Handball, 2. Bundesliga: HSG Konstanz – VfL Eintracht Hagen 23:30 (8:14). – „Wenn nicht jetzt, wann dann“, hieß es vor dem Duell der beiden mit drei Niederlagen in die Saison gestarteten Teams. Allerdings mit der Einschränkung, dass in dieser frühen Saisonphase die Tabelle oft wenig über die reale Spielstärke aussagt. Eine Trumpfkarte der Konstanzer hätte die Heimatmosphäre werden können, die schon oft die HSG-Akteure zu Bestleistungen an-spornte. Nicht aber an diesem Abend.

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Denn die 800 Zuschauer bekamen von zwei nervös startenden Mannschaften ein zerfahrenes Spiel präsentiert, in dem die eine Spur weniger nervösen Gäste aus Hagen schnell auf 0:4 und nach 16 Minuten auf 2:11 davonzogen. Trotz dieser aus Konstanzer Sicht ernüchternden Auftaktphase stand das Publikum fest hinter dem Heimteam und feuerte unverdrossen an – allerdings vergeblich, diesmal schien der Funke nicht überzuspringen, blieben die Konstanzer bis auf Torhüter Leon Grabenstein unter Normalform. Nach mehr als 16 Minuten hatte die HSG Konstanz erst zwei Treffer verbucht!

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Während bei den Gastgebern also vieles Stückwerk blieb, selten ein Angriff zu einem Abschluss kam, da in Ballnähe zu hektisch und mit hoher Fehlerquote agiert wurde, konnten die Gäste sehr oft mit schnellen Kontern nach den HSG-Ballverlusten punkten. Sie wirkten zielstrebiger und präziser im Passspiel. Gegen Ende der ersten Spielhälfte dann ließ auch die Eintracht aus Hagen etwas nach und gab den Gastgebern gleich vier Mal in Folge die Möglichkeit, beim Spielstand von 7:13 den Rückstand noch vor der Pause auf immerhin fünf Treffer zu reduzieren. Doch das Team von Coach Jörg Lützelberger verstand es nicht, die folgenden Chancen zu nutzen, sodass beim Stand von 8:14 die Seiten gewechselt wurden. Zwischenbilanz: Zwölf technische Fehler bremsten das Spiel der Gastgeber entscheidend.

Keine echte Spannung mehr

Ob nach der Pause nun die Gäste nur noch die Führung verwalteten oder die HSG Konstanz nun Moral zeigte und so das Spiel offener und ausgeglichener gestalten konnte, spielte keine große Rolle mehr, denn der VfL Eintracht Hagen hatte stets, wenn die Konstanzer den Rückstand um einen Treffer reduzierten, eine passende Antwort, sodass bei sechs bis sieben Toren Differenz keine echte Spannung aufkommen wollte. Immerhin: Die Trefferquote der HSG wurde, nicht zuletzt dank der fünf Tore von Joel Mauch und der drei Treffer von Fynn Beckmann, in der zweiten Hälfte nahezu verdoppelt, was aber nichts mehr an der klaren 23:30-Heimniederlage ändern sollte.

Viel vorgenommen hatten sich die Gastgeber sicherlich, aber Lützelberger musste ein enttäuschtes Fazit ziehen: „Wir kommen leider nicht gut rein. Dann gehen die Köpfe zu schnell runter.“ Doch sein Blick ging schon schnell wieder nach vorne: „Wir müssen da weiter Gas geben, an uns glauben und Selbstvertrauen auf die Platte bringen. Mit dieser Anfangsphase haben wir uns der Chance beraubt, Hagen in Schwierigkeiten zu bringen und Punkte zu holen.“

Ob dies beim nächsten Spiel, am 3. Oktober, beim sehr gut gestarteten TV Großwallstadt, leichter wird, darf bezweifelt werden.

HSG Konstanz: Ebert, Grabenstein (Tor); Stotz (1), Czako (1), Foege (2), Michelberger (2), Thomann, Erifopoulos (1), Mauch (5), Beckmann (3), Wendel (4), Schramm, Ingenpaß, Köder (2/1), Knezevic (2), Hutecek. – Z: 800.