Hermann Hummlerseesport@suedkurier.de

Volleyball, 2. Bundesliga: Baden Volleys SSC Karlsruhe – TSV Mimmenhausen 2:3 (22:25, 25:20, 19:25, 25:20, 10:15). – Der TSV Mimmenhausen ist aus einem mega-spannenden Spiel als verdienter Sieger hervorgegangen. Nach zwei Stunden und 13 Minuten mit viel Hin und Her, Auf und Ab sowie Top-Volleyball auf Augenhöhe feierten Spielertrainer Christian Pampel und seine blau-gelben Volleyballer so ausgelassen, als hätten sie soeben die Meisterschaft gewonnen. Das an diesem Tag reifere Team hatte dem amtierenden Meister seine Grenzen aufgezeigt.

Abteilungsleiter Christof Kraußer glücklich gemacht

Abteilungsleiter Christof Kraußer, der „nicht mit einem Mimmenhauser Erfolg in Karlsruhe rechnete“, fuhr trotzdem hin. Und wurde von seinen Spielern „umso glücklicher“ gemacht. „Kompliment ans Team“, lobte er eine Starting Six, die in Federico Cipollone, wohl der beste Zuspieler der 2. Liga, zwar ihren „Mann des Spiels“ hatte. Aber auch Jan Jalowietzki, Bogdan Birkenberg, Christian Pampel, Jonas Hoffmann, Pascal Zippel und Libero Johann Reusch „waren der Hammer“.

Nervöse Karlsruher, abgeklärte Mimmenhauser

Die Baden Volleys standen offensichtlich unter enormem Druck, starteten nervös ins Duell mit einem TSV Mimmenhausen, der zwar auch nicht immer alles perfekt machte, aber in den entscheidenden Momenten cool und abgeklärt punktete. Die Aufschläge sorgten für Unruhe in der SSC-Annahme, im Karlsruher Angriff fehlte der Zug – so stand der Mimmenhausener Block oft prächtig. Jalowietzki stoppte Jens Sandmeier, der auch im weiteren Verlauf der Partie kaum zu seiner meisterlichen Form finden sollte, zum 25:22 (8:7, 16:13, 24:22).

Felle schwimmen Mimmenhausen schnell davon

Sowie aber Karlsruhe trotz der zahlreichen Wechsel nicht nur mit dem Aufschlag zu annähernd gewohnter Form fand, musste Mimmenhausen Tribut zollen. Der Gast vom Bodensee sah im zweiten Durchgang seine Felle schnell davon schwimmen (4:8, 9:16, 13:22, 17:24). Vielleicht hatte Karlsruhe geglaubt, das Duell mit dem badischen Rivalen verlaufe so, wie die vergangenen auch. Was auch immer Mimmenhausen damals versucht hatte, der SSC gewann beide Male 3:0. Vielleicht hatte aber auch das DVV-Pokal-Achtelfinale gegen den VfB Friedrichshafen die Karlsruher ein paar Körner zu viel gekostet. Jedenfalls machten die Gäste einen frischeren und ausgeruhteren Eindruck im dritten Durchgang. Der ging an Mimmenhausen, weil Pampel & Co. beim 25:19 (8:6, 16:14, 24:19) schlicht und einfach viel weniger Fehler machten als ihre Konkurrenten.

Statt 3:1 für Mimmenhausen – Tiebreak!

Statt nun aber die Karlsruher Schwächephase auszunutzen, sich mit dem dritten Satzgewinn sogar alle drei Punkte zu sichern, gerieten die Mimmenhausener wieder in Bedrängnis. Der Satz ging weg, obwohl sie alles versuchten (6:8, 10:16, 19:23). Wirklich alles. Banden wurden beschädigt beim Versuch von Pampel und Cipollone, den Ball von der Tribüne aus im Spiel zu halten. Der TSV-Steller scheute wenig später den verletzungsträchtigen Clinch mit dem Anschreibertisch nicht: Alles vergeblich! Mit einem Netzroller sorgte Maximilian Kersting für das 25:20, den Satzausgleich und die Lotterie „Tiebreak“. Aber nicht einmal der von vielen als Glücksspiel betrachtete fünfte Satz brachte die Nerven der TSV -Spieler zum Zittern. Zäh wie die Kletten verteidigten sie die SSC-Angriffe, hatten schnell einen entscheidenden Vorsprung (5:1) erblockt – und am Ende mit dem 15:10 dem Meister eine bittere Niederlage beigebracht.

Pampel: Riesiges Lob an die gesamte Mannschaft

„Wir haben Feuer gezeigt, gekämpft, den Fokus auf das, was wir machen müssen, nie verloren“, klingt ein sonst eher besonnener Christian Pampel geradezu euphorisch. „Wir haben den schmalen Grat zwischen Lockerheit und Fokus wunderbar getroffen, ein riesiges Lob an die gesamte Mannschaft.“

TSV Mimmenhausen: Jalowietzki, Birkenberg, Pampel, Hoffmann, Zippel, Reusch. Baumgärtner und Streibl für taktische Aufschläge eingewechselt.