Handball, 3. Liga: HSG Konstanz – TSV Blaustein (Samstag, 20 Uhr, Schänzle-Sporthalle). – In den ersten vier Spielen hat die HSG Konstanz begeistert. Mit schnellem Tempohandball, viel Spielfreude, Leidenschaft und Emotion. Aber auch mit vielen Toren und deutlichen Erfolgen. Hinter der Entwicklung der jungen Mannschaft nach einem Umbruch mit acht Neuzugängen steht ein starkes Trainerteam. Head Coach Jörg Lützelberger wird unterstützt von Co-Trainer Fabian Schlaich, Torwart-Trainer Sven Gemeinhardt und Reha-Trainerin Cleo Oexle. Zusätzlich ist Daniel Eblen weiter im Hintergrund tätig. Wichtig für den 36-Jährigen war, dass die HSG im Sommer strukturell den nächsten Schritt vollzogen hat. So ist Lützelberger nie alleine in den Trainingseinheiten, sondern wird immer mindestens durch einen weiteren Trainer an seiner Seite unterstützt, oft sogar durch zwei. „Mit 18, 20 talentierten, willigen Spielern, die Gas geben wollen, die Input brauchen, die besser werden wollen“, erklärt der Ex-Profi, „können wir die Spieler so ganz anders betreuen und aufteilen.“ So sind Positionsgruppen möglich, in denen gezielt an der Entwicklung der Talente gearbeitet werden könne. Lützelberger: „Das macht mir sehr viel Spaß. Ich bin sehr dankbar für das Team.“

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Damit sei man auch viel zu sehr im Hier und Jetzt damit beschäftigt neue Akzente zu setzen, neue Aufgaben zu stellen und diesen Weg in jeder Trainingseinheit weiterzuverfolgen, als dass die bisherigen Erfolge zu irgendeinem Nachlassen führen könnten. Stattdessen liegt eine sehr konzentrierte, engagierte und gute Trainingswoche hinter der HSG. Immer mehr trägt die Arbeit auch in der Defensive Früchte, mit zwei guten Keepern und zuletzt nur 21 Gegentoren – trotz vieler Angriffe und enorm hohen Spieltempos. Interessanter Aspekt dabei ist die immer bessere Einstellung auf den siebten Feldspieler des Gegners. Die Quote der erfolgreichen Angriffe des Gegners darüber sank in den letzten drei Spielen kontinuierlich ab, bei Plochingen auf unter 50 Prozent. Im nächsten Duell kommt es zu einem der Gegensätze – wenn man die nackten Zahlen der Tabelle betrachtet. Konstanz startete mit vier Siegen, Blaustein musste viermal das Feld als Verlierer verlassen. Jörg Lützelberger ist kein Freund von Understatement, aber er warnt eindringlich davor, dies alleine als Bewertungskriterium heranzuziehen: „Das ist trügerisch. Blaustein kann Handball spielen – das ist auf den Videos deutlich zu erkennen“. Das große Manko der Ulmer Vorstädter um Spielertrainer und Ex-Bundesligaprofi Jan Behr sowie den international erfahrenen Ex-Zweitligaspieler Nikola Potic sowie Philipp Frey, aktuell drittbester Torschütze der Liga, ist die Chancenverwertung. Trainer Lützelberger macht vor dem ersten Duell der Konstanzer Erstvertretung gegen die Schwaben klar: „Wir wollen uns nicht darauf verlassen, dass Blaustein weiter Pech an der Hand hat.“

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Sowieso ist ihm ein Denken in Ergebnissen fremd. Dass, was den Taktik-Experten umtreibt, ist das „Hase-Igel-Spiel“ zwischen den Trainern. Neue Handlungsstellungen halten frisch, ebenso die Vorbereitung auf die Gegner. „Jeder schaut Video und nutzt das für sich. Wir wollen immer einen Schritt weiter sein.“ Großer Ehrgeiz und der Drang, in jeder Einheit besser zu werden, treibt ihn, aber auch die junge Mannschaft an. Auf die Frage, ob er den Saisonstart in dieser Form erwartet habe, hat der Sportwissenschaftler daher auch eine klare Antwort: „Nein, das habe ich so nicht erwartet. Weil ich keine Erwartung hatte.“ Die Dinge einfach halten und stets voll auf den nächsten Sieg fokussiert sein ist die Arbeitsweise, die hervorragend funktioniert. Mit dieser Überzeugung soll auch die nicht zu unterschätzende Aufgabe Blaustein gelöst werden.