Handball, 2. Bundesliga: TSV Bayer Dormagen – HSG Konstanz (Samstag, 19.30 Uhr). – Die HSG Konstanz tritt heute um 19.30 Uhr beim TSV Bayer Dormagen in der 2. Bundesliga an. Auf dem Weg zur zweiten Auswärtsaufgabe der Saison hatte die HSG noch einen Zwischenstopp in der Halle der Rhein-Neckar-Löwen eingelegt – eine letzte Trainingseinheit vor der Partie.

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Die HSG Konstanz setzt dabei wie der letzte Gegner VfL Potsdam konsequent auf den Nachwuchs. Dass die junge Konstanzer Mannschaft, die sich noch im Umbruch befindet, in der zweiten Liga hart kämpfen muss, überrascht keinen. Dafür hat sich die Liga in den letzten Jahren zu sehr entwickelt und professionalisiert. „Diese Entwicklung wollen wir, indem wir akribisch arbeiten, auf allen Ebenen mitgehen“, gibt sich Trainer Jörg Lützelberger kämpferisch. „Das Grundthema ist, dass wir in einer sehr attraktiven Liga gegen richtig gute Teams antreten.“ Der Konstanzer Chef-Coach ist sich bewusst, dass es dort schwer wird. „Dafür müssen wir alle nahe am Optimum sein. Doch das ist die Bühne, auf der wir dabei sein wollen und wo wir alle gefordert und besser werden können“, sagt er.

Lehren aus dem Potsdam-Spiel

In der Anfangsviertelstunde gelang das gegen Potsdam durchaus ordentlich. Das kann seine Mannschaft mitnehmen für die Partie gegen Dormagen. Schwächephasen und ein paar leichte Fehler sind allerdings kaum mehr auszugleichen. Schneller besser zu werden als andere, ist das Ziel. Doch die finanziellen Möglichkeiten an anderen Standorten sind größer. „Deshalb müssen wir aus unseren Möglichkeiten das Optimum herausholen“, berichtet der EHF-Mastercoach, der mit seiner Mannschaft die letzten Wochen aufgearbeitet hat und an der Entwicklung seiner Schützlinge feilt. Der Fokus liege bei den jungen Spielern darauf, „dass uns der eine oder andere in seiner Entwicklung durch die Decke geht“, so der Trainer. Ziel sind die Akklimatisierung im und die Adaption des deutlich höheren Levels in der 2. Bundesliga. „Wir sind nicht zufrieden, wenn wir verlieren. Aber wir wissen auch, welche Erfahrungen wir auf diesem Level haben und wo wir herkommen“, ordnet Lützelberger die Situation realistisch ein.

Trainer warnt vor Gegner Dormagen

Die Lektion der ersten Spiele sollte schnell verdaut werden. „Wir wachsen auch durch Niederlagen zusammen“, sagt Rechtsaußen Lukas Köder und fügt trotzig an: „Wir haben noch Spiele vor uns, die wir anders gestalten müssen und wollen.“ Beim ehemaligen Erstligisten TSV Bayer Dormagen, der schon 19 Jahre zur 2. Bundesliga zählt, wird dies kaum einfacher. In der letzten Saison hatte Dormagen lange um den Klassenerhalt bangen müssen, nachdem die Nordrhein-Westfalen zuvor auf Rang sieben ins Ziel gelaufen waren. Neuer Trainer ist der ehemalige Bundesligaprofi und deutsche Nationalspieler Matthias Flohr, der zuletzt beim HBW Balingen-Weilstetten unter Vertrag stand und mit Hamburg die Champions League gewonnen hatte. Ihm steht ein Team zur Verfügung, das, so Lützelberger, „sehr physisch agiert und mit allen Wassern gewaschen ist.“ Zwei clevere Kreisläufer etwa schaffen Räume für den wurfgewaltigen Rückraum um Shooter André Meuser.

Gleichsam gilt es, die zu riskanten Aktionen sowie die großen Schwankungen im eigenen Spiel in den Griff zu bekommen. War die erste Viertelstunde gegen Potsdam von vielen sehenswerten Highlights und spielerischen Glanzpunkten geprägt, brachen den Gelb-Blauen einige leichte Fehler in Serie binnen Minuten das Genick. „Wir trainieren viel und hart, um voranzukommen“, gibt der Trainer der HSG Einblick. „Erfahrung ist dabei ein Teil von Qualität.“ Viele von Potsdams Toptalenten sieht er in ein paar Jahren dort, wo sie alle hinstreben: In der 1. Bundesliga – mit Ambitionen für mehr. Ohne Ambitionen ist aber auch seine Mannschaft nicht, denn: „Jedes Spiel ist wichtig. In jedem Spiel gibt es die Chance auf zwei Punkte. Das ist unser Ziel“, sagt der HSG-Coach vor dem Spiel gegen Dormagen, das im kostenlosen Livestream auf http://www.hsgkonstanz.de/livestream zu sehen sein wird.