2. Bundesliga: HSG Konstanz – TuS N-Lübbecke 24:33 (11:13). – Wer beim ersten Geisterspiel in der Geschichte der HSG Konstanz erwartet hatte, dass dichte Nebelschwaden über den Seerhein ziehen und die gruselig leere Halle von der sonst üblichen Hölle zum Spukschloss am Schänzle mutieren würde, der wurde eines Besseren belehrt.

Völlig menschenleer waren die Ränge dann nun doch nicht, denn auf der Tribüne sorgte eine Handvoll fleißiger Helfer für ein wenig Reststimmung an diesem Freitag, dem 13.

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Der blanke Horror für die beiden Angriffsreihen waren in den ausgeglichenen Anfangsminuten die Schlussmänner. Knapp sieben Minuten waren gespielt, da hatte der Konstanzer Keeper Michael Haßferter bereits vier Paraden in der Statistik stehen, ebenso viele wie sein Gegenüber, der frühere slowenische National-Torhüter Aljosa Rezar. Dementsprechend mager war bis dahin die Torausbeute – 3:2.

An der gruseligen Schwächephase der HSG zwischen der 13. (!) und der 17. Minute trug der 37-jährige TuS-Routinier allerdings nur zwei Glanzparaden bei. Den Rest erledigten die Konstanzer selbst. 5:4 lagen sie nach einer knappen Viertelstunde vorne und ermöglichten dem dreifachen Europapokalsieger aus Nettelstedt nur ein mageres Törchen aus dem Spiel heraus.

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Dann riss die Mannschaft von Trainer Daniel Eblen die mühsam aufgebaute Führung mit sechs leichtfertig vergebenen Angriffen, die eiskalt mit Gegentreffern zum 5:9 bestraft wurden, wieder ein. Die Torhüter blieben stark, die Offensivbemühungen beider Teams weiter ausbaufähig. Die HSG-Helfer bewiesen allerdings, dass auch sie trommeln, pfeifen und ihre Mannschaft anfeuern können. Sie fieberten be-geistert mit bei diesem Geisterspiel, in dem sich die Hausherren bis zur Pause (11:13) wieder fingen.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts bauten die mit mehreren aktuellen und früheren Nationalspielern stark besetzten Gäste aus Ostwestfalen ihren Vorsprung weiter aus. Sie fühlten sich offensichtlich schon früh auf der Siegerstraße, als sie den Ball in der 40. Minute durch einen Kempatrick des überragenden Tom Luick Skoblien (13 Treffer am Freitag, den 13.) zum 15:20 ins Netz zauberten.

Zu viele technische Fehler nach der Pause

Nun wurde es langsam wirklich gruselig am Schänzle, sogar die anfeuernden Helfer verstummten zwischenzeitlich ob der vielen technischen Fehler ihrer HSG. Darauf wartete die gnadenlose Topmannschaft vom TuS N-Lübbecke nur. Ein Tempogegenstoß nach dem anderen rauschte aufs Konstanzer Tor zu (16:23/44.). Es war wie verhext.

In der Schlussviertelstunde mussten sogar auf beiden Seiten die zu Beginn so starken Torhüter vom Feld, was Rezar aber nicht daran hinderte, kurz für einen gehaltenen Siebenmeter aufs Parkett zu kommen. Ansonsten änderte sich nicht mehr viel.

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Das Spiel war beim Stand von 20:28 (54.) längst entschieden. Die Konstanzer machten immer noch zu viele Fehler, Lübbecke war in der Offensive wesentlich abgebrühter und brachte den 33:24-Auswärtssieg nach Hause. Dann hatte der Spuk beim Geisterspiel am Schänzle ein Ende.

HSG Konstanz: M. Wolf, Haßferter, Ebert (Tor); Stotz, Czako (1), Hild (2), T. Wolf, Dangers (3/1), Krüger (1), Maier-Hasselmann (1), Beckmann, Braun (3/2), Jud (4/1), Wendel (3), Schramm (5), Knezevic (1).