Handball, 3. Liga: TSV Blaustein – HSG Konstanz 28:36 (10:23). – „Kompliment an die Mannschaft und Kompliment an die Fans“, sagte ein glücklicher Jörg Lützelberger direkt nach dem Spiel. Ein ganzer Block der Lixsporthalle war zuvor mit gelb-blauen Fahnen und Luftballons geschmückt. Der HSG-Coach strahlte, denn „das war von der Kulisse definitiv kein Auswärtsspiel. Genauso wie man sich bei der Mannschaft immer wieder vor Augen führen muss, dass das nicht selbstverständlich ist, die Spiele in der Art und Weise zu gewinnen, so muss man das auch über unsere Fans sagen.“

Von Beginn an stark

Der Motor der Konstanzer lief von Beginn an richtig heiß. 4:1 stand es nach fünf Minuten, 11:5 nach 15 Zeigerumdrehungen – für die Gäste. Ab der zehnten Minute war der zuvor viermal ungeschlagene TSV Blaustein chancenlos. Topscorer Nikola Potic traf David Knezevic voll im Gesicht. Sicher ohne Absicht, aber während sich der 20-Jährige auf dem Boden krümmte, gab es dafür die Rote Karte. Ab Minute 19 rollte der HSG-Express so in einem sehenswerten Tempo auf den Bausteiner Kasten zu: Nur vier Minuten benötigte Konstanz, um von 11:6 auf 17:6 zu erhöhen. In diesem Tempo ging es bis zur Pause munter weiter, da sich Torwart Leon Grabenstein erneut in toller Form zeigte. Ein Doppelschlag von Fynn Beckmann brachte schließlich sogar eine 23:10-Halbzeitführung.

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„Ich bin stolz auf die Mannschaft, wie sie in der ersten Halbzeit das Ruder sehr schnell an sich gerissen hat“, freute sich Lützelberger über den Torhunger. „Die Rote Karte hat schon Einfluss auf das Spiel genommen. Sie kommt aber nicht von irgendwo her. Es war die klare Ansage an alle, mit vollem Einsatz dahin zu gehen, wo es weh tut. Da hat David in dieser Situation gemacht.“ Aber nicht nur er. Egal ob Fynn Beckmann in seinen schnellen Eins-gegen-Eins-Duellen, Joel Mauch, mit allem was er hatte oder aber die Außen, die sofort in die gegnerische Spielhälfte starteten oder selbst den Steal sicherten. Den Ritterschlag dafür gab es in Form eines großen Komplimentes des Trainers: „Das war schon ein defensives Feuerwerk“, so der EHF-Mastercoach.

Nach der Pause etwas verhaltener

Nach der Pause nutzte er die komfortable Situation, um zu testen und vor allem durchzuwechseln. Die HSG Konstanz spielte nicht mehr so flüssig, leistete sich ein paar Fehler mehr und ließ ein paar Chancen liegen. Alles Themen, an denen auch schon gearbeitet werde, aber die „wir noch nicht so erfolgreich umgesetzt haben“ (Lützelberger). Zudem hatte sich Blaustein mit dem siebten Feldspieler etwas überlegt – für Lützelberger stets die höchste Wertschätzung für den Gegner und ein Zeichen, dass die HSG zuvor vieles richtig gemacht hat. Die Ulmer Vorstädter gingen beherzt zur Sache und konnten die zweite Hälfte damit nicht nur ausgeglichen, sondern für sich entscheiden.

HSG Konstanz: Wolf, Grabenstein (beide Tor), Stotz (2), Michelberger (2), Czako (5), Hild, Mauch (3), Knipp (2), Beckmann (5), Braun (2), Bornhauser, Timm (1), Wendel (1), Ingenpaß (2), Köder (7/2), Knezevic (4).