2. Bundesliga: VfL Lübeck-Schwartau – HSG Konstanz (Freitag, 19.30 Uhr, Hansehalle). – Nach erneut zwei Wochen Zwangspause durch die Quarantäne des EHV Aue befindet sich die HSG Konstanz auf der längsten Auswärtsfahrt der Saison.

Die rund 880 Kilometer wurden bereits am Donnerstagmorgen in Angriff genommen. Nach einer Hotelübernachtung und einem morgendlichen „Anschwitzen“ stellt sich die HSG am Freitag auf die schwere Aufgabe beim aktuellen Tabellenvierten der 2. Bundesliga ein.

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Es sind turbulente Zeiten für die HSG Konstanz. Nach dem wichtigen Erfolg gegen Ferndorf wollte man den Schwung mitnehmen – doch die aktuelle Situation lässt keinerlei Rhythmus zu. Immerhin konnte Trainer Daniel Eblen die Zeit nutzen, um auch im individuellen Bereich mit seiner jungen Mannschaft zu arbeiten.

Fest steht nun zudem, dass das verlegte Auswärtsspiel in Bietigheim am Dienstag, 2. Februar, um 19.30 Uhr nachgeholt wird. Ebenso wie dass nun beim heimstarken Topteam Lübeck-Schwartau ohne den verletzten Joschua Braun eine richtig große Herausforderung wartet.

Positive Zeichen in verrückten Tagen

Doch in diesen verrückten Tagen gab es zuletzt positive Zeichen. Die Mannschaft befreite sich auch ohne Hilfe der Zuschauer aus ihrem Zwischentief und kämpfte sich gegen Ferndorf zurück in die Spur. „Wir haben viel weniger Fehler als in den Partien davor gemacht“, hat Eblen eine denkbar einfache Erklärung dafür. Die Abwehrarbeit fand er schon davor recht ordentlich, doch zuletzt war es seine Mannschaft, die sich dafür belohnte und in den Gegenstoß kam, statt mit leichten Fehlern dem Gegner die Tore fast selbst aufzulegen.

Man habe im Angriff an ein paar Stellschrauben gedreht, mit denen Sicherheit zurück ins Spiel kam. Eblen: „Wir sind auf dem Weg zu dem Handball, den wir spielen wollen.“ Der nächste Schritt muss an der Ostsee folgen, sonst dürfte beim großen Favoriten, der Richtung 1. Bundesliga schielt, nicht viel zu holen sein.

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Auch abseits des Spielfeldes gab es einige positive Nachrichten. Während die HSG mit Einnahmeausfällen in Höhe von rund 130.000 Euro kämpft, kamen bereits zur Halbzeit der Crowdfunding-Aktion knapp 44.000 Euro zusammen. Bis 16. Dezember gibt es weiter täglich neue attraktive Prämien – über wertvolle Uhren bis hin zum Segeltörn mit den HSG-Spielern auf dem Bodensee.

„Das ist großartig“, freut sich der HSG-Coach, „man wird darauf schon in der Stadt angesprochen, das bewegt die Menschen. Für uns ist das eine tolle Geschichte, an der man erkennt, wie groß das Interesse an der HSG ist.“ Er sieht darin eine Botschaft, wie sehr die Bürger der Stadt hinter ihrem Handball-Zweitligisten stehen.

Verstärkungen aus Schweden

Auf den Rückhalt von den Rängen muss die HSG mindestens bis Ende des Jahres verzichten. Das gilt allerdings auch für den VfL Lübeck-Schwartau, der sich zu dieser Saison mit dem schwedischen Doppelpack Carl Löfström und Julius Lindskog Andersson prächtig verstärkt hat und sich in diesen Tagen die frohe Kunde vom Land Schleswig-Holstein über eine Unterstützung in Höhe von 100.000 Euro freuen durfte.

Ähnliche Unterstützung erfahren die Vereine auch in anderen Bundesländern wie Thüringen und Sachsen. In Baden-Württemberg hingegen gibt es keine Sport-Hilfe des Landes.

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Löfström gilt als einer der besten Kreisläufer der Liga und Spielmacher Andersson wurde gar zum wertvollsten Spieler der letzten Saison gewählt. Für den Konstanzer Übungsleiter „genau die richtigen Verpflichtungen. Andersson macht das Spiel des VfL schneller und variabler. Das ist nun eine gute Mischung aus Powerhandball und schnellem Spiel.“

Mit Ex-THW-Kiel-Keeper Dennis Klockmann im Verbund mit einer der stärksten Defensiven der Liga eine echte Aufgabe für das Team vom Bodensee. Nur 24 Gegentore im Schnitt lässt Lübeck zu. Rückenwind wird also nötig sein, genauso wie erneute Durchschlagskraft aus dem Rückraum.