Volleyball, 2. Bundesliga: TSV Mimmenhausen – TV/DJK Hammelburg 3:0 (25:11, 27:25, 25:20). – Da geht doch noch was für den TSV Mimmenhausen. Am Ende einer wilden Saison kann der Klub vom Bodensee sogar noch Vizemeister werden. Eine Platzierung, mit der wohl kaum einer der Beteiligten noch gerechnet hatte, nach den zahlreichen Rück- und Nackenschlägen wegen Corona und Verletzungen. Mit dem 25:11, 27:25 und 25:22 aber kann der Traum von Spielertrainer Christian Pampel und seinen Burschen tatsächlich wahr werden. „Alle hatten am Samstag ein Grinsen im Gesicht“, freut sich Abteilungsleiter Christof Krausser mächtig. „Jetzt wollen wir auch Vizemeister werden!“ Kommenden Samstag, die Saison verlängert sich für den von Spielausfällen arg gebeutelten Verein um eine Woche, benötigt der TSV Mimmenhausen aber drei Punkte gegen Schwaig.

Mimmenhausener Traum kann wahr werden

Sollten die blau-gelben Volleyballer dann genauso geschlossen und entschlossen auftreten wie am Samstag gegen Hammelburg, kann aus dem Traum wunderbare Realität werden. Zwar wurde Christian Pampel als MVP mit Gold ausgezeichnet (zum fünften Mal plus einmal Silber), aber Thiago Jose Welter, der Coach des TV/DJK Hammelburg, hätte er das gekonnt, hätte die gesamte Mimmenhausener Mannschaft wählen müssen. Sie hat ihre gravierenden Ausfälle wesentlich besser kompensiert als dies Hammelburg gelungen ist. Welters Team hatte gut vier Wochen lang kein Spiel absolvieren können, musste auf mehrere Stammspieler verzichten, hat die vorhandenen Lücken nicht annähernd so gut schließen können, wie das der TSV Mimmenhausen nicht nur in diesem Duell mit „zwei zerrupften Mannschaften“ (Pampel) zustande brachte.

Mit taktischen Aufschlägen ins Rollen gekommen

Mit taktischen Aufschlägen setzte Mimmenhausen seine Gäste aus Unterfranken enorm unter Druck. Der TSV startete gleich mit einem Ass durch Joshua Müller in die Partie. Pampel steuerte seinerseits zwei weitere bei – und schon befand sich Hammelburg auf der abschüssigen Verliererstraße (2:6). Erst einmal ins Rutschen gekommen, war Hammelburg nicht mehr in der Lage, die ins Rollen gekommenen blau-gelben Volleyballer aufzuhalten (8:4, 16:7, 24:11).

Mimmenhausener Einbruch und Aufholjagd

Die erlebten nach dem Wechsel einen immer wieder zu beobachtenden Einbruch. Der vorangegangene, mühelose Satzgewinn verleitet zum Schlendrian. Und wenn außerdem der Gegner seine Mannschaft erfolgreich umstellt, Hammelburg mit seinen Aufschlägen die zuvor stabile Mimmenhausener Annahme ins Schwimmen bringt, droht Untergang (4:8, 9:16). Vorübergehend. Der blieb aus, die Partie kippte nicht, weil die TSV-Crew trotz rapide steigendem Wasserpegel die Ruhe behielt, zurück „in die Erfolgsspur“ (Spielertrainer Christian Pampel) fand. Und je näher sie an die Hammelburger heranrückten (17:20), desto sicherer wurden sie wieder in ihren Aktionen. Block, Blocksicherung, Feldabwehr und ein erneut souveräner Zuspieler Federico Cipollone wurden zu Ausgangspunkten für erfolgreiche Angriffe aus der Verteidigung – bis zum ersten Satzball im zweiten Durchgang. Den hatte Hammelburg. Moritz Zeitler aber setzte seinen Aufschlag zum 24:24 ins Netz. Später berührte Branko Damjanovic das Netz (25:26) und Oscar Benners Angriff geriet zu lang: 27:25 für Mimmenhausen. „Unglaublich“, war Christof Krausser baff, „dass sie diesen Satz noch gedreht hatten.“

Selbstbewusster Ritt auf dem Wellenkamm

Das Wellental war schadlos durchschritten, der folgende selbstbewusste Ritt auf dem Wellenkamm geriet im dritten Satz dennoch spannend, weil Hammelburg nie aufgab (7:8, 13:16). Selbst dann nicht, als Mimmenhausen fünf Matchbälle hatte (24:20). Zwei wehrte es noch ab, dann setzte sich Tim Frings durch, zum 25:22, 3:0 und Kurs Vizemeisterschaft.

TSV Mimmenhausen: Müller, Streibl, Pampel (MVP), Frings, Zippel, Cipollone, Reusch.