Fußball-Oberliga: SV Stuttgarter Kickers – 1. FC Rielasingen-Arlen (Samstag, 14 Uhr). – Rückblick, Sonntag, 1. März 2020: Der 1. FC Rielasingen-Arlen startet mit einem 3:1-Heimsieg über das Oberliga-Spitzenteam Göppinger SV aus der Winterpause. Aufmerksamer Beobachter auf der Talwiese: Rainer Lorz.

Es ist kein Zufall, dass der Jurist aus Stuttgart an jenem Wochenende in der Region Hegau-Bodensee ist. Zum einen hat er in Konstanz Jura studiert, hat eine Wohnung am Bodensee und bekennt noch heute: „Ich bin oft am See und fühle mich noch immer als Konstanzer.“ Bereits in dieser Zeit entwickelte er einen wachen Blick für den regionalen Sport, denn er jobbte in der Sportredaktion des SÜDKURIER.

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Der Besuch auf der Talwiese hatte im März aber noch einen anderen Grund. Lorz ist seit zehn Jahren Präsident der Stuttgarter Kickers und daher – fast möchte man sagen notgedrungen – hochgradig am Oberligafußball interessiert. Der einstige Bundesligist ist in der Ära Lorz von der Dritt- in die Fünftklassigkeit gestürzt. Ein „Betriebsunfall“, den die Blauen aus Degerloch rasch beheben wollen.

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Die Chancen standen gut: Nach der Hinrunde waren die Kickers punktgleich mit der Reserve des großen Nachbarn VfB Stuttgart. Lorz plauderte am Rande des Matches mit dem Göppinger Torjäger Kevin Dicklhuber, der einst von Pfullendorf kommend zu den „Stukis“ in die 3. Liga stieß.

Die Saison nahm damals gerade erst wieder Fahrt auf und die Kickers trauten sich einiges zu. Eine Woche später dann eine empfindliche Niederlage beim SV Sandhausen II. Aber es war ja erst der 21. Spieltag, und bekanntlich ist entscheidend, wer am Ende, also nach 34 Spieltagen, vorn steht.

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Dann kam allerdings Corona! Wochen der Unsicherheit und für die Stuttgarter Kickers eine fatale Nachricht: Saisonabbruch, der VfB II war Meister und stieg auf.

„Vor vier Jahren sind wir wegen eines Tores in der 95. Minute aus der 3. Liga abgestiegen, im ersten Oberligajahr haben wir den Aufstieg denkbar knapp verpasst und in der vergangenen Saison der unglückliche Saisonabbruch, wo wir schon extrem enttäuscht waren!“, fasst Lorz die fatalen Momente in der jüngeren Vereinsgeschichte zusammen.

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Einst versuchte der Klub unterm Fernsehturm in der Landeshauptstadt, am Thron des „großen VfB“ zu sägen, spielten Stars wie Jürgen Klinsmann, Guido Buchwald, Karl Allgöwer oder Fredi Bobic in Degerloch. Doch in den vergangenen Jahren ging es vorwiegend abwärts. Dieses Absinken in die Fünftklassigkeit, das auch Trainer wie Dirk Schuster, Guido Buchwald oder Michael Zeyer nicht verhindern konnten, wird im kritischen Umfeld auch dem Präsidenten angerechnet.

Der will sich natürlich nicht mit der Oberliga abfinden: „Natürlich wollen wir wieder hoch“, sagt Lorz. Doch er räumt auch ein: „Wir müssen uns der Realität stellen und die heißt aktuell eben Oberliga.“ Und damit ein Heimspiel gegen den 1. FC Rielasingen-Arlen im Gazi-Stadion in Degerloch.

Der Kickers-Präsident warnt vor den Hegauern

Lorz rechnet am Samstag mit einer schweren Aufgabe, denn er hat erkannt: „Der 1. FC Rielasingen-Arlen hat sich sehr gut entwickelt. In der vergangenen Saison haben wir mit Ach und Krach 1:0 gegen sie gewonnen. Und der 3:0-Erfolg im Pokalfinale zeigt, dass uns dieser Gegner alles abverlangen wird!“

Sicherlich darf man den Tabellenstand nach dem ersten Spieltag nicht überbewerten, aber es klingt aus Sicht der Hegauer nicht schlecht, wenn man zusammenfasst: Der Tabellenführer tritt beim Titelanwärter an, bei den Stuttgarter Kickers, die in der Bundesliga spielten, als in Rielasingen noch Kreisliga-Fußball angesagt war.