Handball, 3. Liga: HSG Konstanz – TV Willstätt (Freitag, 20.30 Uhr, Schänzlehalle). – Die Intensität und Freude in den Trainingseinheiten ist ungebrochen hoch bei der HSG Konstanz. Schon am Montag freute sich Cheftrainer Jörg Lützelberger nach dem 36:28-Erfolg in Blaustein, dem 16. Sieg im 16. Spiel, darüber, dass es zwei Stunden lang richtig zur Sache ging. „Es gibt sicher ganz wenige Teams, die am Samstag rennen und nach all den Erfolgen am Montag eine noch höhere Intensität, mit Fokus und harten Zweikämpfen an den Tag legen“, erklärt er.

Hunger nach Verbesserung

Die Freude an der Arbeit ist ihm und seinen Schützlingen anzumerken. Nicht, weil derzeit vieles nach Plan und sehr erfolgreich läuft. Der 36-Jährige denkt dabei in anderen Ebenen. Der Hunger, sich ständig verbessern, neue Antworten finden zu wollen und damit zugleich neue Fragen aufzuwerfen, treiben ihn an. Er selbst habe seit Juli viel dazugelernt in den komplexen Zusammenhängen, vor denen ein Handball-Trainer steht. „Das zu verstehen, zu sehen und daraus etwas zu geben ist die Magie“, lächelt er. Hinter Technik und Taktik stehen für ihn Glaubenssätze. So sollen Standards entwickelt werden, die vermehrt über Vitor de Faria Baricelli in den Jugendbereich übertragen werden sollen.

Viel Arbeit im Hintergrund

Viel Arbeit, die im Hintergrund abläuft. Zuletzt vor allem im Abwehrbereich, nun auch wieder vermehrt in der Offensive. Und mit Erfolgen belohnt wird. Die eindrucksvolle Serie steht am Freitag gegen Willstätt jedoch auf der Probe. Der ehemalige Erstligist tritt in den vergangenen Wochen deutlich stabiler auf und hat sich mit fünf Siegen in den jüngsten sechs Partien unter die Top Sechs gespielt. Darunter sind dicke Ausrufezeichen wie Siege gegen den Zweiten Pfullingen, den Dritten Fürstenfeldbruck und in Balingen. Großes Potenzial wird auf die Konstanzer zukommen, das der ehemalige dänische Nationaltrainer Ole Andersen mit überraschenden taktischen Kniffen gut einzusetzen weiß. Eine wichtige Rolle spielen dabei vier Ex-Konstanzer. Felix Krüger, Marius Oßwald, Philipp Kunde und Leon Sieck trugen schon das HSG-Trikot und werden an alter Wirkungsstätte besonders motiviert sein.

Gegner braucht dringend Punkte

„Eine gute Mannschaft“, weiß Lützelberger, die im Kampf um Platz sechs, der den Gang in die Abstiegsrunde verhindert, jeden Punkt benötigt. „Das heißt, dass der Gegner auch wieder etwas zu verlieren hat“, spricht der ehemalige Bundesligaprofi die veränderte Ausgangslage zu den letzten beiden Partien an. Athletisch und spielerisch bringt Willstätt einiges an Qualität mit. Spielmacher Alexander Velz etwa wird nächste Saison in die 2. Bundesliga zur SG BBM Bietigheim wechseln. Neben ihm tritt Jan-Philipp Valda sehr auffällig auf, zuletzt auch Daniel Schliedermann. Spieler von „hoher individueller Qualität“ (Lützelberger), die schon im Hinspiel mit einigen Ideen ihres gewitzten Trainers versorgt wurden. „Für mich ist es etwas Besonderes, gegen solch erfahrene Kollegen wie Ole Andersen antreten zu dürfen“, brennt der dreimalige Europapokalgewinner auf das Duell zweier Taktik-Experten.

Es gilt ab Freitag neu die 2G-Regel, das heißt, zugelassen sind alle Geimpften und Genesenen und keiner benötigt mehr einen Test. Das Hygienekonzept wird am Freitag nach Verkündung der neuen Verordnung aktualisiert.