Handball, 2. Bundesliga: HSG Konstanz – TV Hüttenberg 22:22 (10:13). – Die HSG Konstanz startete gut in das Kellerduell mit den Hessen. Im Angriff agierten die Gastgeber wieder geduldiger, was beim Heimsieg über Ferndorf zuletzt gut funktioniert hatte.

Nach ausgeglichenen Anfangsminuten (3:3) zeigte Torhüter Michael Haßferter zwei starke Paraden und fand mit seinen Pässen die schnellen Außen Samuel Wendel und Fabian Maier-Hasselmann, die Konstanz per Tempogegenstoß mit 5:3 (8.) in Führung brachten.

Das könnte Sie auch interessieren

Direkt im nächsten Angriff dann die Schlüsselszene der ersten Hälfte. HSG-Kapitän Tom Wolf verletzte sich an der linken Hand, hinterließ einen großen Blutfleck auf dem Parkett und eine noch viel größere Lücke auf dem Feld. Als Wolf in die Kabine rannte, verschwand mit ihm auch der Spielfluss der Gastgeber.

Ein mageres Törchen erzielten die Hausherren in der folgenden Viertelstunde noch. Die HSG Konstanz verfiel in alte Muster, machte zu viele hektische Fehler im Angriff, der Rhythmus fehlte. Und im Gegenzug wurden die Konstanzer mit schnellen und einfachen Gegentoren bestraft. Tom Wolf traute seinen Augen wahrscheinlich nicht, als er bandagiert zurück in die Halle kam. Bei seiner Behandlung durch den Teamarzt – mit vier Stichen wurde er genäht – stand es 5:3, und nun hieß es 6:12 (23.) aus Konstanzer Sicht.

Tom Wolf (hier schon mit bandagierter linker Hand).
Tom Wolf (hier schon mit bandagierter linker Hand). | Bild: Peter Pisa

Der Kapitän fügte sich aber sofort mit einem schönen Pass auf Kreisläufer Markus Dangers ein – und schien das Selbstvertrauen zurück gebracht zu haben. Haßferter hielt die HSG Konstanz mit drei prächtigen Paraden im Spiel, vorne feierte Youngstar Felix Fehrenbach seinen ersten Zweitligatreffer.

Zur Pause dieses Abstiegsduells stand es 10:13. Die HSG lag zwar noch hinten, den Rückstand konnte das Team von Trainer Daniel Eblen aber auf drei Tore halbieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Die gute Nachricht zu Beginn des zweiten Abschnitts: die HSG Konstanz war wieder dran. Die schlechte: am Rückstand änderte sich erst einmal nichts. Im Gegenteil. Die Gäste bauten ihren Vorsprung schnell wieder durch einfache Tore gegen die zu harmlose HSG-Defensive auf fünf Treffer aus (13:18/38.).

Es blieb spannend, doch wie so oft schafften es die Konstanzer nicht, ihre gut herausgespielten Chancen zu nutzen, um entscheidend zu verkürzen. Beim Stand von 17:20 (43.) scheiterte erst Markus Dangers per Tempogegenstoß, es folgte ein Fehlpass von Tim Jud – und Hüttenberg traf zum 17:21 (45.).

Kreisläufer Markus Dangers in der Zange.
Kreisläufer Markus Dangers in der Zange. | Bild: Peter Pisa

In der entscheidenden Phase flatterten dann die Nerven bei beiden Mannschaften. In einem an Fehlern nicht gerade armen Abstiegskampf übertrafen sich die Kellerkinder mit Unzulänglichkeiten.

Eines muss man der HSG Konstanz in dieser Saison aber lassen. Langweilig sind die Spiele in der Schänzlehalle selten. Dangers erzwang nach einigen vergebenen HSG-Möglichkeiten das Tor zum 20:21, Peter Schramm blockte einen Hüttenberger Wurf – und Dangers glich auf Pass von Tim Jud energisch aus (21:21/55.).

Das könnte Sie auch interessieren

Nach drei vergebenen Konstanzer Chancen und dem erneuten Rückstand (21:23) schienen alle mit einer Niederlage zu rechnen. Nur einer nicht. Tom Wolf, der zuvor nochmals behandelt werden musste und auf der Bank saß, kam für die letzte Aktion aufs Feld. Und wer, wenn nicht er, erzielte drei Minuten vor Abpfiff den wichtigen und umjubelten Ausgleich zum 22:22.

HSG Konstanz: M. Wolf, Haßferter, Ebert (Tor); Stotz, Czako, Fehrenbach (1), T. Wolf (5/3), Dangers (8/1), Krüger, Maier-Hasselmann (2), Beckmann (1), Jud (2), Wendel (2), Volz, Schramm (1), Knezevic.