2. Bundesliga: HSG Konstanz – TuS Ferndorf 29:26 (12:13). – Ob der Geist auf der leeren Tribüne der Schänzlehalle begeistert war ob der Leistung der HSG Konstanz gegen den TuS Ferndorf oder doch eher entgeistert, war zunächst nicht klar.

Die Helferin, die ganz in Weiß in ein Laken gekleidet die Partie verfolgte, hatte sich neben der obligatorischen Maske auch ein Stück Stoff über das Gesicht gezogen. Unter der Verkleidung sah sie jedenfalls eine bessere Leistung der Konstanzer als in den beiden vergangenen Spielen. Statt 0:4 wie zuletzt in Dormagen, stand es nun nach elf Minuten 4:4.

Bild: Peter Pisa

Defensiv agierten die Hausherren sicher, und im Angriff machten sie wesentlich weniger Fehler, auch wenn die Offensivbilanz nicht makellos war. „Wir mussten nach den vielen technischen Fehlern in den letzten beiden Spielen etwas grundlegend ändern, um mehr Sicherheit zu bekommen“, sagte HSG-Trainer Daniel Eblen. Ruhiger spielen wollten sie, weniger hektisch. Dies gelang anfangs recht gut.

Zweimal führte die HSG beim 4:3 (10.) und 5:4 (13.), doch im Anschluss zog Ferndorf auf 9:12 davon (25.). „Da war noch eine gewisse Unsicherheit da, wir waren das neue Tempo noch nicht gewohnt“, sagte Eblen.

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Die Gäste hatten HSG-Kreisläufer Markus Dangers gut im Griff, also musste es der Rückraum richten. Achtmal war bis zur Pause der starke Kapitän Tom Wolf erfolgreich, dazu kamen je zwei Treffer von Fynn Beckmann und Peter Schramm. So war beim Stand von 12:13 wieder alles offen.

Eine kurze Schwächephase zu Beginn der zweiten Hälfte nutzte der TuS Ferndorf, um den Spielstand auf 12:16 zu stellen (32.). Statt nun aber wieder Nerven zu zeigen, wurden die Konstanzer trotz des Drucks immer besser. „Die Abwehr hat sich schnell gefangen, was unseren Angriff ungemein entlastet hat“, analysierte Trainer Eblen.

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Nur fünf Minuten brauchten Beckmann (1), Wolf (2) und Tim Jud (2), um ihr Team auf 17:18 heran zu bringen. „Dass wir uns von dieser schwächeren Phase nicht aus der Ruhe haben bringen lassen, zeigt, dass wir Selbstvertrauen getankt haben“, erklärte Fynn Beckmann.

Mit jeder Minute nach der Pause wurde der 25-Jährige stärker. 38:32 Minuten waren gespielt, als es zum Schlüsselmoment der Partie kam: Beckmann setzte sich energisch im Eins-gegen-eins durch und glich erstmals seit mehr als 20 Minuten wieder aus (18:18), hinzu kam eine Zweiminutenstrafe für die Gäste aus dem Siegerland.

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Eine Minute darauf warf Beckmann die Konstanzer in Überzahl in Führung. „Wir haben uns nach der turbulenten letzten Woche im Training zusammengerauft und uns vorgenommen, auch mal den Gegner Fehler machen zu lassen“, sagte der achtfache Torschütze.

Das Konzept ging auf. Nun zeigte der mit 6:2 Punkten stark in die Saison gestartete TuS Ferndorf Nerven. Die Weißen vergaben ihre Würfe, Pässe der Gäste kamen nicht an den Mann, und die Konstanzer bauten ihren Vorsprung auf drei Treffer aus (23:20/49.) und überstanden dabei sogar eine Unterzahl. Zwischenzeitlich betrug der Vorsprung vier Treffer (24:20).

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„Der Stein ist riesengroß“, sagte Beckmann, als der zweite Saisonsieg unter Dach und Fach war, über den Druck, der nun nicht mehr auf den Schultern der Konstanzer lastet. Auch der gute HSG-Geist verbarg nach dem zweiten Geisterspiel am Schänzle seine Gefühle nicht. Beim Abpfiff rannte die Frau in Weiß jubelnd und klatschend über die Tribüne. Eins ist sicher: So sieht kein Abstiegsgespenst aus.

HSG Konstanz: M. Wolf, Haßferter, Ebert (Tor); Stotz, Czako (1), Hild, T. Wolf (12/3), Dangers (2), Krüger, Maier-Hasselmann, Beckmann (8), Jud (3), Wendel, Volz, Schramm (3), Knezevic.

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