Volleyball, 2. Bundesliga: GSVE Delitzsch – TSV Mimmenhausen 2:3 (25:19, 24:26, 25:27, 25:21, 12:15). – Der TSV Mimmenhausen hat ein aus seiner Sicht besonderes Spiel gewonnen. Zum ersten Mal nach sehr langer Zeit musste das Team von Spielertrainer Christian Pampel ohne das Herz der Mannschaft in Sachsen ans Netz – und hat sich in der Artur-Becker-Halle nicht nur wacker geschlagen, sondern den krankheitsbedingten Ausfall von Zuspieler Federico Cipollone erstaunlich abgeklärt verkraftet. Selbst ein Drei-Punkte-Erfolg war möglich für den Vizemeister. Gegen einen Gastgeber, der vor allem über seinen Aufschlag und Diagonalangreifer Florian Lüddemann Pluspunkte hatte. „Wir haben zwar gewonnen“, sagt Pampel, „aber wir waren nur phasenweise gut.“ Da komme noch viel Arbeit auf ihn zu, reflektierte ein müder Spielertrainer auf der langen Heimfahrt an den Bodensee.

Ohne Cipollone und dann keine saubere Annahme

Ohne Cipollone, einen der Besten seiner Zunft im Team, hängt sehr viel von einer sauberen Annahme ab. Sonst gerät Cipollone-Ersatz Philipp Hornung in seinem ersten Spiel für den TSV in arge Nöte. Libero Johann Reusch aber bekam seine Annahme die gesamten fünf Sätze über viel zu wenig in den Griff. Teilweise spielte Mimmenhausen ohne ihn, oder minimierte sein Aufgabenfeld so, dass die Delitzscher Präzisionskanoniere ihn kaum treffen konnten.

Philipp Hornung füttert Angreifer mit guten Bällen

Hornung dagegen, der vom Meister Baden Volleys SSC Karlsruhe an den See gewechselt, am Volleyball-Internat in Frankfurt ausgebildet worden war, nahm dieses Manko scheinbar unbeeindruckt zur Kenntnis. Abgesehen von ein paar missglückten Schnellangriffen, fütterte der junge Sportler (Jahrgang 2004) Christian Pampel auf der Diagonalen, Jonas Hoffmann und Jan Jalowietzki auf den Außenbahnen mit guten Bällen.

Zu viele Aufschlagfehler im ersten Satz

An ihm lag es nicht, dass der erste Satz verloren ging. Delitzsch schnappte sich den, gegen einen TSV Mimmenhausen, der sich acht Aufschlagfehler leistete (8:7, 16:12, 24:19, 25:19). Dann hatten sich die blau-gelben Volleyballer gefunden, im zweiten Durchgang einen beträchtlichen Vorsprung erschmettert (8:8, 16:12, 24:18). Sechs Satzbälle – eigentlich eine klare Sache, oder? „Plötzlich brach bei uns große Unruhe aus“, weiß Pampel, warum der TSV um den Satzausgleich bangen musste. Die Einwechslung von Tim Frings geriet zum Desaster. Co-Trainer Christian Oswald rannte mit dem Liberotrikot hin und her – zu spät! Vier Asse und einen Angriff später stand es 24:24. Sechs Satzbälle verballert, erst der siebte saß. Birkenberg blockte Köthen.

Starkes Delitzsch in einem tollen Spiel

Erstaunlich dabei, wie abgeklärt der Vizemeister trotzdem geblieben war, sich auch im dritten Durchgang nicht verunsichern ließ (8:3, 16:15, 24:23) und den 27:25 gewann (drei Satzbälle) und sich schon mal zumindest einen Punkt gutschreiben lassen konnte. Drei Zähler sind es nicht geworden. Das wäre der Delitzscher Leistung, die ebenfalls mit Ersatz antreten mussten, überhaupt nicht gerecht geworden. „Delitzsch hat sehr stark in einem tollen Spiel gespielt“, lobt Pampel. Und so ging Satz Nummer vier nach ausgeglichenem Rennen mit 25:21 an die Gastgeber. Mehr aber war nicht drin für die Gymnasialen.

Christian Pampel macht den Unterschied

Im Tiebreak zeigte der Mimmenhauser Man of the Match, Christian Pampel, seine ganze Klasse. Während sein Gegenüber, Florian Lüddemann war der herausragende Akteur auf GSVE-Seite, in den entscheidenden Momenten Fehler machte. Pampels Netzroller-Ass sorgte für den Matchball (14:11), Lüddemann mit seinem Aufschlag ins Netz für das 15:12 aus Mimmenhauser Sicht. Eines hat dieses Duell offenbart: So wie Philipp Hartung „seinen Weg machen wird“ (Pampel), so wird das auch der TSV Mimmenhausen.

TSV Mimmenhausen: Jalowietzki, Birkenberg, Pampel, Hoffmann, Zippel, Hornung, Reusch. Kurzeinsätze hatten: Frings, Baumgärtner und Schaugg.