Volleyball, 2. Bundesliga: Blue Volley Gotha – TSV Mimmenhausen 3:1 (25:19, 25:22, 19:25, 25:23). – Nach einer langen Fahrt in den Thüringischen Schnee und einer eher enttäuschenden Mannschaftsleistung musste der TSV Mimmenhausen alle Punkte beim abstiegsgefährdeten Tabellenneunten lassen. Der freute sich sehr über das unerwartete Geschenk so kurz vor dem zweiten Advent, schließlich hatten die Gastgeber dem Vizemeister und klaren Favoriten im Vorfeld der Partie viel Respekt entgegengebracht. Zumal die Blue Volleys ohne gelernten Diagonalangreifer, dafür aber mit zwei Zuspielern (Krochmann auf der Außenbahn) auflaufen mussten. Eigentlich eine leichte Beute für den Gast vom Bodensee, so dachten nicht nur die Gothaer. Aber der hatte ebenfalls personelle Probleme. Jonas Hoffmann war nicht dabei, Jan Jalowietzki musste angeschlagen spielen, Joshua Rauber war krank. „Gotha hat nicht damit gerechnet“, erklärt Christian Pampel den Spielverlauf, „dass es überhaupt einen Satz gewinnt. Als es dann aber trotzdem lief, haben sich die Blue Volleys in einen Rausch gespielt.“

Zu viele schlechte Lösungen beim TSV

Der Mimmenhausener Spielertrainer verzichtete im ersten Durchgang auf Zuspieler Federico Cipollone, Philipp Hornung sollte Spielpraxis bekommen. Und für Bogdan Birkenberg blockte Tobias Streibl neben Pascal Zippel. Der übrigens vom Gothaer Spielertrainer Jonas Kronseder zum MVP gewählt wurde. An den ersten 24 Minuten der Partie hatte Christian Pampel wohl nicht so recht Spaß gehabt. Entsprechend angesäuert reagierte er in der dreiminütigen Pause. „Zu viele schlechte Lösungen, vor allem gegen Einerblocks“, moniert er. Das maximale Zwischenresultat gegen Blue Volleys, „denen unglaublich viel gelungen ist“ (Pampel): ein 14:14 und 15:15. Dann nahmen die Mimmenhausener Eigenfehler wieder zu – und schwupps war der Satz weg.

Gotha „richtig stark über Außen und dem Hinterfeld“

Cipollone ersetzte Hornung. Jetzt war Mimmenhausen auf Augenhöhe mit der Gothaer Rumpftruppe. Die aber setzte sich im Pipe und auf den Außen „richtig stark“ (Pampel) durch. Und Mimmenhausen baute die Gastgeber außerdem immer wieder auf, weil Pampel & Co die kritischen Punkte nicht machten. Sie waren zwar näher dran (8:7, 16:15, 20:22) am Satzgewinn, unterlagen dennoch 22:25.

Der zum Sieg für TSV Mimmenhausen zu lang

Noch drei Sätze: Der Weg über die Ziellinie wurde für diesen TSV Mimmenhausen doch arg lang. Zu lang. Mit Bogdan Birkenberg für Streibl ging es in den dritten Satz. In dem waren die Zwischenresultate so klar wie der Abstand der beiden Teams in der Tabelle (4:8, 8:16, 19:24). Statt aber den Schwung des 25:19 mitzunehmen, geriet Mimmenhausen danach wieder ins Straucheln. Richard Schaugg, für Jalowietzki im Spiel, schlug nicht durch. Jalowietzki kam zurück (19:21). Aber als Cipollone nach einem heftigen Gothaer Schmetterball an den Kopf zu Boden ging (20:22) und angenockt durch Hornung ersetzt werden musste, war das Kind längst in den Brunnen gefallen. Drei unerwartete Matchbälle für Gotha (24:21), Tomasz Gorski blockte Jalowietzki zum 25:23, und der TSV Mimmenhausen blieb zum ersten Mal in der Saison überraschend punktlos.

TSV Mimmenhausen: Jalowietzki (Schaugg), Streibl, Birkenberg, Pampel, Frings, Zippel, Hornung, Cipollone, Reusch.