3. Liga: HSG Konstanz II – TV Willstätt 29:29 (10:13). – Das mit Spannung erwartete Südbaden-Derby zwischen der HSG Konstanz II und dem TV Willstätt hielt, was es versprach. Nach einem rassigen, umkämpften Duell konterte Willstätt vor 300 lautstarken Fans den 29:28-Führungstreffer der HSG mit der Schlusssirene noch zum 29:29 (10:13)-Endstand. Für die Gäste war es der erste Punktverlust der Saison, für den Zweitliga-Nachwuchs ein Zähler „der Moral und des Talentes“, wie Jessica Bregazzi sagte.

Die Konstanzer Trainerin nahm sich nach den dramatischen Ereignissen der Schlussphase ein paar Augenblicke, um wieder herunterzukommen. Als nach knapp 50 Minuten Régis Matzinger zum 24:20 für den Ex-Erstligisten aus der Ortenau traf, schien die Frage beantwortet, ob sich der schnelle, spielerische oder der kraftvolle, routinierte Spielstil durchsetzt. Willstätt nutzte jeden kleinen Fehler der Gastgeber aus und hatte mit Josip Kvesic lange Zeit einen Rückhalt zwischen den Pfosten. Neben zwei Siebenmetern entschärfte er viele klare Möglichkeiten.

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Zu Beginn war es so vor allem einer leidenschaftlichen Deckungsarbeit und einem stark aufgelegten Moritz Ebert im Tor zu verdanken, dass sich die HSG nach einer 6:2-Führung mit einem 10:13-Rückstand in die Pause retten konnte. Danach nahm das Spiel aber erst so richtig Fahrt auf, nachdem Konstanz früh einen Schock zu verdauen hatte.

Kai Mittendorf sah in einer fairen Partie nach einem Kontakt mit dem einlaufenden Außenspieler die Rote Karte. „Eine sehr, sehr harte Entscheidung“, fand Bregazzi, denn fortan fehlte ihr der Abwehrchef und einer der wenigen erfahrenen Spieler. Doch sie zauberte ein Ass aus dem Ärmel: Manuel Both ist auf Abruf wieder zurück und übernahm Verantwortung.

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Richtig spannend wurde es, als die HSG zehn Minuten vor Schluss zur Attacke blies. Vier Tore hinten, scheinbar geschlagen, doch beim 28:28 wenig später tobte die Schänzlehalle. Erst recht, als sich die Zweitliga-Reserve den Ball eroberte und Joel Mauch neun Sekunden vor Schluss die Gelb-Blauen jubeln ließ.

In höchstem Tempo ging es zurück, doch der TVW hatte die passende Antwort in allerletzter Sekunde über die schnelle Mitte parat.

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Für HSG-Trainerin Jessica Bregazzi endete der Krimi mit einem „gewonnenen Punkt“, wie sie feststellte. „Über die letzte Szene ärgert man sich im ersten Moment. Aber die Jungs haben sich ein Herz gefasst und ihre Stärken im Eins-gegen-Eins und im Tempo genutzt. Das macht Laune.“

HSG II: Gemeinhardt, Ebert (Tor); Mauch (3), Mittendorf, Schweda (5/2), Dahm, Michelberger (6), Mack, Volz (8/3), Reiff, Portmann (1), Wangler, Merz (1), Fehrenbach (1), Both (4). – Z: 300.

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