Frau Menje, mal ehrlich: Haben Sie diese tolle Bilanz bei Ihrem Europameisterschafts-Debüt erwartet?

Nein, auf keinen Fall. Ich bin unglaublich glücklich über diesen tollen Erfolg. Ich habe mich zwar gut auf die Meisterschaften vorbereitet und fit gefühlt, aber dass es so gut laufen würde, konnte niemand erwarten.

Und jetzt ist sogar ein Start bei den Paralympics in Tokio für Sie eine Option.

Das ist noch alles unsicher. Die Bundestrainerin Marion Peters hält mir die Tür offen. Allerdings habe ich die Norm für einen Start in Tokio knapp noch nicht erreicht. Wenn aber genügend Startplätze für das deutsche Team vorhanden wären, könnte es klappen.

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Und falls es doch nicht klappen sollte?

Dann kann ich damit leben. Die Paralympics wären ein Traum für mich, keine Frage. Aber wenn es erst 2024 in Paris klappen sollte, wäre das auch okay.

Sie fahren im Sommer mit dem Rennrollstuhl, im Winter betreiben Sie Skilanglauf: Der Sport scheint Ihr Leben das ganze Jahr über zu bestimmen.

Auf jeden Fall. Sport ist ein ganz großer Teil meines Lebens. Er bedeutet auch Freiheit für mich. Sport ist meine große Leidenschaft, für die ich sehr viel investiere.

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Wie viel Trainingsaufwand ist nötig, um auf diesem Niveau mithalten zu können?

Ich trainiere momentan sechsmal in der Woche jeweils eineinhalb bis zwei Stunden. Dazu kommen noch Trainingslager. Das ist schon ein erheblicher Aufwand, aber keine Belastung für mich, da ich es gerne tue.

Der Sport kollidiert also nicht mit der Schule? Immerhin steuern Sie als Gymnasiastin in der zehnten Klasse auf das Abitur zu.

Ich bekomme viel Unterstützung in meinem Umfeld – in der Schule, bei Freunden und zuhause. Vor allem meinen Eltern bin ich unendlich dankbar, dass sie mir immer zur Seite stehen. Alles unter einen Hut zu bekommen, Schule und Sport, ist aber nicht immer einfach und erfordert viel Organisation.

Wie schaut es mit finanzieller Unterstützung aus?

Die Deutsche Sporthilfe unterstützt mich, Hauptsponsor sind aber nach wie vor meine Eltern, ohne die ich die Kosten für das Sport-Equipment nicht stemmen könnte. Ein Rennrollstuhl alleine kostet immerhin ab 6000 Euro aufwärts. Und große Sponsoren interessieren sich erst für einen, wenn man international für Furore sorgt – beispielsweise bei den Paralympics.