2. Bundesliga: Bayer Dormagen – HSG Konstanz 31:25 (15:10). – Eigentlich zeigte alles schon nach nicht einmal sieben Minuten nur noch in eine Richtung. Der TSV Bayer Dormagen war voll auf Richtung Kurs viertes Spiel ohne Niederlage und die Punkte 7:1 in Folge.

Mit vielen Fehlern, einfachen Gegenstößen des Gegners und vielen verpassten Chancen sollte sich daran auch nichts ändern. Bis auf ein kurzes Schnuppern der HSG an der Aufholjagd kam zu wenig von den Gästen, sodass der Ex-Erstligist mit 31:25 (15:10) den dritten Erfolg in Serie einfahren konnte.

Was für ein Fehlstart

Das gibt es nicht alle Tage: 4:0 – und gerade einmal zwei Minuten auf der Uhr. Plus direkt die erste Auszeit nach nur 127 Sekunden. Es war für jeden Konstanzer Anhänger schwer zu ertragen, was sich in den ersten sieben Minuten zutrug. Das Ergebnis von 7:1 für Dormagen schmerzte, noch viel mehr jedoch das Auftreten der Gelb-Blauen. Haarsträubende Fehlpässe landeten genau in den Händen des Gegners, der lediglich in die Tempogegenstöße gehen musste. Die große, bekannte Stärke des TSV.

„Das war teilweise unterirdisch im Angriff“, stand HSG-Cheftrainer Daniel Eblen die Wut und der Frust ins Gesicht geschrieben. Ärgerlich, weil die Konstanzer danach endlich andeuteten, dass sie es besser können. Viel besser. Sobald Dormagen das Umschaltspiel als Waffe fehlte, kam HSG-Keeper Michael Haßferter ins Spiel und hatte mit starken 19 Paraden und knapp 39 Prozent gehaltener Würfe einen großen Anteil daran, dass sich seinem Team nun durchaus Möglichkeiten eröffneten.

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Wie kurz vor der Halbzeit, als nach Tim Juds Treffer zum 10:13 das 11:14 frei vor dem Tor wartete – stattdessen parierte Martin Juzbasic (15 Paraden, 41 Prozent), Joschua Reuland startete und versenkte mit der Pausensirene zum 15:10. Statt drei Tore Rückstand wieder fünf. Eblen: „Wir haben da weitergemacht, wo wir gegen Lübbecke aufgehört haben. Das ist ziemlich ernüchternd.“

Vor allem die mangelnde Disziplin im Angriff brachte den 46-Jährigen immer wieder auf die Palme und zum Haareraufen. Sicherere Bälle, längere Angriffe „wenn das Handgelenk schon wackelt“ hatte er angemahnt. Doch am Ende kam Dormagen auf satte neun Tempogegenstoßtore. In der Offensive wurden „unglaubliche Sachen“, so Eblen, liegen gelassen.

Die Hoffnung währt nur kurz

So unerwartet noch einmal Hoffnung durch den Treffer von Aron Czako zum 15:20 und der direkt anschließenden Parade von Haßferter aufkam, so schnell war sie nach der erneut vergebenen Chance weiter zu verkürzen und einem Doppelschlag der Gastgeber knapp 20 Minuten vor dem Ende schon wieder fast zerschlagen. Gleiches Muster beim 20:25 durch den neunfachen Torschützen Markus Dangers, der zum 20:25 verkürzte. Fehler HSG, Doppelschlag Dormagen. Spätestens jetzt war das Spiel gelaufen.

„Es ist schon ernüchternd, zwei solche Partien hintereinander ertragen zu müssen“, gestand der HSG-Coach. Bei den starken Körpertäuschungen und Eins-gegen-Eins-Duellen von Benjamin Richter wurde der Unterschied deutlich. Wacher war Dormagen, schneller im Kopf und auf den Beinen. Konstanz war, wie Eblen treffend befand, „vor allem im Angriff zu träge. Über Hektik haben wir es versucht, wettzumachen.“

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Eine gefährliche Mischung. „Das Tragische ist“, sagte er, „dass wir in der Vorbereitung sehr gut gespielt haben und in Eisenach auch sehr gut waren.“ Dann kamen dreieinhalb Wochen Pause. Die Hoffnung ruht darauf, dass „wir das verdauen und ab morgen entschlossen Richtung Ferndorf arbeiten.“

Die Umstände sind schwierig in dieser Saison, doch so der Übungsleiter weiter selbstkritisch, „manche bekommen es trotz fehlenden Rhythmus und Fans hin. Wir müssen zusehen, dazuzugehören.“ Am Sonntag, 17 Uhr, steht mit dem Duell gegen den TuS Ferndorf in der Schänzlehalle die Gelegenheit dazu bevor.

HSG Konstanz: M. Wolf, Haßferter (19 Paraden/davon 1 Siebenmeter), Ebert (Tor); Stotz (1), Czako (2), Hild (3), Wolf (6/4), Dangers (9), Krüger, Maier-Hasselmann (1), Beckmann (1), Braun, Jud (1), Wendel, Schramm (1), Kneževic.

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