2. Bundesliga: HSG Konstanz – HC Elbflorenz Dresden 21:27 (13:14). – Zwar saßen auf den Rängen wesentlich weniger Einheizer als vor Corona, trotzdem kochte die Schänzlehölle bereits nach acht Minuten. Da war die Premiere von Peter Schramm im Dress der HSG Konstanz schon vorbei. Beendet von einem Pfiff der beim Konstanzer Publikum seit Jahren nicht unbedingt über Gebühr beliebten Schiedsrichter Jan und Manuel Lier.

Nach einem Foul sah der Rückraumspieler direkt die Rote Karte. Eine zu harte Entscheidung für viele HSG-Fans – die trotz Masken kein Blatt vor dem Mund nahmen und ein Pfeifkonzert veranstalteten.

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Diese Szene führte zu einem kleinen Bruch im Spiel der Gastgeber, die bis dahin auch ohne den am Knöchel verletzten Tim Jud gut mitgehalten hatten. 4:5 stand es bei Schramms Platzverweis, und es sollte eine knappe Viertelstunde dauern, bis sich die Konstanzer schüttelten und diesen Rückschlag verdauten.

Bild: Michael Elser

Auf vier Tore bauten die mit einigen Ex-Bundesligaspielern angereisten Sachsen ihren Vorsprung aus (8:12/22.), doch bis zur Pause kämpfte sich die Mannschaft von Trainer Daniel Eblen – angeführt vom bis dahin fünffachen Torschützen Tom Wolf – wieder heran. 13:14 hieß es nach 30 Minuten.

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In der zweiten Hälfte dauerte es nur knapp sieben Minuten, bis die Unparteiischen das Publikum gegen sich aufgebracht hatten. Was war nun passiert? Zunächst durften die Gäste trotz angezeigten Zeitspiels den Ball eine gefühlte Ewigkeit lang quer passen. Dann, als sie hätten werfen müssen, sank ein Dresdener zu Boden – und der Konstanzer Kreisläufer Markus Dangers musste für zwei Minuten raus.

Bild: Michael Elser

Der Lärm und die Pfiffe auf der Tribüne wurden immer lauter ob der Pfiffe auf dem Parkett. Unterbrochen nur von fassungsloser Stille, wenn die Konstanzer ein ums andere Mal einen freien Wurf vergaben. So lief die HSG nach dem frühen 14:14-Ausgleich (33.) bis zur 45. Minute einem Drei-Tore-Rückstand (16:19) hinterher.

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In der Schlussphase waren die Konstanzer dann im Angriff zu harmlos, und hinten machten sie es dem HC Elbflorenz zu einfach. Fast jeder Wurf der Gäste landete im Tor. Und immer, wenn die HSG entscheidend hätte verkürzen können, leistete sie sich Fehlpässe oder -würfe. So feierten die dauernd am Rande des Zeitspiels agierenden Sachsen nach dem Abpfiff einen 27:21-Auswärtssieg.

Bild: Michael Elser

Fazit: Ein stimmungsvoller und emotionaler Saisonauftakt am Schänzle, bei dem deutlich mehr drin gewesen wäre für die HSG. Acht Treffer nach der Pause sind schlicht zu wenig. Immerhin wissen die Konstanzer nun, dass sie sich trotz Coronabeschränkungen auf die heißblütige Unterstützung ihrer Fans verlassen können.

Bild: Michael Elser

HSG Konstanz: M. Wolf, Haßferter (Tor); Stotz, Schlaich (3), Czako, Jaeger, Hild (1), T. Wolf (6/2), Dangers (4), Krüger, Maier-Hasselmann, Beckmann (1), Braun (2/2), Wendel (2), Schramm (1), Knezevic (1). – Bes. Vork.: Rot (9.) für Schramm (HSG Konstanz).

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