3. Liga Frauen: SV Allensbach – TuS Steißlingen 29:24 (16:12). – So voll war es schon lange nicht mehr in der Riesenberghalle. 500 Zuschauer wollten dabei sein, als der heimische SVA die Handballerinnen des TuS Steißlingen in einem temporeichen Hegau-Bodensee-Derby mit 29:24 besiegte.

Ausverkauft. Die Allensbacher Trainerin Sandra Reichmann freute sich natürlich über die beiden Punkte, „doch vor allem war es total schön, vor dieser Kulisse zu spielen“, sagte sie.

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Eine ansehnliche Anzahl an maskierten Gästefans hatte Appetit auf einen Auswärtssieg mitgebracht, doch der Beginn war nichts für Handball-Feinschmecker. Beide Teams agierten nervös, sodass in den ersten fünf Minuten lediglich ein Treffer fiel. Jeweils fünf Angriffe wurden vergeben, wobei sich vor allem TuS-Torhüterin Jeanette Pfahl mit vier frühen Paraden auszeichnete.

Dass es die Offensivreihen besser können, zeigten sie nach dem zähen Auftakt. Schon bevor die SVA-Fans beim Stand von 2:4 zur Attacke bliesen, zündeten die Derby-Rivalen ein Angriffsfeuerwerk. Knapp 30 Treffer erzielten sie bis zum 16:12-Pausenstand, am Ende waren es 53 in 60 Spielminuten.

Höppe geht nach München

Der Aufsteiger aus dem Hegau leistete am Riesenberg lange Zeit erbitterte Gegenwehr. Es dauerte bis zur 24. Minute, ehe Franziska Höppe in ihrem letzten Spiel für den SVA die Gastgeberinnen beim 12:11 erstmals in Führung schoss. Der letzte Pass vor dem Zeitspiel war schon gespielt, als die Rückraumshooterin, die es zum Studium nach München zieht, aus der Distanz traf.

„Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben zum Ende der ersten Halbzeit aber leicht den Faden verloren“, sagte Gästetrainer Sascha Spoo über die zehn Minuten bis zur Pause, in denen der SV Allensbach nur einen Gegentreffer kassierte und auf 16:12 davonzog.

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Die Gastgeberinnen hätten den Schwung bestimmt gerne mitgenommen, während Steißlingen die kurze Verschnaufpause sichtlich guttat. Nach nur acht Minuten der zweiten Hälfte hatte der TuS den 18:18-Ausgleich hergestellt. Die Gäste strotzten vor Selbstvertrauen, Allensbach strauchelte, fiel aber nicht.

„Das war mental kein leichtes Spiel“, gab SVA-Trainerin Reichmann zu, „ich habe aber nie Angst gehabt, weil wir immer präsent waren.“ Ihr Gegenüber Spoo dagegen kritisierte „die vielen einfachen Fehler in Abwehr und Angriff nach dem Unentschieden“.

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Die Spielerinnen in Gelb und Blau schüttelten sich kurz und übernahmen erneut das Kommando. Wieder brachte die sichere Deckung vor der starken Keeperin Joelle Arno den SVA zurück in die Erfolgsspur. Allensbach zog auf 25:20 (52.) davon und brachte ohne neuerliche Schwächephase den 29:24-Sieg nach Hause.

„Das war über weite Strecken okay, nur 45 gute Minuten reichen aber nicht gegen eine Mannschaft wie Allensbach“, sagte TuS-Trainer Spoo, für den der Sieg in Ordnung ging.

Applaus für beide Mannschaften

Auch wenn die Steißlingerinnen keine Punkte bekamen, gab es für den Aufsteiger am Ende anerkennenden Applaus von den TuS-Anhängern. Auf der anderen Seite sangen die Allensbacherinnen mit ihren Fans: „Oh, wie ist das schön.“ Dabei meinten sie nicht nur den Sieg, sondern auch das Gefühl, vor vollen Rängen spielen zu dürfen.

SV Allensbach: Arno, Sousek, Petrovic (Tor); R. Müller, Höppe (5), Goudarzi, Greinert (6), Walz, T. Maier (5), Bok (1), Gisa (2), von Kampen (4), Epple (5/4), Rinkeviciute (1), Heieck, Strosack. – TuS Steißlingen: Riebel, Pfahl, Leenen (Tor); Störr (2/2), Bauer (2), Röh (7/3), Wöhr (3), Grathwohl (4), R. Maier (2), Stumpf, Lauth, Rimmele, Martin, Irmscher, L. Maier, Espinosa (4). – Z: 500.