Handball, Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga: SG Schalksmühle/Halver – HSG Konstanz (Samstag, 20 Uhr). – In den letzten Tagen hatte die medizinische Abteilung der HSG Konstanz viel zu tun. Es wird alles versucht, so viele angeschlagene Spieler wie möglich bis zum Wochenende wieder einsatzbereit zu bekommen. Über die Betreuung, Abläufe und Koordination mit Reha-Trainerin Cleo Oexle und den beiden Mannschaftsärzten Dr. Tobias Payer und Dr. Kerstin Moll sowie Physiotherapeutin Heike Gaißer zeigte sich Cheftrainer Jörg Lützelberger sehr glücklich. „Das hat alles stets sehr schnell und gut funktioniert. Sie holen alles raus, was möglich ist.“ Wer letztlich im Kader stehen kann, zeigt sich jedoch möglicherweise erst kurz vor dem Spiel. Lützelberger: „Ich muss die Spieler loben. Alle tun alles dafür, um fit und einsatzbereit zu sein.“ Trotz drohender Ausfälle ist sich der 36-Jährige sicher, dass dann andere in die Bresche springen werden. So wie zuletzt U23-Spieler Jonas Hadlich, der nun allerdings selbst einer der „Patienten“ ist. Positiv stimmen dafür die letzten Trainingstage, in denen die Enttäuschung über die Partie in Krefeld schnell abgeschüttelt wurde. „Das ist der Vorteil an jungen Leuten“, hat auch der Sportwissenschaftler längst sein Lächeln wiedergefunden, „die halten sich nicht lange mit Rückschlägen auf.“ Das gemeinsame Training habe gutgetan und „wir haben gezeigt, dass wir trotz der Ausfälle einen guten Ball spielen können.“

Das könnte Sie auch interessieren

Weniger zufrieden sind alle Beteiligten mit dem Auftritt vor einer Woche. „Bei manchen hat es ein, zwei Tage gedauert, bis sie ihr Lachen wiedergefunden haben“, erzählt der EHF-Mastercoach. Wesentlich verändert habe sich die Lage durch die 32:33-Nielderlage jedoch nicht. Die Spiele seien schließlich ohnehin alle Endspiele, so Lützelberger. Den schönsten Satz dazu brachte jedoch Linksaußen Aron Czako ein. Nach einem ungarischen Sprichwort sagte der zu seinen Mitspielern: „Wer zählt, verliert.“ Also sind die Zahlen von allen, auch und insbesondere vom Sport- und Mathematikstudenten, aus den Gedanken verbannt. Einzig und allein dem Sieg gilt der Fokus – und den eigenen Stärken, von denen in Krefeld zu wenige wirklich auf das Spielfeld gebracht werden konnten. Kampf und Einstellung waren für den Konstanzer Trainer tadellos, ansonsten war er mit wenig zufrieden. Für ihn war der Auftritt einer der schwächsten in dieser Saison – bei einem guten Gegner. Eine hohe Anzahl an technischen Fehlern und eine zu löchrige Abwehr ließen letztlich nicht mehr zu. Mit frischem Selbstvertrauen will man „schnell und gallig“ sowie effizienter sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Vorbereiten müssen sich die Gelb-Blauen dabei erneut auf einen harten Kampf bei einem guten Gegner. Im Nordwesten des Sauerlandes, 500 Kilometer von Konstanz in Nordrhein-Westfalen gelegen, wartet jene Mannschaft, die Krefeld in der Vorrunde zweimal besiegt (32:26 und 27:26) und mit nur einem Punkt Rückstand den zweiten Platz belegt hatte. Ein Ausrufezeichen war zudem der 23:22-Sieg vor Wochenfrist gegen den starken VfL Pfullingen. Besonders überzeugen konnte im Team des ehemaligen niederländischen Nationaltrainers Mark Schmetz dabei der frühere Junioren-Weltmeister kroatische Keeper Ante Vukas, der mit spektakulären Paraden zum Matchwinner wurde. Aber auch Lins Michel (Doppelspielrecht mit TuS Ferndorf), Jan König (Hagen), Christoper Klasmann (Ferndorf und Rhein Vikings) sowie Brian Gipperich (Bergischer HC und Rhein Vikings) verfügen über Zweit- oder sogar Erstliga-Erfahrung.

„Gut besetzte Mannschaft“

„Eine gute, ausgleichen besetzte Mannschaft“, weiß der Ex-Bundesligaprofi. „Die vor allem daheim um jeden Ball kämpft, clever agiert und durch das letzte Erfolgserlebnis richtig Lust bekommen hat.“ Gespielt wird nun nicht mehr wie zuletzt gegen Pfullingen in Schalksmühle, sondern in der größeren Halle in Halver. Um dafür bestens gerüstet zu sein, bricht die HSG Konstanz schon am Freitagmorgen auf, trainiert und übernachtet unter besten Bedingungen in Gummersbach beziehungsweise der nähren Umgebung und nimmt die letzten Kilometer nach einem morgendlichen Abschlusstraining am Samstag in Angriff. „Wir werden alles versuchen, dieses Spiel zu gewinnen“, ist der ehemalige Gummersbacher Lützelberger fest entschlossen. „Wir werden mit Vollgas und Energie da reingehen.“