Volleyball, 2. Bundesliga: TSV Mimmenhausen – TV Rottenburg 3:0 (25:20, 25:21, 25:23). – Der TSV Mimmenhausen hat sich vom TV Rottenburg nicht in die Suppe spucken lassen. Obwohl die Satzergebnisse am Samstag in der gut gefüllten BZ-Arena immer knapper geworden waren, bis zum Schluss für tolle Stimmung gesorgt hatten, setzte sich der Favorit im baden-württembergischen Derby durch, ohne vom Aufsteiger echt gefordert werden zu können. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt Christian Pampel, „mit dem 3:0-Erfolg“, mit dem er vor dem Spiel nicht gerechnet hatte. Weil aber Mimmenhausen im Vergleich zu Karlsruhe und Freiburg, die jeweils einen Punkt an Rottenburg hatten abgeben müssen, „weniger Fehler gemacht hatte“, geht das Resultat so in Ordnung, obwohl für Pampel gefühlt das Duell mit dem Aufsteiger „immer auf des Messers Schneide“ war.

Möglichst alle Mimmenhauser sollen spielen

Christian Pampel schaut stets auf mehr als nur die nackten Resultate und Tabellenplätze, hat immer auch im Visier, was dem Verein und der Mannschaft zukünftig von Nutzen ist. Dazu gehört unbedingt: „Ich möchte möglichst alle spielen lassen“, sagt der Spielertrainer, obwohl er mitten im Rennen um die Meisterschaft ist. Mögliche Rückschläge werden bewusst im Kauf genommen, zufriedene und stets einsatzbereite blaugelbe Volleyballer können langfristig das Zünglein an der Waage sein in der Frage: Wer wird Zweitliga-Meister?

Tim Frings wird MVP

Und so lief gegen Rottenburg Tim Frings auf. Er „hielt die Annahme sehr gut, arbeitete im Angriff gut und brachte viel Schwung“ (Pampel), sodass der junge Außenangreifer vom Rottenburger Trainer Jan Scheuermann prompt zum Mann des Spiels gewählt wurde. Alles richtig gemacht, Christian Pampel! Die Medaille erhielt „Thorsten“, so sein Spitzname bei den Mimmenhausern, übrigens aus der Hand einer Volleyball-Legende: Bogdan Jalowietzki, Kapitän und langjähriger Mittelblocker des VfB Friedrichshafen, Co-Trainer der Volley YoungStars Friedrichshafen und nebenbei auch noch der Vater von Jan Jalowietzki.

Duell mit Assen eröffnet

Jan eröffnete das Duell zwischen Aufsteiger und Meisterschaftsanwärter gleich mit zwei Assen. Seine Teamkollegen machten weiter viel Tempo und Druck (8:6). Dem hielt Rottenburg nur phasenweise Stand, und zur zweiten Auszeit war der erste Satz auch schon Geschichte (16:11). Die fünf Punkte Abstand blieben auch nach dem zweiten Satzball (25:20). Weniger deutlich verlief der Beginn des zweiten Durchgangs, in dem Federico Cipollone seinen ehemaligen Vereinskameraden zeigte, was die aus seiner Bundesligazeit beim TVR schon lange wussten: brillante Zuspiele, nach guten und schlechten Annahmen, mit hohen Bällen oder 3-Meter-Schüssen. Auch die Einwechslung von Dirk Mehlberg, der ehemalige Bundesligaprofi kam für Jakob Elsässer ((12:17), und wenig später der Doppelwechsel von Zuspieler und Diagonalangreifer drehten die Partie nicht mehr zugunsten der Gäste (25:21). Obwohl die Ballwechsel aufgrund der stabileren TVR-Annahme nun umkämpfter wurden.

Mimmenhauser Block sorgt für die Wende

Jan Scheuermann, der 22-jährige Coach der Rottenburger, hatte seine konkurrenzfähigere Equipe gefunden. Im dritten Satz sah Mimmenhausen nicht mehr so elegant und locker aus (8:7), hatte viel mehr Mühe, seine Angriffe in Punkte umzumünzen. Ausgerechnet der Block aber – viel kleiner als der der Rottenburger – kippte den Spielverlauf und die Partie. Aus dem 11:16 wurde ein 21:21, 23:23 und 24:23. Ein weiterer Mimmenhausener Pluspunkt, der Aufschlag, sorgte für die Entscheidung. Christian Pampels Service verbaggerte Jakob Elsäßer, Federico Cipollone hatte keine Mühe, den verirrten Ball zum 25:23 postwendend zurück ins Rottenburger Feld zu schmettern.

TSV Mimmenhausen: Jalowietzki, Birkenberg, Pampel, Frings, Zippel, Cipollone, Reusch.