Zu unserem Artikel über die Schwierigkeiten beim Saisonabbruch im Amateurfußball schreibt Leser Thomas Edel:

„Die Fußballverbände stehen, was die Bewertung der begonnenen Saison 2020/21 angeht, sicher vor einer schweren Entscheidung. Doch all die im Artikel vom 8.4. gelesenen Vorschläge, werden dem Problem nicht gerecht. Soll nach der Saison 2019/20 auch die aktuelle Saison erneut abgebrochen werden und soll diese Entscheidung getroffen werden, bevor überhaupt bekannt ist, wann die Saison 2021/22 überhaupt gestartet werden kann? Dabei wird auch darum gerungen (zumindest in der Oberliga Baden-Württemberg), ob der aktuelle Tabellenführer SGV Freiberg und der Tabellenzweite Stuttgarter Kickers nach gerade mal 13 (von insgesamt geplanten 40!!) Spielen aufsteigen dürfen. Eine geradezu bizarre Vorstellung.

Mich wundert, warum niemand aus den Verbänden den Vorschlag unterbreitet, die Saison 2020/21 einfach, sobald möglich, im kommenden Herbst fortzusetzen. Der 1.FC Rielasingen-Arlen, in dessen Vorstandschaft ich mitarbeite, hätte noch 28 Punktspiele zu bestreiten (zusätzlich kommen noch Pokalspiele hinzu), genug also, um beispielsweise von September/Oktober (wenn hoffentlich wieder vor Zuschauern gespielt werden kann) bis Ende Mai/Anfang Juni 2022 die Saison sportlich zu beenden.

Auch in den Verbands- bis Bezirksligen sind noch genügend Spiele zu bestreiten, um eine verkürzte Saison so durchführen zu können, damit die Fußballligen im Juni 2022 mit Auf- und Absteigern wieder auf ursprüngliche Mannschaftsstärken reduziert bzw. angeglichen werden können. Auch wäre damit ein fairer Wettbewerb gewährleistet, in dem die bisherigen Spiele und Leistungen nicht unberücksichtigt blieben. In der Verbindung Regionalliga – Oberliga (die Nahtstelle Profiligen/Amateurligen) sollte es dann nach Abschluss der Regionalligen in dieser Saison keine Absteiger geben.

Die schlechteste Lösung wäre meiner Meinung nach ein erneuter Abbruch und darauf zu hoffen, dass im Juli/August die Saison 2021/22 wieder unter „normalen“ Bedingungen gestartet werden kann, obwohl das Stand heute niemand wissen und garantieren kann (und das zu einem Zeitpunkt in dem mit dem Karlsruher SC und dem SV Sandhausen auch zwei Profivereine sich in Quarantäne begeben mussten). Eine Weiterführung der derzeitigen Saison hätte die Folge, dass man ohne großen Zeitdruck, die Saison zu Ende führen könnte (dann halt die Saison 2020/21/22). Ein dritter Abbruch einer Saison wäre fatal.

Anzumerken sei noch, dass diese Regelung der Weiterführung nicht die Jugendligen betreffen sollte, da durch die wechselnden Jahrgänge hier ein Neuanfang die beste Lösung wäre. All das mag durch Satzungen nicht geregelt sein, aber auch Saisonabbrüche mit Aufstiegsregelung sind das wohl eher nicht (und eine Pandemie hat bei Erstellung der Satzung auch niemand berücksichtigen können). Nach dem Abbruch in der letzten Saison mit der Entscheidung „Aufsteiger ja, Absteiger nein“ gingen die Verbände den Weg des geringsten Widerstands, weil alle wussten, dass bei einer Regelung mit Absteigern mit Klagen zur rechnen war. Die damalige wachsweiche Entscheidung schlägt nun zurück.“