Handball, Relegation zur 2. Bundesliga, Hinspiel: Wihelmshavener HV – HSG Konstanz (heute, 19.30 Uhr). – Die Vorbereitungen auf ein derart wichtiges Spiel hätten vermutlich einfacher sein können. Zwar war der Fokus voll auf Wilhelmshaven gerichtet, doch die ausstehende Entscheidung des Bundessportgerichtes über die Wertung des 34:33 gegen Pfullingen hatte da ständig im Raum geschwebt. Seit Donnerstag herrscht Klarheit – und riesengroße Vorfreude. In Hin- und Rückspiel werden zwischen Pforzheim und Potsdam sowie Wilhelmshaven und der HSG die Aufsteiger in die 2. Bundesliga ermittelt. Vorrunden-Staffelsieger WHV, der auf einige Spielzeiten in der 1. Bundesliga verweisen kann, qualifizierte sich als Gruppenzweiter für die Finalspiele.

Teams kreuzten schon vergangene Saison die Klingen

Schon in der vergangenen Saison hatten beide Teams die Klingen gekreuzt und sich zwei dramatische Duelle geliefert. Zweimal hatte der WHV mit 33:32 und 29:28 denkbar knapp die Nase vorne. Zwei Niederlagen, die der HSG den um einen Punkt verpassten Klassenerhalt kosteten. Entsprechend motiviert sind die Konstanzer, die damals dabei waren. „Ich denke“, sagt Matthias Hild, „einige werden noch eine Rechnung mit Wilhelmshaven offen haben.“

Jörg Lützelberger voll mit starkem Gegner beschäftigt

Trainer Jörg Lützelberger, damals noch nicht dabei, kann das zwar nicht mitfühlen, sagt aber sowieso: „Die Jungs sind so heiß auf das Spiel, alles andere spielt ohnehin keine Rolle.“ Der 36-Jährige ist voll mit dem starken Gegner beschäftigt. Im November hatte er an einem Lehrgang zur Verlängerung der Lizenz des EHF-Mastercoaches teilgenommen und war auf WHV-Trainer Christian Köhrmann getroffen. Beide verstanden sich gut. Köhrmann verschwand über Nacht in seinem Zimmer und überraschte seinen Konstanzer Kollegen beim Frühstück mit einer Analyse des HSG-Spiels.

Viel Wurfkraft, gute Außen und starker Kreisläufer

Der WHV-Coach witzelte damals schon, dass sie sich in den Finalspielen begegnen könnten. Nun kommt es tatsächlich so. Lützelberger zeigt großen Respekt vor der Arbeit seines Kollegen. „Man merkt“, sagt er, „dass jeder Handgriff sitzt und ein kreativer, schlauer Trainer viele Jahre dort arbeitet.“ Viel Wurfkraft aus dem Rückraum, gute Außen und ein sehr durchsetzungsstarker Kreisläufer eröffnen dem WHV viele Möglichkeiten und machen ihn schwer ausrechenbar.

Duell zweier Standorte mit großer Handball-Begeisterung

Damit kann nun alles auf das Duell zweier Standorte mit großer Handball-Begeisterung gerichtet werden. „Das werden zwei große Handball-Feste“, ist sich der dreimalige Europapokalgewinner sicher. „Wir wollen von Anfang an Paroli bieten.“ Aus seinem großen Erfahrungsschatz hat er seinen Spielern einiges mit auf den Weg gegeben. Dazu kommt die Erfahrung gegen Pfullingen. „Jedes Spiel bringt uns weiter“, sagt der Sportwissenschaftler. Einmal mehr wird nun viel im Kopf, über Wille, Gemeinschaft und den Kampf entschieden.