Volleyball, 2. Bundesliga: TuS Kriftel – TSV Mimmenhausen (Samstag, 20 Uhr, Sporthalle Weingartenschule). – Das 1:3 in Schwaig hat keine Narben auf der Volleyballseele des TSV Mimmenhausen hinterlassen. Das Zuschauen habe Spaß gemacht, meinte etwa Abteilungsleiter Christof Kraußer, obwohl er geahnt hatte, dass der TSV Mimmenhausen unterliegen werde.

Art und Weise machte Laune

Freude hatten er – und wohl viele andere TSV-Fans auch – an der Art und Weise, wie sich die Gäste vom Bodensee ihres Gegners und der nicht gerade einfachen Situation zu erwehren versuchten. Lukas Ott und Federico Cipollone nach einer Erkältung noch nicht wieder zu einhundert Prozent fit, und der verletzte Jonas Hoffmann, einer der besten Außenangreifer der Liga, war erst gar nicht mit in die Nähe von Nürnberg gefahren. Umso schlimmer der Aderlass, weil der TSV Mimmenhausen diese Saison einen „dünnen Kader“ (Spielertrainer Christian Pampel) hat. Deshalb: Die Aussichten auf Zählbares waren eher magerer Natur, aber aufgrund des beherzten Auftreten durchaus vorhanden.

Personelle Lage nicht wesentlich verändert

Im Vorfeld des Duells mit Kriftel sieht die Lage beim Tabellenvierten nicht wesentlich erfreulicher aus als noch vor einer Woche. Ott und Cipollone trainieren zwar wieder. Aber eher leichte Einheiten, und Hoffmanns Einsatz ist fraglich. Dennoch sieht Christian Pampel auch Positives im 1:3 von Schwaig. Tim Frings gehört da dazu. Der späte Neuzugang von der FT Freiburg war vergangenen Samstag ins kalte Wasser 2. Bundesliga geworfen worden. Und der 21-Jährige hat seine Sache ganz ordentlich gemacht. Zu Beginn im Angriff „phasenweise sehr vorsichtig“ (Pampel) habe er den Druck, natürlich versuchte Schwaig, ihn aus der Partie zu schießen, gut weggesteckt und „die Annahme gut gehalten“, obwohl er natürlich noch wenig Zweitligaerfahrung habe. Sein gutes Ballgefühl half ihm dabei.

Einsatz von Hoffmann ist fraglich

Niemand erwartet vom 1,88-m-Mann, der in Konstanz Sport studiert, dass er einen Jonas Hoffmann ersetzen kann. Aber Frings habe, so Pampel, die Voraussetzungen, ein guter Zweitligaspieler zu werden. Und so wie sich die Lage im TSV-Lager derzeit darstellt, wird er diese Prognose in Kriftel bestätigen müssen. In einer Partie, die ähnlich verlaufen kann, wie jene gegen Schwaig.

Christian Pampel warnt

Zwar ist der Gastgeber mit derzeit drei Siegen aus neun Partien auf dem Papier dem TSV Mimmenhausen (sechs aus neun) nicht ebenbürtig. Das war Schwaig schon eher. Aber: Die Tabelle gebe nicht die wahre Stärke einer Mannschaft wieder, warnt Pampel. Bestes Beispiel: das überraschende 3:1 des GSVE Delitzsch über den Topfavoriten Baden Volleys SSC Karlsruhe vor wenigen Tagen. Mimmenhausen nimmt den Tabellenzehnten also ernst. Denn: „Wir hatten ein paar Duelle mit Kriftel, in denen wir echt kämpfen mussten, um obenauf zu bleiben.“

Gute Schnellangreifer

Das Team von Trainer Tim Schön habe „sehr gute Schnellangreifer, einen guten Außen- und einen guten Diagonalangreifer“ (Pampel). Damit diese nicht über die gesamte Netzbreite angreifen können, „müssen wir sie weit genug vom Netz weghalten“. Sonst werde es schwer. Ein Handicap: Die flache Halle ist Gift für hohe Sprungaufschläge wie sie Pampel und Ott übers Netz peitschen. Trotz alledem ist es nicht völlig abwegig, dass Christof Kraußer an diesem Samstagabend nicht nur Spaß am beherzten Auftritt seiner Mannschaft haben wird.