2. Bundesliga: HSG Konstanz – DJK Rimpar 33:30 (18:13). – Es ist eine vertrackte Ausgangssituation. Klar, die Spieler der HSG Konstanz wissen, dass sie ihr Heimspiel gegen die DJK Rimpar gewinnen müssen, aber das alleine ist es eben nicht. Zeitgleich darf der TV Emsdetten beim VfL Lübeck-Schwartau nicht über ein Unentschieden hinauskommen, weil sonst alles umsonst wäre.

Immerhin, Lübeck-Schwartau ist in der Heimtabelle der 2. Bundesliga Vierter und Emsdetten hat als zweitschlechteste Auswärtsmannschaft gerade mal fünf Zähler in der Fremde ergattert. Hoffen darf man da schon im Konstanzer Lager.

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Aber erst einmal die eigene Hausaufgabe erledigen. Die HSG beginnt konzentriert. Zweimal Tim Bornhauser, einmal Fabian Schlaich, nach dreieinhalb Minuten steht es unter dem frenetischen Jubel der 250 zugelassenen Zuschauer 3:0 für die Gastgeber. Auch deshalb, weil im Konstanzer Kasten Michael Haßferter ein ums andere Mal Hände oder Füße an den von Würzburgern abgefeuerten Ball bringt.

Ach, hätte der gute HSG-Keeper doch öfter solche Form gezeigt. Nach acht Minuten steht es 6:2, der HSG-Express läuft auf Hochtouren. Weiter, immer weiter, nach 15 Minuten steht es 9:4, weil inzwischen auf Felix Jaeger mit knallharten Würfen erfolgreich ist.

Schlechte Nachrichten von der Ostsee

Was die HSG-Akteure nicht wissen, dafür viele Fans in der Schänzlehalle, weil sie der Partie in Lübeck übers Handy folgen, und auch die Pressevertreter unterm Hallendach, weil sie den Livestream der anderen Begegnung verfolgen: Es sieht an der Ostsee nicht gut aus für die Handballer vom Bodensee, Emsdetten führt mit 9:8.

Den Franken gelingt ein kurzer Zwischenspurt (10:7), danach aber zieht das Team von Trainer Daniel Eblen in imponierender Weise auf 15:8 davon. Nur weil der nach 15 Minuten für seinen glücklosen Stellvertreter Andreas Wieser eingewechselte Stammtorhüter von Rimpar, Marino Mallwitz, gegen Bornhauser und Joschua Braun pariert, kommen die Gäste bis zum Pausenpfiff noch etwas heran. Stand: 18:13 für Konstanz.

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Doch in Lübeck sieht‘s inzwischen zappenduster aus mit Blick auf den Klassenerhalt der HSG. Emsdetten führt bis zur 29. Minute 17:11, ehe die harmlosen, indiskutabel schwachen Schwartauer wenigstens noch auf 13:17 verkürzen. Aber so ist der Sport: Was man selbst nicht richten kann, ist immer schlecht. Und schließlich haben die Konstanzer wahrlich viele Gelegenheiten ausgelassen, den Klassenverbleib rechtzeitig zu schaffen – teils unglücklich, teils grob fahrlässig.

Zweite Halbzeit in der Schänzlehalle. Zweimal geht‘s hin und her mit Treffern (22:17), dann schleichen sich Fehler ein bei den so lange souveränen HSG-Spielern. Innerhalb von drei Minuten kommt Rimpar auf 22:20 heran.

Kurzes Zittern am Schänzle

Was 37 Minuten lang aussah wie ein konzentrierter Auftritt Richtung Heimsieg, wird plötzlich wieder zur Zitterpartie. Leider wie so oft in vielen zweiten Halbzeiten! Die Konstanzer taumeln, aber diesmal fallen sie nicht. Der bärenstarke Jaeger tritt zweimal zum 25:22 und 26:22, Schonung für die Nerven.

Und an der Ostsee? Da verkürzt Schwartau von sechs Toren Rückstand auf nur noch zwei, doch es ist nur ein Strohfeuer. Kurz darauf steht es 23:19 für die doch so auswärtsschwachen Emsdettener!

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In der Schänzlehalle brodelt es nun. Weil die hier oft mit seltsamen Entscheidungen aufgefallenen Unparteiischen Jan und Manuel Lier – fast schon so etwas wie ein böses Omen, weil die Konstanzer unter ihrer Leitung praktisch nie gewinnen – zu ihrer an diesem Ort oft gesehenen Form auflaufen.

Siebenmeter für Rimpar, Jan Lier gibt zwei Minuten für Fabian Schlaich, sein Bruder korrigiert und vergibt die Strafe an Michel Stotz, doch tatsächlich wäre die richtige Entscheidung gewesen, überhaupt keine Zeitstrafe zu verhängen, weil beide Konstanzer Michael Schulz überhaupt nicht gefoult hatten. Nach 52 Minuten steht es aber 28:25 für die HSG, weil jetzt auch wieder Joschua Braun trifft.

In Konstanz brennt nichts mehr an

Nach wie vor gibt es vom anderen Spiel keine guten Nachrichten: Wieder holt Schwartau bis auf zwei Tore Rückstand auf (22:24), doch dann ziehen sich die Norddeutschen wieder vornehm zurück. Emsdetten führt sieben Minuten vor Schluss mit jetzt sechs Toren Vorsprung (29:23).

In Konstanz brennt nichts mehr an diesmal. Die HSG Konstanz hält ihre beruhigende Führung (32:27/56.) und siegt am Ende mit 33:30 Eine beeindruckende Leistung erfährt aber keinen Lohn, weil der TV Emsdetten bei einem – vornehm formuliert – desinteressierten Gegner den Klassenerhalt praktisch geschenkt bekommt.

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Emsdetten, nur in Ferndorf, Dormagen und Fürstenfeldbruck auswärts erfolgreich, siegt beim VfL Lübeck-Schwartau mit 32:27 und feiert den Verbleib in Liga zwei, während die HSG Konstanz zurück muss in die 3. Liga. Unter tosendem Applaus werden anschließend die Spieler, die die HSG verlassen, von Präsident Otto Eblen gewürdigt. So bleibt wenigstens ein ansonsten zu erwartendes Pfeifkonzert gegen die Verweigerer von der Ostsee aus.

HSG Konstanz: M. Wolf, Haßferter (Tor); Stotz, Schlaich (3), Czako, Jaeger (9), Hild (1), Dangers (3), Krüger, Beckmann (1), Braun (5), Bornhauser (6), Mauch, Volz (2/2), Schramm, Knezevic (3). – Z: 250.