2. Bundesliga: HSG Konstanz – ASV Hamm-Westfalen 27:28 (15:14). – Die Luft wird immer dünner am Schänzle – sowohl in der stickigen Halle, die mehr einer Sauna glich als einer Sportstätte, als auch für die Handballer der HSG Konstanz im Abstiegskampf der 2. Bundesliga.

Auch in punkto Personal wird die Lage im Saisonendspurt immer prekärer. Gestern Abend fehlten im Rückraum die verletzten Leistungsträger Tom Wolf und Peter Schramm. Felix Jaeger und Tim Bornhauser mussten angeschlagen auf die Zähne beißen.

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Der Konstanzer Trainer Daniel Eblen musste also erneut umbauen. Im Rückraum begannen dieses Mal Bornhauser, Joschua Braun und David Knezevic, auf den Außen Fabian Schlaich und Fynn Beckmann. Am Kreis spielte Markus Dangers, im Tor Maximilian Wolf.

Die ersten zehn Minuten verliefen ausgeglichen, ehe sich die Gäste binnen vier Minuten von 6:6 (10.) auf 9:6 (14.) absetzen konnten. Bis dahin landete jeder Wurf auf den Kasten der HSG auch zwischen den Pfosten.

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Das änderte sich erst, als Eblen Michael Haßferter für den glücklosen Wolf ins Tor stellte. Mit jeder der am Ende insgesamt zwölf Paraden des 26-Jährigen kämpften sich die Gastgeber engagiert zurück in die Partie.

In der 21. Minute waren beide Mannschaften beim Stand von 10:10 erstmals wieder gleichauf. Zur Pause führten die Konstanzer, die zwischenzeitlich mit zwei Treffern vorne lagen, mit 15:14.

Weniger Hektik, überlegenere Angriffe

Auffallend dabei war, dass die HSG im Gegensatz zum Heimspiel am Samstag gegen Wilhelmshaven nicht in Hektik verfiel oder überhastet den Abschluss suchte, sondern immer wieder das Tempo rausnahm und die Angriffe überlegt aufbaute.

Die große Frage war nun, ob der südlichste Zweitligist dieses Mal seinen Vorsprung ins Ziel bringen würde, oder ob er – wie zuletzt zweimal in Serie – nach tollen 45 Minuten noch eine Heimniederlage kassieren würde.

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Es sah nicht gut aus. Die ersten fünf HSG-Angriffe nach der Pause verpufften und Hamm drehte nach siebeneinhalb torlosen Minuten der Gastgeber das Spiel (15:16/36.).

Die Mannschaft von Daniel Eblen steckte aber nicht auf und erkämpfte sich das Unentschieden (17:17/39.). Trotzdem zog Hamm eine Viertelstunde vor Schluss wieder auf zwei Treffer davon (20:22).

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Nun war es an der HSG Konstanz, in der Endphase eine Aufholjagd zu starten. Mit Kampf und Leidenschaft brachten die Hausherren das Momentum wieder auf ihre Seite. Konstanz führte mit einem Treffer Vorsprung, als es in die hochspannenden Schlussminuten ging.

Erneut wechselte die Führung, als die Partie auf ihren Höhepunkt zusteuerte. 90 Sekunden waren noch auf der Uhr, als die Gäste nach einem Foul und einem Wechselfehler zwei Mann weniger auf dem Parkett hatten. Dann glich Markus Dangers für die Konstanzer zum 27:27 aus. Hamm durfte mit einem Mann weniger bei angezeigtem Zeitspiel gefühlt endlos weiterspielen – und traf tatsächlich zum finalen 27:28.

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Die jüngsten Heimniederlagen gegen Fürstenfeldbruck und Wilhelmshaven hatten sich die Konstanzer selbst zuzuschreiben, diese war nach einem ordentlichen Spiel einfach nur bitter und unglücklich.

Die 250 Fans am Schänzle sahen das auch. Sie honorierten die kämpferisch gute Leistung mit Standing Ovations nach dem Abpfiff. Die Chancen, dass sie auch in der kommenden Saison Zweitliga-Handball am Schänzle sehen, werden indes immer geringer.

HSG Konstanz: M. Wolf, Haßferter (Tor); Stotz (3), Schlaich (3), Czako (1), Jaeger (1), Hild, Dangers (3), Krüger, Beckmann (4), Braun (5), Bornhauser, Wendel, Volz (5/5), Mauch. – Z: 250.