Handball, 2. Bundesliga: HSG Konstanz – Elbflorenz Dresden 29:29 (18:15). – Wie groß der Sprung von der 3. Liga in die 2. Bundesliga ist, musste die HSG Konstanz in den vergangenen Wochen schmerzlich erfahren. Es ist noch gar nicht lange her, da eilte das Team von Trainer Jörg Lützelberger mit begeisterndem Tempohandball von Erfolg zu Erfolg. Nun, nach dem geglückten Aufstieg, folgten ernüchternde fünf Partien ohne einen einzigen Punkt.

Nervöser Beginn

Im langen Warten auf ersten Sieg setzte der HSG-Coach gestern Abend gegen den HC Elbflorenz 2006 aus Dresden auf ungewöhnliche Methoden. Von Beginn an spielten die Konstanzer im Angriff zu siebt, Torwart Leon Grabenstein musste von der Bank aus den Offensivbemühungen zusehen. Wenn in der aktuellen Niederlagenserie die Sicherheit fehlt, ist das nur allzu verständlich. So leistete sich die HSG nach wenigen Sekunden einen Ballverlust, der prompt als Bumerang zum 0:1 im verwaisten Tor landete.

Es läuft zwar nicht alles von selbst wie in der vergangenen Aufstiegssaison, aber von wegen kein Selbstvertrauen! Zunächst glich Lukas Köder per Siebenmeter aus, dann sorgte der Konstanzer Rechtsaußen mit einem frechen Dreher für die 2:1-Führung, später ließ Köder ein zweites solches Kunststück zum 11:9 folgen.

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Lützelbergers Taktik ging auf. Keeper Grabenstein war auch im Teileinsatz ein starker Rückhalt, vorne präsentierten sich seine Teamkollegen wesentlich treffsicherer als zuletzt. Gelangen der HSG bei der 18:27-Niederlage in Großwallstadt nur magere fünf Törchen in der ersten Hälfte, landete nun fast jeder Versuch im Ziel. So kämpften sich die Konstanzer nach zwischenzeitlichem Zwei-Tore-Rückstand zurück ins Spiel.

Als Gregor Thomann Sekunden vor dem Pausenpfiff zum 18:15 traf, standen die Zuschauer längst vor ihren Sitzen. Sie feierten ihre Mannschaft, der im sechsten Anlauf endlich die erste Halbzeitführung in der 2. Bundesliga gelang. Die Erleichterung auf dem Parkett und auf den Rängen war spürbar.

Konstanz wächst über sich hinaus

Der Vorsprung brachte noch mehr Schwung in die HSG-Mannschaft. Fortan wurde jede Abwehraktion gefeiert wie ein Tor. Zweimal setzte Joel Mauch mit einem Zauberpass Kreisläufer Niklas Ingenpaß in Szene. Wenig später fing Aron Czako den Ball artistisch im Fallen ab. Lukas Köder traf per Kempatrick zum 22:17 (38.). Während die Konstanzer sich anfeuerten und von den Fans gefeiert wurden, flatterten bei den ebenfalls nicht wie gewünscht gestarteten Sachsen nun die Nerven.

Tor um Tor zogen die Gastgeber davon. Als Gästetrainer Rico Göde beim Stand von 26:20 (46.) seine Mannen binnen weniger Minuten zur zweiten Auszeit zitierte, erinnerte vieles an die triumphale Vorsaison der HSG, die sich in einen Rausch gespielt hatte.

Die Verschnaufpause schien dem HC Elbflorenz gut getan zu haben, denn in den folgenden acht Minuten schrumpfte die Vier-Tore-Führung der HSG auf drei Treffer (27:24/54.), ehe auch Lützelberger die Grüne Karte zog. Es wurde nun nochmals richtig spannend in den Schlussminuten. Die Konstanzer Leichtigkeit war dahin, die HSG musste sich jedes Tor hart erkämpfen.

Ausgleich mit der Schlusssirene

90 Sekunden vor Schluss hieß es nur noch 28:27. Fynn Beckmann traf zum 29:27, Dresden erzielte sofort den Anschluss. Drei Sekunden waren nur noch auf der Uhr, als Mauch die Latte traf. Der Gegenstoß der Dresdner landete im Tor – und der sicher geglaubte erste Sieg der HSG Konstanz war doch dahin.

HSG Konstanz: Ebert, Grabenstein (Tor); Stotz (1), Czako (3), Foege (1), Michelberger, Thomann (3/1), Erifopoulos, Mauch (1), Beckmann (5), Wendel (1), Schramm, Ingenpaß (3), Köder (8/3), Knezevic (3), Hutecek.