Handball, Oberliga: TSV Weinsberg – HSG Konstanz II (Sonntag, 17 Uhr, Weibertreuhalle). – Der Lohn der guten Tat, der erfolgreichen Serie mit zuletzt drei Siegen in Folge und 13:5 Punkten kommt für die HSG Konstanz II am Sonntagabend in Form des Oberliga-Topspiels in Weinsberg. Beim Spitzenreiter darf sich der Drittliga-Nachwuchs als Zweiter und direkter Verfolger ohne Druck beim großen Favoriten beweisen.

Die Vorzeichen stehen allerdings wie schon letzte Woche. Das heißt: nicht gut. Wieder musste Trainer Benjamin Schweda mit lediglich zehn Spielern im Training auskommen. „Wenn man dann am Spieltag aber dennoch so abliefert wie zuletzt…“, zuckt er mit den Achseln. Auf Dauer wird dies jedoch nicht gut gehen, deshalb hofft der Coach auf baldige Besserung. In Weinsberg jedenfalls wird er jeden Akteur und jede Option benötigen. Die Württemberger sind derzeit das Maß der Dinge in der Oberliga und mussten sich erst einmal geschlagen geben. 306 Treffer verdeutlichen, wo die Stärke des erfahrenen Teams liegt: In der mit Abstand besten Offensive der Liga. Die HSG-Reserve gilt mit ihrem schnellen, technisch schönen Handball ebenfalls als angriffsstark, Weinsberg kommt dennoch auf 41 Tore mehr. 34 Mal im Schnitt pro Partie ist der TSV erfolgreich. „Es ist das Topspiel, wenn man auf die Tabelle sieht“, freut sich Schweda und mit ihm die ganze Mannschaft, die heiß darauf ist, sich zu messen. „Wir haben nach den guten ersten neun Spielen eine schöne Ausgangslage dafür. Wir fahren ohne Druck dorthin, Weinsberg möchte oben bleiben und wir können befreit aufspielen.“ Sich mit einem Kaliber wie Weinsberg zu messen dürfte die nächste Stufe der Herausforderung für die jüngste Mannschaft der Liga werden, die allerdings in den vergangenen Wochen eine starke Einwicklung mit ihren neuen Neuzugängen aus der eigenen Bundesliga-A-Jugend genommen hat. Für den 27-Jährigen liegen die Gründe vor allem darin, dass „jeder richtig Bock hat und seine Chance nutzen möchte.“ Er selbst gewährt sie auch jedem Spieler, setzt auf viele Wechsel. So kann sich jeder beweisen und weiterentwickeln. Schweda: „Die Jungs sind in jedem Training und Spiel mit vollem Ehrgeiz dabei. Jeder möchte spielen, aber jeder gönnt es auch seinen Mitspielern.“

Nach dem 30:23-Sieg gegen Weilstetten möchte die HSG-Reserve dieses Mal zeigen, dass sie weiter als vor ein paar Wochen ist, als beim Aufstiegsfavoriten Baden-Baden, ebenfalls sehr erfahren und körperlich robust, nichts zu holen war. Stattdessen musste eine 24:34-Niederlage hingenommen werden. Jetzt wollen die Gelb-Blauen aktiver sein und besser dagegenhalten. Vor allem den gefährlichen Rückraum und die Brüder Jan und Sven König gilt es zu kontrollieren. Kompakt verteidigen, Torwart Lukas Herrmann wieder in Stellung bringen und selbst das Tempospiel forcieren sind die Ziele. Oder auch: genießen, kämpfen und an der Überraschung arbeiten. (joa)