Herr Eblen, 18 Saisons standen Sie an vorderster Front jeden Tag in der Verantwortung. Nun geht es in die zweite Reihe zurück. Was sind Ihre Beweggründe dafür?

Die 2. Bundesliga fordert jedes Jahr ein hohes Pensum. Die letzte Spielzeit war besonders extrem und anstrengend. Weite Fahrten, der unklare und sich oft verändernde Spielplan. Da gab es Zeiten, in denen ich in zwei Wochen meine Familie zweimal abends nach dem Training gesehen habe. Zudem waren wir viele Jahre am Limit. Das heißt, es ging in jedem Spiel um alles. Entweder im Kampf um den Klassenerhalt oder im Rennen um den Aufstieg. Das hat alles viel Energie verbraucht. Nun sind es private Gründe, die mich zu dieser Entscheidung veranlasst haben. Ich möchte mich mehr um meine Familie kümmern, denn hier werde ich intensiver gebraucht.

Wie fällt die Bilanz Ihrer letzten Spielzeit als Cheftrainer aus?

Am Ende hat uns ein Punkt gefehlt. Viele Spiele waren unglaublich knapp und wir waren nicht weit weg von zusätzlichen Punkten. Letztlich sind wir jedoch alle sehr enttäuscht, dass wir den Klassenerhalt nicht erneut sichern konnten.

Jetzt geht es sicher darum, diese Leere und Enttäuschung zu verarbeiten.

Und etwas Abstand zu gewinnen und zu sortieren. Ich habe drei Kinder, für die es wichtig ist, dass etwas mehr Konstanz in das Familienleben kommt.

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Aber Sie werden weiter für die HSG tätig sein. Wie muss man sich die Aufgabenteilung zwischen dem neuen Trainer Jörg Lützelberger, dem Co-Trainer Fabian Schlaich und Ihnen vorstellen?

Das werden wir in den nächsten Wochen gemeinsam entwickeln. Es gibt hier viele mögliche Tätigkeitsfelder. In der Organisation, indem ich die Geschäftsführer unterstütze und natürlich Jörg da unterstütze, wo er mich braucht. Für Jörg ist es wichtig, dass wir ihm ein gutes Arbeitsumfeld schaffen.

Wie würden Sie die Arbeit mit den Spielern beschreiben?

Wir haben eine tolle Truppe und ich das Glück, einen sehr guten Draht zu den Leistungsträgern zu haben. Mit Markus Dangers, Tim Jud, Tom Wolf und Peter Schramm habe ich mich sehr intensiv ausgetauscht, aber auch mit den jungen Spielern. Es war keine einfache Saison für uns, dennoch war die Stimmung in der Mannschaft und in der Kabine richtig gut. Es war sehr angenehm, mit diesen Jungs zu arbeiten.

Blicken wir auf die letzten 18 Spielzeiten zurück. Es gab zwei Aufstiege, zweimal den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga, viele Spieler, die über die HSG den Weg in die 1. Bundesliga gegangen sind. Was bleibt Ihnen, positiv wie negativ, besonders in Erinnerung?

Es gab eine langsame, aber stetige Entwicklung bei der HSG. Wir haben Jahr für Jahr mehr Talente dazubekommen und das zu Beginn kleine Gerüst aufgefüllt. Wir waren damals sportlich und organisatorisch noch weit weg von der 2. Liga. Dann kamen Talente wie Yannick Schatz und Kai Mittendorf aus der Region hinzu, später Paul Kaletsch, Fabian Schaich, Mathias Riedel und zuvor noch Simon Flockerzie. Mit ihm und einem starken Mann am Kreis haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht. Seitdem gibt es eine große Tradition an starken Kreisläufern. Aber auch im linken und rechten Rückraum, in dem wir lange mit Rechtshändern agieren mussten, hat sich viel getan. Schöne Momente gab es viele. Vor allem die letzten fünf Jahre waren für uns aber sowas von intensiv. Unter den Voraussetzungen kann es immer ein Auf und Ab geben.

Wie blicken Sie auf die Zukunft der HSG?

Ich mache mir da keine Sorgen. Der Konstanzer Weg wird immer wieder neu angepasst werden. Die Grundidee ist aber richtig. Mit Jörg Lützelberger hat die HSG einen tollen Trainer gefunden. Es liegt viel Arbeit vor allen Verantwortlichen, doch ich bin mir sicher, dass sie erfolgreich sein werden.