Es gab Zeiten, in denen der Konstanzer Fußball-Nachwuchs in Südbaden im Konzert der Großen mitmischte, eine ganze Reihe von Spielern in der südbadischen Auswahl stellte und auch den einen oder anderen südbadischen Meistertitel an den Bodensee holte, dabei sogar den SC Freiburg hinter sich ließ.

Diese Zeiten sind jedoch längst vorbei. Von der Fusion des FC Konstanz mit dem FC Wollmatingen im Jahr 2012 hatte man sich durch Bündelung der Kräfte wieder eine Belebung erhofft, eine Rückkehr zu alter Stärke. Bei den Aktiven mit Erfolg: Der Landesliga-Neuling mischt als Tabellenzweiter im Kampf um den Aufstieg in die Verbandsliga mit.

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Doch beim Nachwuchs des Fusionsclubs sieht es momentan finster aus. Die B-Junioren wurden schon im Herbst vom Spielbetrieb abgemeldet, nach der Winterpause werden auch die C- und A-Junioren nicht mehr bei Rundenspielen antreten.

„Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich mich in einen Schnellzug setze und es sofort steil aufwärts geht!“, sagt der Vorsitzende des SC Konstanz-Wollmatingen, David Fall, einst selbst Spieler des FC Wollmatingen, zur Ausgangslage, als er im März 2022 das Vorstandsamt übernahm.

David Fall, Vorsitzender des SC Konstanz-Wollmatingen.
David Fall, Vorsitzender des SC Konstanz-Wollmatingen. | Bild: Jürgen Rössler

Selbst die aktuellen Erfolge der Aktiven können nicht das Hauptproblem übertünchen, denn auch für den einstigen Profi Fall steht fest: „Für mich entscheidend ist die Jugend, denn das ist ja auch die Basis für den Erfolg bei den Aktiven.“

Das hatte auch lange gut geklappt, denn vielfach basierte der Erfolg der aktiven Mannschaften des FC Wollmatingen und des FC Konstanz auf der guten Nachwuchsarbeit in den Clubs, nun aber besteht gerade in dem Bereich, der zur Hinführung zum leistungsorientierten Fußball eminent wichtig ist, eine klaffende Lücke.

Der Neustart soll eine Chance sein

Das Problem der Gewinnung von Trainern und Spielern kennen viele Clubs, so auch der SC. Fall, der zeitweise selbst die A Jugend trainierte, ist alles andere als begeistert von der Entwicklung: „Da gibt es nichts schönzureden, aber wir konnten nicht anders – die Situation ist wie sie ist.“

Denn es ging ihm zuletzt nicht nur darum, ausreichend Spieler aufbieten zu können, es gab auch Vorkommnisse auf und neben dem Feld, für die er kein Verständnis hatte. „Es geht mir darum, dass wir als SC Konstanz-Wollmatingen auf und neben dem Feld gemeinsame Werte haben!“, sagt Fall, der aber in einem Neustart, der sicherlich nicht leicht werden wird, auch eine Chance sieht.

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Die Konstanzer Fußball-Szene ist in Sachen Spielgemeinschaften jedoch nicht ganz unkompliziert und nicht selten geprägt von Rivalitäten, sodass David Fall eindringlich appelliert: „Man muss sich im Konstanzer Fußball einmal klar machen, was man erreichen will!“

Und was in einer Stadt wie Konstanz, auch mit Blick auf das Studenten-Potenzial der Hochschulstadt am Bodensee, bei seriöser Vereinsführung und engagierter Nachwuchsarbeit möglich ist, das zeigen die Handballer des Zweitligisten HSG Konstanz seit Jahren in eindrucksvoller Art und Weise.