2. Bundesliga: HSG Konstanz – VfL Gummersbach 30:37 (13:17). – Es gibt Vereine, deren Namen das Herz eines jeden Handballfans höher schlagen lassen. Ganz vorne mit dabei ist der VfL Gummersbach. Kaum eine Trophäe, die nicht auf dem Briefkopf des Clubs aus dem Oberbergischen Kreis zu finden ist.

Solche Kaliber waren lange Zeit nur in Pokal- oder Testspielen zu Gast bei der HSG Konstanz. Bis vor zwei Jahren gehörte der VfL durchgehend zur deutschen Beletage, doch seit dem erstmaligen Abstieg kämpfen beide Vereine in der 2. Bundesliga um Punkte.

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Die Rollen sind in diesen Duellen allerdings klar verteilt. Und so zeigten die auf etlichen Positionen erstligareif besetzten Gäste schnell, dass sie der klare Favorit sind. Sieben Minuten waren gespielt, da hatte sich der Tabellenzweite beim Stand von 1:4 schon ein Drei-Tore-Polster erspielt.

Beim letzten Aufeinandertreffen der saßen noch 1700 enthusiastische Zuschauer auf der Tribüne der Schänzlehalle, dieses Mal blieb die Spielstätte der HSG größtenteils leer –abgesehen von einigen Helfern sowie etwa einem Dutzend Pappaufstellern im Fanblock.

VfL Gummersbach hat leichtes Spiel

Die Hilfe der Zuschauer hätten die Konstanzer gut gebrauchen können, denn über weite Strecken war die erhoffte Überraschung des Konstanzer Kellerkindes weit entfernt.

Gummersbach hatte leichtes Spiel, profitierte von den vielen technischen Fehlern der HSG und setzte sich bis zur 22. Minute auf 12:6 ab.

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Die Gastgeber wollten sich eigentlich für die schwache Defensivleistung zuletzt in Wilhelmshaven rehabilitieren, schafften es aber erneut lange nicht, die gegnerischen Angriffe effektiv zu unterbinden.

Bezeichnend waren die Minuten vor der Pause. Da ließ Gummersbach es trotz zwischenzeitlich dreifacher Unterzahl nicht zu, dass die HSG entscheidend verkürzen konnte, sodass es beim Stand von 13:17 in die Pause ging.

Seine neun Tore reichten nicht zur Überraschung: der Konstanzer Tom Wolf (links, hier gegen Timm Schneider).
Seine neun Tore reichten nicht zur Überraschung: der Konstanzer Tom Wolf (links, hier gegen Timm Schneider). | Bild: Peter Pisa

Auch im zweiten Abschnitt ließen es die Hausherren zunächst am nötigen Kampfgeist vermissen. Die Fehler in der Offensive wurden zwar weniger, doch bald schon stand es 17:24 (40.).

Spätestens, als der Konstanzer Markus Dangers nach der dritten Zeitstrafe die Rote Karte sah, schien das Spiel entschieden.

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Dann bekamen die wenigen Menschen in der Halle jedoch wieder ein wenig Spannung geboten. Tor um Tor kam Konstanz heran. Nicht auszudenken, was bei vollen Rängen losgewesen wäre, als es plötzlich 26:29 (50.) stand.

Ohne die lautstarke Unterstützung der Fans kämpfte Konstanz nun tapfer – aber letztlich vergebens. Näher als auf drei Tore kam die HSG nicht mehr heran, und am Ende freute sich der elfmalige Europapokalsieger über einen verdienten 37:30-Erfolg am Schänzle.

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„Für mich gehört der VfL Gummersbach in die erste Liga und hoffentlich schaffen wir es dieses Jahr“, hatte Gäste-Trainer Gudjon Valur Sigurdsson vor der Partie gesagt. Seine abgezockte Mannschaft ist tatsächlich auf dem besten Weg zurück ins Oberhaus. Und für die HSG Konstanz wäre es wie in jedem Jahr ein Erfolg, in der 2. Bundesliga zu verbleiben.

Sigurdsson jedenfalls hält große Stücke auf das Team von Daniel Eblen. „Die HSG Konstanz ist eine tolle Mannschaft. Wenn sie in der Abwehr gut spielen, sieht man, dass sie sehr schnell nach vorne kommen können“, hatte er gesagt. Um gegen einen so großen Namen wie gegen den VfL Gummersbach zu bestehen, reicht eine starke Viertelstunde in der Defensive allerdings nicht.

HSG Konstanz: M. Wolf, Haßferter (Tor); Stotz (1), Czako (3), Jaeger, Hild (2), T. Wolf (9/3), Dangers (2), Krüger (1), Maier-Hasselmann (3), Beckmann (2), Braun (2), Jud (1), Volz (2), Schramm (2), Knezevic.