, fasste Abteilungsleiter Christof Kraußer das erfolgreiche Wochenende in einem Satz zusammen.

TSV Mimmenhausen: Ott, Birkenberg, Streibl, Pampel, Hoffmann, Frings, Zippel (MVP), Cipollone (MVP), Reusch.