Handball, 2. Bundesliga: ASV Hamm – HSG Konstanz (Mittwoch, 17 Uhr, Westpress-Arena). – Die vielen vergebenen klaren Möglichkeiten gegen Dormagen von allen Positionen wirkten nach. Von zwei schlaflosen Nächten berichtet Cheftrainer Daniel Eblen, der vor seinem inneren Auge immer wieder die gleichen Situationen ablaufen sah. „Wir müssen uns bewusst machen“, so der HSG-Coach, „dass das kein verheerendes Spiel war. Wir haben teilweise ganz gut gedeckt und uns vorne die Möglichkeiten herausgespielt.“ Man sei im Spielaufbau nicht wie der Ochse vor dem Berg gestanden, bemüht der 46-Jährige ein Bild, dass im Abschluss allerdings dann doch näher am Geschehen ist, als man es sich bei der HSG Konstanz wünscht. Jener Mut, den seine junge Mannschaft mit reduziertem Aufgebot zeigte, muss bis zum Abschluss aufrechterhalten werden, dann könnte sie auch in Hamm ihre Möglichkeiten bekommen.

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So gilt es für die HSG, sich für den hohen Aufwand etwa gegen Dormagen endlich einmal zu belohnen. Das Geschehen an Weihnachten, als die Begegnung in Hamm ursprünglich hätte stattfinden sollen, offenbart noch einmal die viele unbelohnte Arbeit in dieser Spielzeit. Aus Vorsicht wurde das Spiel wenige Stunden vor dem Anpfiff abgesagt. Zwei Tage über Weihnachten war die Mannschaft letztlich unterwegs, ohne spielen zu können.

Hohe Qualität im Kader

Bei einem Gegner, der über extrem hohe Qualität im Kader verfügt und deshalb vor Saisonbeginn als einer der Aufstiegskandidaten genannt wurde. Auf nahezu jeder Position verfügt Hamm über absolute Ausnahmekönner und oft über viel Erstliga-Erfahrung. Warum sich solch eine Mannschaft derzeit nur auf Platz 13 der 2. Bundesliga wiederfindet, ist ein großes Rätsel. „Wir spielen keine normale Saison“, wiederholt sich der Konstanzer Übungsleiter. „In der Corona-Situation kann es in alle Richtungen ausschlagen. Hamm hat jeder weiter oben erwartet.“ Erfahrung, eine kompakte Abwehr vor guten Torhütern und auch spielerische Klasse können jedoch in jedem Spiel von Hamm wieder „reaktiviert“ werden.

In jedem Spiel um Big Points

Für die Gelb-Blauen wird es insofern vor allem darum gehen, auf sich selbst zu sehen. Schon in den letzten Jahren waren die Duelle in Hamm meist sehr umkämpft. Eblen: „Wir wollen an der kämpferischen Einstellung anknüpfen, müssen aber ruhigeres Blut mit dem Ball in der Hand haben.“ Dass dann viel möglich ist, haben die letzten Spiele gezeigt. Vom Heimsieg gegen Bietigheim bis zum Albtraum gegen Dormagen war alles dabei. In jedem Spiel geht uns nun um Big Points, um das Ziel Klassenerhalt zu realisieren. Oberste Pflicht dabei: Das volle Potenzial abrufen. Über die volle Distanz.