2. Bundesliga: HSG Konstanz – SG BBM Bietigheim 27:23 (13:13). – So verrückt ist der Handball während der Pandemie: Nur knapp zwei Monate nach dem Hinspiel findet das Rückspiel im Baden-Württemberg-Derby der 2. Bundesliga zwischen der HSG Konstanz und der SG BBM Bietigheim statt. Positive Covid-Tests sorgen immer wieder für Spielverlegungen.

„Es ist keine normale Saison“, sagte denn auch der Konstanzer Trainer Daniel Eblen im Vorfeld des zweiten Duells mit den von Corona schwer gebeutelten Schwaben. „Bietigheim hat es ganz schön erwischt. Es gerät vieles durcheinander, man kann untergehen oder profitieren. Die SG hat sicher nicht profitiert.“

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Im Hinspiel war davon nichts zu sehen gewesen. Als „katastrophal“ hatte Eblen die Anfangsphase der 24:29-Niederlage bezeichnet, als seine Mannschaft schnell mit sechs Toren zurücklag.

Auch am Schänzle sah zunächst alles nach einem neuerlichen Fehlstart aus. 1:4 stand es nach fünf Minuten, die Hausherren begannen nervös gegen den ehemaligen Erstligisten mit dem 84-fachen isländischen Nationaltorhüter Aron Edvardsson. Das erste Feldtor der HSG erzielte Peter Schramm nach sechseinhalb Minuten.

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Die Konstanzer fingen sich allerdings schnell wieder und kassierten in den folgenden acht Minuten nur ein Gegentor. Nach 13 Minuten traf Michel Stotz per Tempogegenstoß zum von den wenigen Zuschauern umjubelten 5:5.

Es entwickelte sich nun ein Duell auf Augenhöhe mit viel Tempo. Die aggressiv-offensive Abwehr der Konstanzer zwang die Gäste häufig zu Fehlern, die die HSG mit Gegenstößen bestrafte.

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Als die Konstanzer bis auf vier Treffer davongezogen waren (16:12/19.) nahm eine Auszeit der SG ihnen den Schwung. Hinzu kam großes Pfostenpech. Immer wieder traf die HSG das Tor statt ins Tor. Die Führung hatte aber weiter bestand – bis eine Auszeit von Daniel Eblen beim Stand von 12:10 (25.) nach hinten losging.

Die Partie kippte nun erneut – und Bietigheim eroberte sich prompt die Führung zurück. Das Tor von Joschua Braun wenige Sekunden vor Schluss sorgte für den versöhnlichen 13:13-Pausenstand.

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Der zweite Abschnitt begann wie der erste: mit einigen Fehlern der HSG Konstanz. Die Folge: Bietigheim holte sich mit dem 14:13 von Matthias Hild die Führung zurück.

Während die Hausherren und ihre Helfer auf der Tribüne mit manch einem Pfiff der Unparteiischen haderten, baute die SG ihren Vorsprung auf zwei Treffer aus (16:18/40.).

Die HSG Konstanz lässt sich nicht abhängen

Die Fehler nahmen auf beiden Seiten zu, die Torhüter Michael Haßferter (HSG) und Nick Lehmann (SG) zeichneten sich immer wieder mit starken Paraden aus. Aber, das Wichtigste aus Konstanzer Sicht: Die HSG ließ sich nicht abhängen.

Im Gegenteil. Mitte der zweiten Hälfte brachte der elffache Torschütze Tom Wolf sein Team wieder in Front (19:18) und kurz darauf legte Hild mit dem 20:18 nach, nachdem er bei einem Abpraller vom Pfosten stark reagiert hatte.

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Die HSG-Defensive stand wieder fest, als es in die Schlussphase ging. In der hatten die weiterhin stark kämpfenden Konstanzer die Oberhand. Am Ende feierten sie einen hochverdienten 27:23-Sieg.

Der Mann des Abends: HSG-Torwart Michael Haßferter.
Der Mann des Abends: HSG-Torwart Michael Haßferter. | Bild: Peter Pisa

Für das Sahnehäubchen sorgte der bärenstarke Haßferter, der nicht nur vier Siebenmeter entschärfte, sondern nach einer seiner 14 (!) Paraden zum 21:18 ins leere Bietigheimer Tor traf.

HSG Konstanz: M. Wolf, Haßferter (1/Tor); Stotz (1), Schlaich (1), Czako (1), Jaeger, Hild (3), T. Wolf (11/1), Dangers (1), Krüger, Maier-Hasselmann (1), Beckmann (2), Braun (3), Wendel, Schramm (3), Knezevic.